Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartiges Fördersystem überzeugt bei „Shark Tank“: Bremer Forscher siegen in Innovationswettbewerb

01.12.2016

BIBA-Wissenschaftler mit intelligenter Logistiklösung „Celluveyor“ bei DHL-Contest erfolgreich | Europäisches Patent angemeldet | Unternehmensgründung in Vorbereitung

Allein schon die Einladung hatten die drei Wissenschaftler des BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen als eine Auszeichnung empfunden: Sie durften ihre Erfindung am „DHL Innovation Day“ vor großem internationalen Publikum und einer kleinen, hochkarätig besetzten Jury präsentieren.


Das Celluveyor-Team mit Preis am Demonstrator (von links): Hendrik Thamer, Claudio Uriarte und Ariandy Yoga Benggolo.

Foto: Alexander Flögel


Der Celluveyor-Demonsrator in der BIBA-Forschungshalle.

Foto: Alexander Flögel

Nur drei Teams waren für die Teilnahme am „Shark Tank“ ausgewählt worden. Das ist ein Wettbewerb, bei dem Existenzgründer und Start-ups die Gelegenheit bekommen, einer Gruppe potenzieller Investoren ihre Ideen vorzustellen. Die Bremer Forscher haben die Chance genutzt, mit ihrem neuartigen Fördersystem „Celluveyor“ überzeugt und den Contest gewonnen.

Gesucht: innovative Ideen und hoffnungsvolle Start ups aus Wirtschaftszweig Logistik

Im Rahmen des Shark Tank suchte die DHL „innovative Ideen und führende Jungunternehmen aus dem Wirtschaftszweig Logistik“. Bei einem sogenannten Start-up-Pitch traten die Kandidaten gegeneinander an, mussten jeweils innerhalb sehr kurzer Zeit den Unternehmensgegenstand sowie ihr Geschäftsmodell überzeugend darstellen und wurden danach bewertet.

Das Votum des Publikums und der Expertenjury – besetzt mit Dr. Alex von Frankenberg vom High-Tech Gründerfonds, Peer Bentzen von der DHL sowie Investor Frank Thelen, bekannt aus der Shark Tank-TV-Serie „Die Höhle der Löwen“ – fiel auf das Celluveyor-Team aus Bremen. Als Sieger darf es seine Entwicklung nun in der „Start-up-Hall-of-Fame“ des „DHL Innovation Center“ in Troisdorf ausstellen.

Ein elementarer Baustein für die digitale Fabrik von morgen

„Cellular Conveyor“ oder kurz „Celluveyor“ hat BIBA-Wissenschaftler Dipl.-Ing. & Pat.-Ing. Claudio Uriarte das Fördersystem genannt. Von ihm stammt die Idee zum Celluveyor. „Cellular“ steht für eine aus Zellen gebildete Struktur, und „Conveyor“ ist das englische Wort für „Förderband“. Obwohl: Mit dem klassischen Förderband hat diese neuartige omnidirektionale und multifunktionale Anlage nicht mehr viel gemein.

Celluveyor ist ein hochflexibles modulares Förder- und Positioniersystem, das auf dem Ansatz der zellularen Fördertechnik basiert. In kleinen sechseckigen Modulen befinden sich speziell angeordnete omnidirektionale Räder, die jeweils einzeln und gezielt angesteuert werden. So können mehrere Objekte gleichzeitig und unabhängig voneinander auf beliebigen Bahnen bewegt und positioniert werden. Auf kleinstem Raum erledigt der Celluveyor komplexe Materialflussaufgaben.

Aufgrund seines einfachen Aufbaus ist das System höchst flexibel an unterschiedlichste Bedarfe anzupassen und bietet hier unendlich viele Möglichkeiten. Zudem ist es sehr leicht sowie kostengünstig durch die Anwender selbst zu warten. Und durch seine intelligente Steuerung wird es zu einem elementaren Baustein für die digitale Fabrik von morgen.

Mithilfe des EXIST-Programms: Hochschulausgründung „Celluveyor“ soll 2017 erfolgen

„Dieser Erfolg ist eine weitere, hervorragende Motivation für uns“, sagt BIBA-Forscher Dr.-Ing. Hendrik Thamer. Gemeinsam mit Uriarte und M. Sc. Ariandy Yoga Benggolo, einem weiteren Kollegen aus dem BIBA, bereitet er derzeit die Unternehmensgründung vor. Geplant ist sie für das erste Quartal 2017. Unterstützt werden die angehenden Unternehmer dabei im EXIST-Forschungstransfersprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums.

„Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit dürfen nicht ungenutzt in Laboren verstauben“

„Es reicht nicht aus, nur eine gute Idee zu haben und einen funktionierenden Demonstrator zu entwickeln. Letztlich muss auch ein passendes und tragfähiges Geschäftsmodell erarbeitet werden, um die Entwicklung dann erfolgreich am Markt platzieren zu können“, sagt BIBA-Leiter Prof. Dr.-Ing. Michael Freitag. „Denn was bringen die besten Ideen und Entwicklungen, wenn sie nach getaner wissenschaftlicher Arbeit ungenutzt in den Hochschullaboren verstauben?“ fragt er und kritisiert, dass das leider noch immer viel zu oft geschehe.

„Wir wollen da andere Wege gehen. Der Forschungsarbeit und Entwicklung soll die Anwendung folgen“, sagt Freitag. Daher kooperiert das BIBA mit der Bremer Patent- und Verwertungsagentur InnoWi und bietet seinen Wissenschaftlern gemeinsam mit ihr zum Beispiel regelmäßig Infoveranstaltungen unter anderem zu den Themen Patentverfahren und Marketing an. Außerdem holt es die Technik- und Marktexperten auch frühzeitig zu anwendungsnahen Forschungsprojekten hinzu.

„Industrie 4.0 braucht Lösungen genau dieser Art für die technische Logistik“

Seit gut vier Jahren begleitet Innovationsmanager Dipl.-Wi.-Ing. Ernesto Morales Kluge von der InnoWi das Projekt Celluveyor. Seit der Idee zu dem neuen Produkt steht er in stetem Austausch mit dem Gründerteam. Er hat zum Beispiel Markt- und Nutzenanalysen sowie Weiterentwicklungs- und Verwertungskonzepte erstellt und an Förderanträgen mitgearbeitet. Und er hat die Anmeldung des BIBA für ein europäisches Patent vorbereitet – ein langwieriger und aufwendiger Prozess.

Morales Kluge freut sich über den Erfolg des Celluveyor. „Dadurch sehen auch wir Innovationsmanager uns in unserer Arbeit bestätigt.“ Nach zahlreichen Recherchen und Analysen war die Empfehlung der InnoWi an das BIBA, in die Celluveyor-Forschungen, Patentierungsverfahren sowie Aktivitäten wie Messeauftritte und Präsentationen zu investieren. „Industrie 4.0 und der Markt brauchen Lösungen genau dieser Art für die technische Logistik“, ist sich Morales Kluge sicher.

Achtung Redaktionen:
Fotos zur Pressemitteilung finden Sie unter http://www.biba.uni-bremen.de/press2016.html oder erhalten sie über Sabine Nollmann (E-Mail: mail@kontexta.de, Mobil: 0170 904 11 67)

Ihre Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Michael Freitag, Telefon: 0421 218-50 002, E-Mail: fre@biba.uni-bremen.de
Dr.-Ing. Hendrik Thamer, Telefon: 0421 218-50 160, E-Mail: tha@biba.uni-bremen.de
Dipl.-Wi.-Ing. Ernesto Morales Kluge, Telefon: 0421 96007 19, E-Mail: ernesto.morales@innowi.de

Weitere Informationen:

http://www.biba.uni-bremen.de
http://www.celluveyor.com
http://www.innowi.de

Sabine Nollmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Millionenförderung für Deep-Learning-Projekt in Leipzig
15.08.2018 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

nachricht Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb
14.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics