Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikroskop, Röntgen, Nuklearmedizin: Internationaler Tag der Medizinischen Physik am 7. November

04.11.2016

Ulmer Medizinphysiker erhalten Auszeichnung für besten wissenschaftlichen Beitrag

Die Ulmer Medizinphysiker Dr. Peter Kletting und Prof. Dr. Gerhard Glatting von der Universitätsklinik für Nuklearmedizin erhalten den Preis für den besten wissenschaftlichen Beitrag der Zeitschrift für Medizinische Physik 2015.


Dr. Peter Kletting

Foto: Universitätsklinikum Ulm


Prof. Dr. Gerhard Glatting

Foto: privat

Sie entwickelten in ihrem Team einen Algorithmus, mit dem sich die Molekulare Radiotherapie bei verschiedenen Krebsarten individueller auf jeden einzelnen Patienten abstimmen lässt. Bei der Molekularen Radiotherapie docken mit Strahlung versehene Trägerstoffe an den Tumor an und zerstören die Krebszellen.

Zum Internationalen Tag der Medizinischen Physik am 7. November weisen Fachgesellschaften auf die Bedeutung des Fachgebiets für medizinischen Fortschritt hin.

Ohne Medizinische Physik ist die heutige medizinische Welt kaum vorstellbar: Dank der Verbindung beider Fächer gibt es heute z.B. Mikroskope, Röntgengeräte, Kernspintomographen und Laser, können Strahlentherapie und Nuklearmedizin Patienten helfen. Daran und an die aktuellen Fortschritte des Fachgebiets erinnert der Internationale Tag der Medizinischen Physik, der am 7. November, dem Geburtstag der Strahlenforscherin und Nobelpreisträgerin Marie Curie, begangen wird.

Die jetzt ausgezeichneten Medizinphysiker aus Ulm arbeiten in ihrem Team daran, die Molekulare Radiotherapie, beispielsweise bei Tumoren des Hormonsystems (endokrine Tumoren), bei Blutkrebs (Leukämien) oder bestimmten Hirnhauttumoren (Meningeome), ganz individuell auf jeden Patienten auszurichten.

Die entscheidende Aufgabe dabei ist, so viele strahlende Teilchen wie nötig auf Trägerstoffen in das erkrankte Organ zu schicken, gleichzeitig aber so wenige wie möglich, um übrige Körperregionen zu schonen.

„Jeder Mensch verteilt die Trägerstoffe der krebsbekämpfenden strahlenden Teilchen unterschiedlich in seinem Körper, baut die Strahlung schneller oder langsamer ab. Dabei spielt neben Alter und Körpergewicht die Biokinetik eine wichtige Rolle, dazu gehören z.B. die Nierenfunktion oder die Nahrungsumsetzung im Körper.

All diese Faktoren nehmen wir über individuelle Messungen zur Therapieplanung in unseren Algorithmus auf“, erläutert Dr. Kletting, Erstautor der ausgezeichneten Studie. „Mit unserem Vorwissen und den individuellen Messungen können wir dann die wirkungsvollste und schonendste Therapie für jeden einzelnen Patienten erarbeiten. Gleichzeitig ermöglicht das in der neuen Software NUKDOS gefasste System, die Vertrauenswürdigkeit der Therapievorschläge besser zu bewerten“, ergänzt Prof. Dr. Gerhard Glatting, Seniorautor der Arbeit.

Die Auszeichnung wird von der international anerkannten „Zeitschrift für Medizinische Physik“ für den besten wissenschaftlichen Betrag der Zeitschrift im Jahr 2015 vergeben. Die Ulmer Wissenschaftler arbeiteten dabei zusammen mit Kollegen der Universitäten Heidelberg, Marburg und Würzburg sowie des Bundesamtes für Strahlenschutz.

„Die Medizinische Physik ist eine Säule in der fächerübergreifend orientierten Nuklearmedizin und ich freue mich sehr über diese Auszeichnung für Ulm“, sagt Prof. Dr. Ambros Beer, der Ärztliche Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Nuklearmedizin. „Interdisziplinarität auch über rein medizinische Fachgebiete hinaus ist ein Schlüssel für die Entwicklung neuer wirkungsvoller und verträglicher Therapien, an denen wir am Ulmer Universitätsklinikum arbeiten“, ergänzt Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm.


Petra Schultze
Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Ulm
Albert-Einstein-Allee 29
D- 89081 Ulm

Tel.: +49 - (0) 731 - 500.43.025
Fax.:+49 - (0) 731 - 500.43.026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

www.uniklinik-ulm.de

Weitere Informationen:

http://www.uniklinik-ulm.de/nuklearmedizin - Ulmer Universitätsklinik für Nuklearmedizin
http://www.iomp.org - International Organization of Medical Physics

Petra Schultze | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionenförderung für Elementarteilchenforschung am KIT
17.12.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht GFOS-Innovationsaward 2019: Anmeldung ab sofort möglich
13.12.2018 | GFOS mbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wenn sich Atome zu nahe kommen

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - dieses Faust’sche Streben ist durch die Rasterkraftmikroskopie möglich geworden. Bei dieser Mikroskopiemethode wird eine Oberfläche durch mechanisches Abtasten abgebildet. Der Abtastsensor besteht aus einem Federbalken mit einer atomar scharfen Spitze. Der Federbalken wird in eine Schwingung mit konstanter Amplitude versetzt und Frequenzänderungen der Schwingung erlauben es, kleinste Kräfte im Piko-Newtonbereich zu messen. Ein Newton beträgt zum Beispiel die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, und ein Piko-Newton ist ein Millionstel eines Millionstels eines Newtons.

Da die Kräfte nicht direkt gemessen werden können, sondern durch die sogenannte Kraftspektroskopie über den Umweg einer Frequenzverschiebung bestimmt werden,...

Im Focus: Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können.

Weltweit laufen Bestrebungen, Datenspeicher immer weiter zu verkleinern, um so auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Speicherkapazität zu erreichen. Bei fast...

Im Focus: Data storage using individual molecules

Researchers from the University of Basel have reported a new method that allows the physical state of just a few atoms or molecules within a network to be controlled. It is based on the spontaneous self-organization of molecules into extensive networks with pores about one nanometer in size. In the journal ‘small’, the physicists reported on their investigations, which could be of particular importance for the development of new storage devices.

Around the world, researchers are attempting to shrink data storage devices to achieve as large a storage capacity in as small a space as possible. In almost...

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kommunikation zwischen neuronalen Netzwerken

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Beim Phasenübergang benutzen die Elektronen den Zebrastreifen

17.12.2018 | Physik Astronomie

Pharmazeuten erzielen Durchbruch bei Suche nach magensaftbeständigen Zusätzen für Medikamente

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics