Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuentwicklungen bei Verbrennung und Vergasung von Biomasse werden gefördert

03.11.2010
Im Förderprogramm zur „Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ nehmen vier neue Vorhaben ihre Arbeit auf, die neue Technologien sowohl für Kraftwerksanwendungen als auch für die dezentrale Nutzung erforschen.

Sie werden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative mit ca. 2 Mio. Euro gefördert.

Torrefizierte Biomasse für den Einsatz in Kraftwerksfeuerungen (FKZ: 03KB043)
Um Biomasse auch für die hocheffiziente großtechnische Stromerzeugung wirtschaftlich nutzen zu können, muss ihr spezifischer Heizwert erhöht werden. Eine Möglichkeit hierzu ist der Vorgang der sogenannten „Torrefaction“.

Nachdem unter O2-Abschluss die Biomasse auf Temperaturen von ca. 200 bis 300°C erhitzt wurde, erhöht sich ihre Energiedichte um ca. 30%. Gleichzeitig werden niederkalorische Stoffe und Wasser freigesetzt. Das Biomasse-Volumen lässt lässt sich durch eine anschließende Pelletisierung um ca. 90% verringern. Innerhalb des Vorhabens „Torrefaction“, werden am Institut Energiesysteme und Energietechnik der TU Darmstadt experimentelle Untersuchungen an einem Flugstromreaktor und einer 1 MWth-Versuchsbrennkammer durchgeführt.

Neues Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsmodul für Haushaltsanwendungen (FKZ: 03KB044)
Ziel des Vorhabens der Robert Bosch GmbH ist die Entwicklung und Erprobung eines wartungsarmen Pellet-μKWK-Moduls, welches mit Holzpellets betrieben wird. Das mit einem Freikolben-Stirlingmotor bestückte Modul soll 1 kW elektrische Energie und ca. 8 kW Heizenergie liefern. Durch ihren hohen elektrischen Wirkungsgrad soll die Anlage wirtschaftlich arbeiten und zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen.
Optimierung der Holzvergasung (FKZ: 03KB046)
Kondensierbare Teerverbindungen verursachen an Holzvergasungsanlagen hohe Wartungskosten und Stillstandzeiten. Sie sind auch Ursache für die im Rahmen von Überwachungsmessungen an Holzvergasungsanlagen festgestellten Benzolgehalte, die weit über dem erlaubten Grenzwert der TA Luft liegen. Die Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co.KG werden im Rahmen des Förderprojektes einen Versuchstand für die Pyrolyse einrichten und ein vereinfachtes Messverfahren für Benzol entwickeln. Die Messungen und Versuche bilden die Basis für eine Verfahrensoptimierung der Holzvergasungstechnologie, die einen effizienten Weg der energetischen Nutzung von Biomasse darstellt.
Dezentrales Holzvergaserkraftwerk mit gekoppelter Mikrogasturbine (FKZ: 03KB047)
Die thermische Vergasung von verschiedenen biogenen Substraten ist Gegenstand des Vorhabens „Nachhaltiges dezentrales Holzvergaserkraftwerk mit gekoppelter Mikrogasturbine“, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), der Hochschule Offenburg, dem Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) und der EnBW Energie Baden-Württemberg AG bearbeitet wird. Nach der gemeinsamen Entwicklung eines Kraftwerkskonzeptes ist der Einsatz einer Mikrogasturbine, ausgerüstet mit einem schadstoffarmen, FLOX®-basierten Brennkammersystem geplant, um Erfahrungswerte zur thermischen Vergasung zu gewinnen. Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens ist die Erprobung des zuverlässigen Dauerbetriebs der Holzvergasungsanlage in Kombination mit einer Mikrogasturbine zur dezentralen Energieerzeugung bei effizienter Rohstoffnutzung und geringem Schadstoffausstoß.
Das Förderprogramm:
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative das Programm „Förderung von Forschung und Entwicklung zur klimaeffizienten Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ aufgelegt. Gegenstand der Förderung sind Untersuchungen sowie Pilot- und Demonstrationsprojekte in sieben verschiedenen Themenfeldern: 1- Reststoffverwertung, 2 - Internationale Kooperationsvorhaben, 3 – Biomassevergasung, 4 – Biomethanstrategie, 5 – Bioenergiestrategie, 6 - Regionale Bioenergie, 7 – Strategieentwicklung Biomasse.

Das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) ist innerhalb des Förderprogramms für die wissenschaftliche Begleitung zuständig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination ist derProjektträger Jülich (PtJ) befasst.

Weiterführende Informationen zum BMU-Förderprogramm zur „Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ finden Sie unter:

http://www.energetische-biomassenutzung.de

Kontakt:
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
Angela Gröber – Öffentlichkeitsarbeit/Bereich Bioenergiesysteme
Torgauer Straße 116
04347 Leipzig
Telefon: +49 (0) 341-2434-457
E-Mail: angela.groeber@dbfz.de

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.energetische-biomassenutzung.de
http://www.dbfz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics