Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Materialforschung mit Durchblick

14.04.2016

CENEM erhält 3,1 Mio€ Fördermittel für hochauflösendes Röntgenmikroskop

Das Center for Nanoanalysis and Electron Microscopy (CENEM) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat den Zuschlag für ein hochauflösendes Röntgenmikroskop erhalten, das den Erlanger Materialforschern ganz neue Dimensionen eröffnet.


Säule aus nanoporösem Gold, die mit dem Röntgenmikroskop untersucht wurde. Die Größe der Ligamente beträgt ca. 300 nm. Die komplexe 3D-Struktur wird aus vielen Einzelprojekt rekonstruiert.

Grafik: CENEM

Mit dem Mikroskop können die Wissenschaftler in Zukunft die 3D-Struktur komplexer Materialien auf der Submikrometerskala detailliert und zerstörungsfrei untersuchen und diese wichtige Information für die gezielte Entwicklung neuer Materialien nutzen.

So lässt sich etwa die winzige Porenstruktur von Nanoschäumen aufklären und für katalytische Anwendungen optimieren. Das Röntgenmikroskop bringt auch kleinste Hohlräume und Risse im Inneren von Werkstoffen zu Tage und ermöglicht es somit, die frühen Stadien von Materialversagen zu studieren.

Insgesamt stellte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Großgeräteinitiative „Röntgenographisches Hochdurchsatzscreening für die Materialentwicklung“ 13,4 Millionen Euro bereit, um diese neuartige Technik an leistungsstarken Standorten zu etablieren. In einem hochkompetitiven Verfahren, das von einer international besetzten Gruppe von Expertinnen und Experten begleitet wurde, wählte die DFG aus einem Feld von insgesamt 19 Anträgen am Ende 6 Anträge für die Förderung aus. Die FAU Erlangen-Nürnberg erhält für ihr erfolgreiches Projekt 3,1 Mio€.

„Die Förderung ist eine Bestätigung für die Stärke der Erlanger Materialforschung und für die gezielten Investitionen der Universität in den Bereich modernster Materialanalytik“, betont Prof. Dr. Erdmann Spiecker, Inhaber des Lehrstuhls für Mikro- und Nanostrukturforschung, der den Antrag für das CENEM gestellt hat.

„Zusammen mit den anderen herausragenden Mikroskopen des CENEM ergibt sich die Möglichkeit einer skalenübergreifenden Materialcharakterisierung, die in dieser Form deutschlandweit wohl einmalig ist.“ Hiervon wird insbesondere die Forschung an hierarchischen Strukturen, ein Schwerpunkt der Erlanger Materialforschung und des Exzellenzclusters „Engineering of Advanced Materials“, profitieren. Dabei kommt dem Zusammenspiel von skalenübergreifender Charakterisierung und Modellierung eine herausragende Bedeutung zu.

Auch das Erlanger DFG-Graduiertenkolleg GRK 1896 „In situ Mikroskopie mit Elektronen, Röntgenstrahlen und Rastersonden“, in dem mehr als 20 Doktorandinnen und Doktoranden an modernen Verfahren der Materialprüfung und -charakterisierung auf kleinen Längenskalen forschen, wird stark von dem neuen Röntgenmikroskop profitieren. So ist das Gerät mit einer mikromechanischen Prüfeinheit ausgestattet, die es ermöglicht, mikroskopische Proben gezielt zu verformen und dabei tomografisch zu untersuchen. „Hierdurch erwarten wir, Informationen über Verformungsmechanismen im Inneren der Proben zu erhalten, die bisher nicht zugänglich waren“, erklärt Prof. Spiecker.

Mit dem neuen Gerät soll darüber hinaus die Zusammenarbeit mit dem Entwicklungszentrum für Röntgentechnik (EZRT) des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) intensiviert und auf eine langfristige Basis gestellt werden.

Das EZRT entwickelt im Forschungsfeld der Zerstörungsfreien Prüfung effiziente Methoden und Systeme im Bereich der Röntgen- sowie optischen Prüftechnologien, die es ermöglichen, Werkstoffe zu charakterisieren und Bauteile zu prüfen, ohne sie in ihrer Funktion zu beeinträchtigen. In den geplanten gemeinsamen Forschungsarbeiten des CENEM und der Erlanger Materialforschung mit dem EZRT sollen die vielfältigen Synergien genutzt werden, die sich durch die unterschiedlichen Expertisen und experimentellen Möglichkeiten, aber auch durch das Zusammenspiel von Grundlagen- und angewandter Forschung ergeben.

Ansprechpartner für Medien:
Prof. Dr. Erdmann Spiecker
Tel.: 09131/85-28603
erdmann.spiecker@fau.de
http://cenem.fau.de/

Dr. Susanne Langer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Europa-Preis: DFG zeichnet ausgewählte „Jugend forscht“-Sieger aus
22.05.2019 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht DFG fördert 13 neue Graduiertenkollegs
13.05.2019 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Impfen über die Haut – Gezielter Wirkstofftransport mit Hilfe von Nanopartikeln

Forschenden am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam ist es gelungen Nanopartikel so weiterzuentwickeln, dass sie von speziellen Zellen der menschlichen Haut aufgenommen werden können. Diese sogenannten Langerhans Zellen koordinieren die Immunantwort und alarmieren den Körper, wenn Erreger oder Tumore im Organismus auftreten. Mit dieser neuen Technologieplattform könnten nun gezielt Wirkstoffe, zum Beispiel Impfstoffe oder Medikamente, in Langerhans Zellen eingebracht werden, um eine kontrollierte Immunantwort zu erreichen.

Die Haut ist ein besonders attraktiver Ort für die Applikation vieler Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen. Die geeigneten Zielzellen liegen in der...

Im Focus: Chaperone halten das Tumorsuppressor-Protein p53 in Schach: Komplexer Regelkreis schützt vor Krebs

Über Leben und Tod einer Zelle entscheidet das Anti-Tumor-Protein p53: Erkennt es Schäden im Erbgut, treibt es die Zelle in den Selbstmord. Eine neue Forschungsarbeit an der Technischen Universität München (TUM) zeigt, dass diese körpereigene Krebsabwehr nur funktioniert, wenn bestimmte Proteine, die Chaperone, dies zulassen.

Eine Krebstherapie ohne Nebenwirkungen, die gezielt nur Tumorzellen angreift – noch können Ärzte und Patienten davon nur träumen. Dabei hat die Natur ein...

Im Focus: Wasserstoff – Energieträger der Zukunft?

Fraunhofer-Allianz Energie auf Berliner Energietagen

Im Pariser Klimaabkommen beschloss die Weltgemeinschaft, dass die weltweite Wirtschaft zwischen 2050 und 2100 treibhausgasneutral werden soll. Um die...

Im Focus: Quanten-Cloud-Computing mit Selbstcheck

Mit einem Quanten-Coprozessor in der Cloud stoßen Innsbrucker Physiker die Tür zur Simulation von bisher kaum lösbaren Fragestellungen in der Chemie, Materialforschung oder Hochenergiephysik weit auf. Die Forschungsgruppen um Rainer Blatt und Peter Zoller berichten in der Fachzeitschrift Nature, wie sie Phänomene der Teilchenphysik auf 20 Quantenbits simuliert haben und wie der Quantensimulator das Ergebnis erstmals selbständig überprüft hat.

Aktuell beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit der Frage, wie die „Quantenüberlegenheit“ auf heute schon verfügbarer Hardware genutzt werden kann.

Im Focus: Self-repairing batteries

UTokyo engineers develop a way to create high-capacity long-life batteries

Engineers at the University of Tokyo continually pioneer new ways to improve battery technology. Professor Atsuo Yamada and his team recently developed a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kindermediziner tagen in Leipzig

22.05.2019 | Veranstaltungen

Jubiläumskongress zur Radiologie der Zukunft

22.05.2019 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2019: „Diabetes – Nicht nur eine Typ-Frage“

21.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kindermediziner tagen in Leipzig

22.05.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Jubiläumskongress zur Radiologie der Zukunft

22.05.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Europa-Preis: DFG zeichnet ausgewählte „Jugend forscht“-Sieger aus

22.05.2019 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics