Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MAI CaFeE: Eine Carbonfaser für thermoplastische Anwendungen

23.07.2015

BMBF fördert mit einer Million Euro die Entwicklung einer speziellen Carbonfaser mit deutlich verbesserten Dehnungseigenschaften. / Die federführende SGL Group kooperiert mit Materialwissenschaftlern der Universität Augsburg und der BMW Group.

Thermoplastische Faserverbundwerkstoffe bieten als neuartige Materialklasse viele neue Möglichkeiten der Anwendung und Verarbeitung von Carbonfaser-Materialien. Sie ermöglichen unter anderem kürzere Zykluszeiten, Verschweißbarkeit, Reparaturfähigkeit oder Wiederverwertung und schaffen damit Kosten- und Verarbeitungsvorteile.


Ziel des München/Augsburg/Ingolstadt-Spitzenclusters MAI Carbon ist es, CFK flächendeckend in den Branchen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Maschinen- und Anlagenbau zu etablieren.

Im Rahmen des Verbundprojekts MAI CaFeE (Carbon Fiber with enhanced Elongation) fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund einer Million Euro die Entwicklung solcher für thermoplastische Anwendungen maßgeschneiderten Carbonfasern. Federführend ist die SGL Group, als Partner beteiligt sind der Lehrstuhl für Experimentalphysik II der Universität Augsburg und die BMW Group.

Bereits vor drei Monaten haben die MAI CaFeE-Partner die Arbeit an ihrem Forschungsvorhaben aufgenommen, dessen konkretes Ziel die Entwicklung einer Carbonfaser mit einer deutlich erhöhten Dehnung und einer optimal an das bereits entwickelte Schlichte-System angepassten Oberflächenstruktur ist.

Von MAI Polymer zu MAI CaFeE

Die Anbindung der Carbonfaser an die Matrix - das ist das Material, in das sie eingebettet ist -, erfolgt über eine sogenannte Schlichte. Dieser Grenzbereich ist entscheidend für die mechanischen Eigenschaften sowie für die chemische und thermische Beständigkeit eines Faserverbundes.

Was optimierende Modifikationen der Schlichte betrifft, kann MAI CaFeE an bereits vorliegende Ergebnisse des seit Herbst 2013 unter Leitung des Augsburger Lehrstuhls für Experimentalphysik II geleitete und mit 2,3 Millionen ebenfalls vom BMBF geförderte MAI Carbon Spitzencluster-Projekt MAI Polymer anknüpfen und aufbauen.

„Im Rahmen von MAI CaFeE werden wir an der Universität Augsburg die Fasern, die von den Kolleginnen und Kollegen bei SGL Carbon entwickelt werden, begleitend auf ihre Struktur und ihre Eigenschaften hin analysieren“, so Prof. Dr. Siegfried Horn, Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Experimentalphysik II. Bei der BMW Group, dem Dritten im MAI CaFeE-Bunde, werden die neu entwickelten Fasern dann unter dem Gesichtspunkt ihre Einsatzmöglichkeiten in Bauteilen getestet werden.

Das Spitzencluster MAI Carbon (München Augsburg, Ingolstadt)

MAI CaFeE ist wie MAI Polymer ein Teilprojekt des Spitzenclusters MAI Carbon (München, Augsburg, Ingolstadt), eines von fünfzehn Technologienetzwerken, die sich beim BMBF-Spitzencluster-Wettbewerb durchgesetzt haben und unter dem Motto „Mehr Innovation. Mehr Wachstum. Mehr Beschäftigung“ mit insgesamt 600 Millionen Euro gefördert werden.

MAI Carbon ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie unterstützender Organisationen, die in der Region München-Augsburg-Ingolstadt auf dem Technologiefeld der carbonfaserverstärkten Kunststoffe (CFK oder Carbon) agieren.

Die Mitglieder stammen aus sämtlichen Branchen, in denen Hochleistungsfaserverbundwerkstoffe Anwendung finden. Im Mittelpunkt stehen die Anwenderbranchen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Maschinen- und Anlagenbau. In diesen Branchen - so die Vision - soll CFK flächendeckend etabliert werden, um dadurch den Wirtschaftsstandort Deutschland für die Zukunft zu stärken und einen wertvollen Beitrag zur Ressourceneffizienz zu leisten.


Ansprechpartner an der Universität Augsburg:

Prof. Dr. Siegfried Horn
Lehrstuhl für Experimentalphysik II
Telefon 0821/598-3438
siegfried.horn@physik.uni-augsburg.de

Weitere Informationen:

http://www.mai-carbon.de
http://idw-online.de/de/news549788
http://www.sglgroup.com

Klaus P. Prem | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Weniger Tierversuche absehbar: Multiorgan-Chip ausgezeichnet
18.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Ein Roboter, der Schienenbrüche erkennt: Auszeichnung für Projekt „Railcheck“
12.10.2018 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Hansdampf im Katalyselabor: LIKAT-Chemiker vereinfachen die Amin-Synthese

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weniger Pestizide, mehr Bildung: 9-Punkte-Plan gegen das Insektensterben

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics