Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionenförderung für Forschungsprojekte der Heidelberger Kern- und Teilchenphysiker

03.07.2012
BMBF bewilligt Mittel zur Fortsetzung der erfolgreichen Arbeiten in der Grundlagenforschung

Für Grundlagenforschung im Bereich der Hadron-, Kern- und Elementarteilchenphysik werden Forschergruppen der Heidelberger Fakultät für Physik und Astronomie mit mehr als neun Millionen Euro gefördert.

Die Fördermittel, die für einen Zeitraum von drei Jahren bewilligt wurden, konnten beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum Juli dieses Jahres für Arbeiten am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf, am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt sowie dem Forschungszentrum der High Energy Accelerator Research Organization (KEK) in Japan eingeworben werden.

Mehr als sechs Millionen Euro davon sind für die Forschung der Experimente am Teilchenbeschleuniger des CERN, dem Large Hadron Collider (LHC), vorgesehen. Damit nimmt die Universität Heidelberg wie schon vor drei Jahren einen Spitzenplatz in der sogenannten Verbundforschungsförderung in Deutschland ein.

Mit der BMBF-Förderung werden die Gruppen am Kirchhoff-Institut für Physik, am Physikalischen Institut, am Institut für Theoretische Physik und am Institut für Technische Informatik (ZITI) ihre erfolgreichen Forschungen am CERN, am GSI und am KEK fortsetzen. Die Arbeiten sollen dazu beitragen, fundamentale Fragestellungen zu den Bausteinen der Materie und ihrer Rolle bei der Entstehung unseres Universums zu beantworten. So wollen die Wissenschaftler des ATLAS-Experiments am CERN die Frage nach dem Ursprung der Teilchenmasse und der Natur Dunkler Materie entschlüsseln. Die Forscher der ALICE-Kollaboration analysieren die Eigenschaften des sogenannten Quark-Gluon-Plasmas, aus dem das Universum kurz nach dem Urknall möglicherweise bestand. Mit dem LHCb-Experiment wird das unterschiedliche Verhalten von Materie und Antimaterie untersucht, das Grundlage für die Existenz unserer Welt ist.

An allen drei LHC-Experimenten sind Forscherteams der Universität Heidelberg maßgeblich beteiligt. Nach dem erfolgreichen Anlaufen des Large Hadron Collider 2010 und einer mehr als zweijährigen Datennahme liegen bereits eine Vielzahl interessanter Ergebnisse vor. Weitere spektakuläre Resultate werden für die diesjährigen Sommerkonferenzen erwartet. Die Experimente am Large Hadron Collider stehen dennoch erst am Anfang eines auf 20 Jahre geplanten Forschungsprogramms, für dessen nächste Phase jetzt Fördergelder in Heidelberg bereit stehen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert darüber hinaus Projekte am zukünftigen Beschleunigerzentrum des GSI, der Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR); auch hier werden neue, komplementäre Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums erwartet. So beteiligen sich Heidelberger Wissenschaftler am Aufbau des CBM-Experiments, das sich der Untersuchung von Kernmaterie bei höchsten Dichten widmet, so wie sie beispielsweise in Neutronensternen oder in Kernen von Supernovaexplosionen existiert. Ein großer Teil der bewilligten Mittel dient außerdem der Entwicklung und dem Aufbau des Belle-II Experiments am KEK in Japan. Hier sollen von 2014 an Elektron-Positron-Kollisionen analysiert werden, um neue Einblicke in das Rätsel der Materie-Antimaterie-Asymmetrie im Universum zu liefern. „Die umfangreiche Förderung der Heidelberger Kern- und Elementarteilchenphysik durch das BMBF unterstreicht einmal mehr die herausragende Position, die dieser Forschungsbereich der Universität Heidelberg in Deutschland einnimmt“, betont Prof. Dr. Hans-Christian Schultz-Coulon vom Kirchhoff-Institut für Physik. „Sie erlaubt es den Heidelberger Physikern, auch weiterhin maßgeblich zur Erforschung der Struktur der Materie und dem Verständnis der Entwicklung unseres Universums beizutragen.“

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Christian Schultz-Coulon
Kirchhoff-Institut für Physik
Telefon (06221) 54-9281
coulon@kip.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Für eine neue Generation organischer Leuchtdioden: Uni Bayreuth koordiniert EU-Forschungsnetzwerk
20.11.2018 | Universität Bayreuth

nachricht Ultraschall verbindet
13.11.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Diode für Magnetfelder

Innsbrucker Quantenphysiker haben eine Diode für Magnetfelder konstruiert und im Labor getestet. Das von den Forschungsgruppen um den Theoretiker Oriol Romero-Isart und den Experimentalphysiker Gerhard Kirchmair entwickelte Bauelement könnte eine Reihe neuer Anwendungen ermöglichen.

Elektrische Dioden sind wichtige elektronische Bauteile, die elektrischen Strom in eine Richtung leiten, die Stromleitung in der anderen Richtung aber...

Im Focus: First diode for magnetic fields

Innsbruck quantum physicists have constructed a diode for magnetic fields and then tested it in the laboratory. The device, developed by the research groups led by the theorist Oriol Romero-Isart and the experimental physicist Gerhard Kirchmair, could open up a number of new applications.

Electric diodes are essential electronic components that conduct electricity in one direction but prevent conduction in the opposite one. They are found at the...

Im Focus: Millimeterwellen für die letzte Meile

ETH-Forscher haben einen Modulator entwickelt, mit dem durch Millimeterwellen übertragene Daten direkt in Lichtpulse für Glasfasern umgewandelt werden können. Dadurch könnte die Überbrückung der «letzten Meile» bis zum heimischen Internetanschluss deutlich schneller und billiger werden.

Lichtwellen eigenen sich wegen ihrer hohen Schwingungsfrequenz hervorragend zur schnellen Übertragung von Daten.

Im Focus: Nonstop-Transport von Frachten in Nanomaschinen

Max-Planck-Forscher entdecken die Nanostruktur von molekularen Zügen und den Grund für reibungslosen Transport in den „Antennen der Zelle“

Eine Zelle bewegt sich ständig umher, tastet ihre Umgebung ab und sendet Signale an andere Zellen. Das ist wichtig, damit eine Zelle richtig funktionieren kann.

Im Focus: Nonstop Tranport of Cargo in Nanomachines

Max Planck researchers revel the nano-structure of molecular trains and the reason for smooth transport in cellular antennas.

Moving around, sensing the extracellular environment, and signaling to other cells are important for a cell to function properly. Responsible for those tasks...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Podiumsdiskussion zur 11. Internationalen MES-Tagung in Hannover hochkarätig besetzt

21.11.2018 | Veranstaltungen

Hüftprothese: Minimalinvasiv oder klassisch implantieren? Implantatmodell wichtiger als OP-Methode

21.11.2018 | Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Podiumsdiskussion zur 11. Internationalen MES-Tagung in Hannover hochkarätig besetzt

21.11.2018 | Veranstaltungsnachrichten

gbo datacomp punktete auf Mittelstandskonferenz in Berlin mit Ergebnissen des Forschungsprojektes „quadrika“

21.11.2018 | Unternehmensmeldung

Erste Diode für Magnetfelder

21.11.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics