Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leibniz-Preis für Ägyptologen der Universität Heidelberg

08.12.2010
Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack erhält Forschungspreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack, Direktor des Ägyptologischen Instituts der Universität Heidelberg, erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2011 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Heidelberger Wissenschaftler wird als einer der „international bedeutendsten deutschen Ägyptologen“ ausgezeichnet, wie die DFG mitgeteilt hat.

Die Auszeichnung – der bedeutendste Forschungspreis in Deutschland – ist mit einem Preisgeld von 2,5 Millionen Euro verbunden. Die Mittel kann Prof. Quack für künftige Forschungsaktivitäten einsetzen. Der Preisträger will damit nicht nur seine Arbeiten auf dem Gebiet der späten ägyptischen Papyri intensivieren, sondern auch gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem Bereich ausbilden. „Ich empfinde die Preisverleihung als große Ehre“, betonte Prof. Quack. „Sie ist für mich auch ein Ansporn, mit voller Energie meine derzeit laufenden Projekte einer abschließenden Publikation zuzuführen.“

Zur Verleihung des „Förderpreises im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm“ an Joachim Friedrich Quack schreibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft: „In allen Entwicklungs- und Sprachformen des Ägyptischen gleichermaßen souverän beheimatet, widmet er sich vor allem der späteren Ägyptologie und hier besonders der griechisch-römischen Zeit. Diese wurde in der traditionellen Ägyptologie lange eher stiefmütterlich behandelt und konnte so weder ihren eigenen Reichtum noch ihre Bedeutung für die anderen klassischen Altertumswissenschaften entfalten.“ Es sei Prof. Quacks Verdienst, damit eine ganze Epoche der ägyptischen Kulturgeschichte in ihrer faszinierenden Eigenheit und historischen Bedeutung erschlossen und zugänglich gemacht zu haben. Fundamental seien auch seine Forschungen zur Rekonstruktion des „Buches vom Tempel“, eines der wichtigsten Dokumente der ägyptischen Religionsgeschichte. Ausgehend von nur zwei Papyri konnte der Heidelberger Wissenschaftler Dutzende über die ganze Welt verstreute Handschriften ausfindig machen und zusammenführen. Derzeit arbeitet er an einer kommentierten Edition des Textes.

Joachim Friedrich Quack (Jahrgang 1966) studierte Ägyptologie, Semitistik und Biblische Archäologie an der Universität Tübingen; ein Auslandsaufenthalt führte ihn 1988/1989 nach Paris. Nach Abschluss seines Magisterstudiums begann er 1991 mit Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes die Arbeit an seiner Dissertation und nahm zugleich ein Zweitstudium der Altorientalistik sowie der Vor- und Frühgeschichte auf. Der Promotion 1993 und Lehrtätigkeit in Tübingen folgte ein Ausbildungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das Joachim Friedrich Quack 1995/1996 nach Kopenhagen führte. Dort arbeitete er ein Jahr als Mitarbeiter des International Committee for Publishing the Carlsberg Papyri. 1996/1997 erhielt er ein DFG-Forschungsstipendium zur Rekonstruktion des „Buches vom Tempel“. An der Freien Universität Berlin war er von 1997 bis 2002 als wissenschaftlicher Angestellter am Ägyptologischen Seminar tätig. Dort konnte er 2003 seine Habilitation „Beiträge zu den ägyptischen Dekanen und ihrer Rezeption in der griechisch-römischen Welt“ abschließen und erhielt im Anschluss daran ein Heisenberg-Stipendium der DFG. Im Jahr 2005 wurde Joachim Friedrich Quack als Nachfolger von Jan Assmann an das Ägyptologische Institut der Ruperto Carola berufen. Seit 2009 ist Prof. Quack ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Zu den Arbeitsschwerpunkten von Prof. Quack gehören Sprache, Literatur und Religion des Alten Ägypten, wobei ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit auf der Erschließung bislang unpublizierter Texte aus den Archiven ägyptischer Tempel der Römerzeit liegt. Im Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“ koordiniert der Wissenschaftler das Forschungsprojekt „Medizinische Systeme im Wandel: der Fall Alter Orient“ in Zusammenarbeit mit dem Altorientalisten Prof. Dr. Stefan M. Maul. Die Forscher gehen hier der Frage nach, inwieweit die gesellschaftliche Stellung verschiedener Medizinalsysteme über die therapeutische Wirksamkeit hinaus durch politisch-ökonomische Faktoren beeinflusst wird. Im ersten Stadium der Arbeit wird dabei die Ersterschließung bislang nicht veröffentlichter oder unzureichend vorgelegter Quellen in den Mittelpunkt gestellt. Prof. Quack leitet außerdem gemeinsam mit dem Althistoriker Prof. Dr. Christian Witschel das Cluster-Projekt „Orientalische Kulte“, in dem es um religiöse Austauschprozesse sowie die Ausbreitung von Kulten im Römischen Reich geht. Am Sonderforschungsbereich „Ritualdynamik“ ist er Leiter des Projekts „Die Variation der Tradition“. Das Vorhaben widmet sich der Frage, inwieweit ägyptische Ritualtexte im Verlauf einer oft jahrtausendelangen Tradierung substantiellen Veränderungen ausgesetzt sind und wie sie auch in speziellen Niederschriften im Tempel bewusst angepasst wurden.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen. Für das Jahr 2011 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler als Preisträger benannt; Prof. Quack ist der einzige aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Preisverleihung findet im März kommenden Jahres in Berlin statt.

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack
Ägyptologisches Institut
Telefon (06221) 54-2532
joachim_friedrich.quack@urz.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Weltweit einzigartige Femtosekundenlaseranlage eingeweiht
21.06.2018 | Hochschule RheinMain

nachricht Stahl-Innovationspreis 2018: Mikro-Dampfturbine ausgezeichnet
21.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics