Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Noch mehr Schub für die Proteinforschung im Ruhrgebiet: SFB 642 verlängert

27.11.2012
RUB-Sonderforschungsbereich 642 geht in die dritte Runde
DFG fördert Bochum-Dortmunder Kooperation mit 7,2 Mio. Euro

Die RUB, die TU Dortmund und das Dortmunder MPI freuen sich über die Verlängerung des Sonderforschungsbereichs 642 (Sprecher: Prof. Klaus Gerwert, RUB) um weitere 3,5 Jahre.

Der Fokus der Forschung liegt auf dem Verständnis der molekularen Grundlagen GTP- und ATP-abhängiger Signalwege und Transportprozesse. Von der Struktur- bis zur Systembiologie, von der Biophysik über die chemische Biologie bis hin zur Zellbiologie arbeiten Wissenschaftler aus Bochum und Dortmund fachübergreifend im SFB 642 zusammen.

Insgesamt sind 17 Projekte aus den Bochumer Fakultäten für Biologie, Chemie und Medizin sowie der Technischen Universität und dem Max Planck Institut für molekulare Physiologie in Dortmund am bereits 2004 gegründeten SFB 642 „GTP- und ATP-abhängige Membranprozesse“ beteiligt. Mit der nun bewilligten weiteren Förderung von 7,2 Mio. Euro wurden über die volle Laufzeit von insgesamt zwölf Jahren rund 20,3 Mio. Euro eingeworben.

Erfolg durch Zusammenarbeit

„Es ist nicht einfach gewesen, nach über acht Jahren internationaler Spitzenforschung die Grenzen noch weiter voranzutreiben“, so Sprecher Prof. Dr. Klaus Gerwert. Den Schlüssel für den Erfolg sieht er in der hervorragenden, nahtlos engen Zusammenarbeit und dem intensiven Austausch der auf ihren jeweiligen Gebieten exzellenten Teilprojektleiter. Dadurch sind allein in den letzten vier Jahren 57 gemeinsame Publikationen entstanden. Den Wissenschaftlern stehen neben strukturaufklärenden insbesondere zeitauflösende spektroskopische Methoden zur Verfügung.

Strukturbildung an der RUB

Seit seinem Bestehen hat der SFB 642 zur Strukturbildung an der RUB beigetragen. Er war Voraussetzung für die Gründung des Protein Research Departments und Wegbereiter für das Europäische Proteinforschungsinstitut PURE (Protein Research Unit Ruhr within Europe; Sprecher: Klaus Gerwert), das 2010 seine Arbeit an der RUB aufnahm. Als der SFB zusammen mit den Dortmunder Kollegen, insbesondere den Direktoren des Max-Planck-Instituts, gegründet wurde, war er Vorreiter darin, die Kooperationen der Universitäten des Ruhrgebiets zu forcieren. Nach wie vor ist die Zusammenarbeit mit den Dortmunder Kollegen ein zentraler Pfeiler des SFB und soll auch in Zukunft den Gedanken der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) stärken.

Besonderes Anliegen: Nachwuchsförderung

Ein besonderes Anliegen der Beteiligten ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, insbesondere des weiblichen. Den Doktorandeninnen und Doktoranden wird im sehr positiv bewerteten integrierten Graduiertenkolleg des SFB 642, unter enger Anleitung der Teilprojektleiter, eine fachliche und methodische Ausbildung auf höchstem wissenschaftlichem Niveau geboten. Die ergänzende „Soft Skill“-Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit der RUB Research School. 25 Doktoranden- und fünf Postdocstellen umfasst das Kolleg, dazu kommen zehn Stipendien insbesondere für ausländische Studenten. Postdoktoranden und Habilitanden profitieren ganz besonders von den hervorragenden Förder- und Forschungsbedingungen im SFB. Allein in der letzten Förderperiode sind sechs Nachwuchswissenschaftler, davon zwei weibliche, auf Professuren an anderen Universitäten berufen worden. Wichtig für ihre Karriere war, dass sie früh als Teilprojektleiter im SFB eine hohe Sichtbarkeit bekamen.

Im Fokus: Proteine als Regler

Proteine regeln sämtliche Lebensprozesse in der Natur und bestimmen unter anderem auch das Wachstum oder die Teilung der Zellen. Energielieferant für viele dieser Prozesse ist die Spaltung energiereicher chemischer Verbindungen, den Nukleotiden, einer Art zellulären Energiespeichern. Dies sind in erster Linie Adenosintriphosphat (ATP) und Guanosintriphosphat (GTP). Aufgrund ihrer Regelfunktion sind Proteine von größtem Interesse für die Wissenschaft und für die medizinische Anwendung: „Wenn man herausfindet, wie diese Proteine arbeiten, wie sie zusammenspielen und welche Prozesse sie steuern, kann man krankmachende Abläufe sehr viel früher und präziser diagnostizieren und damit personalisierter therapieren – unser großes Ziel in PURE “, so Prof. Gerwert.
Weitere Informationen

Prof. Dr. Klaus Gerwert, Sprecher des SFB 642, Lehrstuhl für Biophysik der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-24461, E-Mail: gerwert@bph.rub.de

Angeklickt

Homepage des SFB 642: http://www.sfb642.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb642.de
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Berichte zu: Biophysik Chemische Biologie Metropole Ruhr PURE Protein Proteinforschung RUB Ruhrgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausgezeichnet: „betop“ Magazin gewinnt Gold und Silber
05.08.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Bosch Global Supplier Award für Rittal
02.08.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hamburger und Kieler Forschende beobachten spontanes Auftreten von Skyrmionen in atomar dünnen Kobaltfilmen

Seit ihrer experimentellen Entdeckung sind magnetische Skyrmionen – winzige magnetische Knoten – in den Fokus der Forschung gerückt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hamburg und Kiel konnten nun zeigen, dass sich einzelne magnetische Skyrmionen mit einem Durchmesser von nur wenigen Nanometern in magnetischen Metallfilmen auch ohne ein äußeres Magnetfeld stabilisieren lassen. Über ihre Entdeckung berichten sie in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Die Existenz magnetischer Skyrmionen als teilchenartige Objekte ist bereits vor 30 Jahren von theoretischen Physikern vorhergesagt worden, konnte aber erst...

Im Focus: Hamburg and Kiel researchers observe spontaneous occurrence of skyrmions in atomically thin cobalt films

Since their experimental discovery, magnetic skyrmions - tiny magnetic knots - have moved into the focus of research. Scientists from Hamburg and Kiel have now been able to show that individual magnetic skyrmions with a diameter of only a few nanometres can be stabilised in magnetic metal films even without an external magnetic field. They report on their discovery in the journal Nature Communications.

The existence of magnetic skyrmions as particle-like objects was predicted 30 years ago by theoretical physicists, but could only be proven experimentally in...

Im Focus: Physicists create world's smallest engine

Theoretical physicists at Trinity College Dublin are among an international collaboration that has built the world's smallest engine - which, as a single calcium ion, is approximately ten billion times smaller than a car engine.

Work performed by Professor John Goold's QuSys group in Trinity's School of Physics describes the science behind this tiny motor.

Im Focus: Die verschränkte Zeit der Quantengravitation

Die Theorien der Quantenmechanik und der Gravitation sind dafür bekannt, trotz der Bemühungen unzähliger PhysikerInnen in den letzten 50 Jahren, miteinander inkompatibel zu sein. Vor kurzem ist es jedoch einem internationalen Forschungsteam von PhysikerInnen der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie der Universität Queensland (AUS) und dem Stevens Institute of Technology (USA) gelungen, wichtige Bestandteile der beiden Theorien, die den Verlauf der Zeit beschreiben, zu verbinden. Sie fanden heraus, dass die zeitliche Abfolge von Ereignissen echte Quanteneigenschaften aufweisen kann.

Der allgemeinen Relativitätstheorie zufolge verlangsamt die Anwesenheit eines schweren Körpers die Zeit. Das bedeutet, dass eine Uhr in der Nähe eines schweren...

Im Focus: Quantencomputer sollen tragbar werden

Infineon Austria forscht gemeinsam mit der Universität Innsbruck, der ETH Zürich und Interactive Fully Electrical Vehicles SRL an konkreten Fragestellungen zum kommerziellen Einsatz von Quantencomputern. Mit neuen Innovationen im Design und in der Fertigung wollen die Partner aus Hochschulen und Industrie leistbare Bauelemente für Quantencomputer entwickeln.

Ionenfallen haben sich als sehr erfolgreiche Technologie für die Kontrolle und Manipulation von Quantenteilchen erwiesen. Sie bilden heute das Herzstück der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

GAIN 2019: Das größte Netzwerktreffen deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler startet in den USA

22.08.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz auf der MS Wissenschaft

22.08.2019 | Veranstaltungen

Informatik-Tagung vom 26. bis 30. August 2019 in Aachen

21.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

5G macht die Produktion smarter

23.08.2019 | Informationstechnologie

Wärmekraftmaschinen in der Mikrowelt

23.08.2019 | Physik Astronomie

Auf dem Prüfstand: Automatisierte Induktionsthermographie zur Oberflächenrissprüfung von Schmiedeteilen

23.08.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics