Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionenförderung für Würzburger Teilchenphysiker

21.07.2015

Wenn im Teilchenbeschleuniger LHC am CERN in Genf Protonen mit noch nie erreichter Energie aufeinander prallen, sind auch Physiker der Universität Würzburg an den Experimenten beteiligt. Der Bund fördert ihre Arbeit in den kommenden drei Jahren mit 1,2 Millionen Euro.

Zwei Jahre hat der Umbau gedauert, jetzt läuft er wieder: der weltweit größte Teilchenbeschleuniger LHC. Seit wenigen Wochen kreisen in der Nähe von Genf im Large Hadron Collider erneut Protonenstrahlen in einem 27 Kilometer langen Tunnel und prallen dort mit der Rekordenergie von 13 Tera-Elektronenvolt (TeV) und annähernd Lichtgeschwindigkeit aufeinander. Bei den Kollisionen entstehen Elementarteilchen, die schon im frühen Universum existiert und den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums bestimmt haben. Ihnen gilt das Interesse der Wissenschaftler.

An diesen Experimenten beteiligt sind auch Physiker der Universität Würzburg. Die Arbeitsgruppen der Professoren Ansgar Denner, Werner Porod, Raimund Ströhmer und Thomas Trefzger erhalten dafür in den kommenden drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Fördermittel von insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Beteiligung am ATLAS-Experiment

Diese Mittel fließen hauptsächlich in ein Projekt des ATLAS-Experiments am Teilchenbeschleuniger LHC sowie in ein begleitendes Theorieprojekt. ATLAS steht in diesem Fall für A Toroidal LHC ApparatuS; hinter der Abkürzung steckt ein Messgerät, das in etwa so groß ist wie ein mehrstöckiges Haus. Direkt daran beteiligt sind die Teams der Würzburger Physikprofessoren Thomas Trefzger und Raimund Ströhmer. Die Arbeitsgruppen von Ansgar Denner und Werner Porod liefern mit ihren theoretischen Arbeiten wertvollen Input für die Interpretation der experimentellen Daten.

Die Würzburger Physik leistet mit ihren experimentellen und theoretischen Arbeiten wichtige Forschungsbeiträge, bei denen es sowohl um die Analyse und die Interpretation der Daten als auch um die kontinuierliche Weiterentwicklung und den Ausbau des LHC-Experiments ATLAS geht.

Ein bundesweiter Forschungsverbund

Die Förderung erfolgt im Rahmen der sogenannten Verbundforschung. Damit unterstützt das BMBF die universitäre Grundlagenforschung an Großgeräten wie dem LHC am CERN. Das Würzburger Projekt ist Teil des Forschungsschwerpunktes „BMBF-FSP 103 – Physik bei höchsten Energien mit dem ATLAS-Experiment am LHC“, an dem alle deutschen Universitäten beteiligt sind, die am ATLAS-Experiment forschen. Dieser international beachtete Forschungsverbund ist vom Renommee her mit einem Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergleichbar.

Der Teilchenbeschleuniger LHC

Der Large Hadron Collider hat im Jahr 2008 die Arbeit aufgenommen. In seiner ringförmigen Tunnelröhre prallen unter anderem Protonen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit aufeinander. Dabei werden Temperaturen und Energien erreicht wie kurz nach dem Urknall. Im Jahr 2012 gab es für die beteiligten Wissenschaftler zum ersten Mal Grund zum ausgiebigen Feiern: Damals konnten sie in den Trümmerteilen der Kollisionen das lange gesuchte Higgs-Teilchen nachweisen – eine Entdeckung, die schon ein Jahr später die Verleihung des Nobelpreises für Physik an die Wissenschaftler nach sich zog, die die Existenz dieses Teilchens vorhergesagt hatten.

Nach der zweijährigen Umbauphase kollidieren die Protonenstrahlen jetzt mit einer sehr viel höheren Energie als zuvor. Die Forscher erhoffen sich nun neue Entdeckungen, die Rückschlüsse auf die Entstehung und Zusammensetzung des Universums erlauben.

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Trefzger, Lehrstuhl für Physik und ihre Didaktik
T: (0931) 31-85787, trefzger@physik.uni-wuerzburg.de

Gunnar Bartsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht German Innovation Award für Rittal VX25 Schaltschranksystem
14.06.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Anwendungsorientierte Kryokonservierung zur regenerativen Behandlung von altersbedingter Makuladegeneration (AMD)
14.06.2019 | Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Im Focus: Additive Fertigung zur Herstellung von Triebwerkskomponenten für die Luftfahrt

Globalisierung und Klimawandel sind zwei der großen Herausforderungen für die Luftfahrt. Der »European Flightpath 2050 – Europe’s Vision for Aviation« der Europäischen Kommission für Forschung und Innovation sieht für Europa eine Vorreiterrolle bei der Vereinbarkeit einer angemessenen Mobilität der Fluggäste, Sicherheit und Umweltschutz vor. Dazu müssen sich Design, Fertigung und Systemintegration weiterentwickeln. Einen vielversprechenden Ansatz bietet eine wissenschaftliche Kooperation in Aachen.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und der Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP der RWTH Aachen entwickeln zurzeit eine...

Im Focus: Die verborgene Struktur des Periodensystems

Die bekannte Darstellung der chemischen Elemente ist nur ein Beispiel, wie sich Objekte ordnen und klassifizieren lassen.

Das Periodensystem der Elemente, das die meisten Chemiebücher abbilden, ist ein Spezialfall. Denn bei dieser tabellarischen Übersicht der chemischen Elemente,...

Im Focus: The hidden structure of the periodic system

The well-known representation of chemical elements is just one example of how objects can be arranged and classified

The periodic table of elements that most chemistry books depict is only one special case. This tabular overview of the chemical elements, which goes back to...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rittal und Innovo Cloud sind auf Supercomputing-Konferenz in Frankfurt vertreten

18.06.2019 | Veranstaltungen

Teilautonome Roboter für die Dekontamination - den Stand der Forschung bei Live-Vorführungen am 25.6. erleben

18.06.2019 | Veranstaltungen

KI meets Training

18.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Universität Jena mit innovativer Lasertechnik auf Photonik-Messe in München vertreten

19.06.2019 | Messenachrichten

Meilenstein für starke Zusammenarbeit: Neuer Standort für Rittal und Eplan in Italien

19.06.2019 | Unternehmensmeldung

Katalyse: Hohe Reaktionsraten auch ohne Edelmetalle

19.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics