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Leibniz-Gemeinschaft ehrt Dagmar Schipanski mit dem Hans-Olaf-Henkel-Preis 2011

11.11.2011
Der „Hans-Olaf-Henkel-Preis – Preis für Wissenschaftspolitik“ geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Dagmar Schipanski. Die ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftsrats und Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst wird besonders für ihre Verdienste um die Integration der außeruniversitären Forschungsinstitute der DDR in das gesamtdeutsche Wissenschaftssystem geehrt.

Der „Hans-Olaf-Henkel-Preis – Preis für Wissenschaftspolitik“ 2011 geht an Prof. Dr. Dagmar Schipanski. Die ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftsrats (1996 bis 1998) und Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst (1999 bis 2004) wird für ihre Verdienste um die Integration der außeruniversitären Forschungsinstitute der DDR in das gesamtdeutsche Wissenschaftssystem ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird im Rahmen der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft am 24. November 2011 in Frankfurt am Main verliehen.

Eine Jury aus Wissenschaftlern und Vertretern des öffentlichen Lebens unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Joachim Treusch (Präsident der Jacobs University Bremen) wählte Schipanski aus sechs nominierten Kandidatinnen und Kandidaten aus. Die Jury würdigte Schipanskis Rolle als maßgebliche Akteurin im Prozess der Restrukturierung der Wissenschaft in Ostdeutschland und der Vereinigung zu einem gesamtdeutschen Wissenschaftssystem.

Schipanski habe nach der Evaluierung der Institute der ehemaligen Akademien der Wissenschaft der DDR durch den Wissenschaftsrat sowie der Aufnahme der als leistungsfähig und förderwürdig erachteten Einrichtungen in die damalige Blaue Liste, der heutigen Leibniz-Gemeinschaft, in der Phase der Konsolidierung und Etablierung der wieder vereinigten Wissenschaftslandschaft ab Mitte der 1990er Jahre die maßgebliche Rolle gespielt, so die Jury.

Dagmar Schipanski habe dabei als in der DDR sozialisierte Wissenschaftlerin sehr bestimmt die Meinung vertreten, dass auch bei der Förderung ehemaliger DDR-Institute strenge wissenschaftliche Exzellenzmaßstäbe anzulegen seien. Schipanski plädierte daher in kritischen Fällen für die Schließung nicht leistungsfähiger bzw. wenig zukunftsweisend arbeitender Institute und setzte eher auf klar strukturierte Neugründungen als auf langwierige Umstrukturierungsprozesse.

Als Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Freistaats Thüringen habe Schipanski die Obhut über die außeruniversitären Institute und die Hochschulen des Freistaats genutzt, um eine äußerst erfolgreiche regionale Wissenschaftslandschaft zu gestalten. In ihre Amtszeit fällt die Neuaufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut in Jena im Jahr 2003 ebenso wie die Neuausrichtung des Instituts für Molekulare Biotechnologie zum heutigen Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut in Jena. Es wurde in der Folge zum ersten außeruniversitären Forschungsinstitut in Deutschland, das sich speziell mit den Mechanismen der Alterung und altersbedingter Krankheiten beschäftigt.

Ergänzend würdigte die Jury, dass Schipanski wie nur wenige Wissenschaftler und noch weniger Wissenschaftlerinnen auch übergreifend politisch sichtbar und wirksam war; sei es als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten 1999 oder als Präsidentin des Thüringer Landtages von 2004 bis 2009.

Leibniz-Präsident Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer würdigte die Preisträgerin: „Die Integration der ostdeutschen Wissenschaft in die gesamtdeutsche Forschungslandschaft ist eine der großen Erfolgsgeschichten der deutschen Wiedervereinigung und eine Sternstunde der Wissenschaftspolitik. Dagmar Schipanski hat nach der Wiedervereinigung entscheidend daran mitgewirkt, dass die Kriterien wissenschaftlicher Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit auch politisch entscheidungserheblich wurden. Sie hat damit einen Grundstein für das heutige Renommee der Leibniz-Gemeinschaft gelegt“, so Mayer.

Der Hans-Olaf-Henkel-Preis – Preis für Wissenschaftspolitik
In Erinnerung an die Amtszeit von Hans-Olaf Henkel als Präsident der Leibniz-Gemeinschaft von 2001 bis 2005 und in Würdigung seines Engagements für die deutsche Wissenschaftspolitik trägt der Preis den Namen „Hans-Olaf-Henkel-Preis – Preis für Wissenschaftspolitik“. Henkel war Senator der Max-Planck-Gesellschaft (1990 bis 2005), der Helmholtz-Gemeinschaft (2001 bis 2005) und der Leibniz-Gemeinschaft (1998-2001) sowie im Vorstand des Stifterverbands tätig (1987 bis 2000).

Vorschlagsberechtigt für den Preis sind die in der Allianz vertretenen Wissenschaftsorganisationen, die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“, die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die wissenschaftlichen Leiterinnen und Leiter der Leibniz-Institute und ggf. weitere Mitglieder der Sektionen, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Wissenschaftsministerien der Länder. Der Preis wird im Zwei-Jahres-Turnus vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert.

Bisherige Preisträger waren 2007 Prof. Dr. Benno Parthier, ehemaliger Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, und 2009 Prof. Dr. Wolfgang Frühwald, ehemaliger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH).

Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
Josef Zens
Tel. +49 (0) 30 / 20 60 49-42
Mobil: 0173 / 5 13 56 69
zens@leibniz-gemeinschaft.de
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
Die Leibniz-Gemeinschaft
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 87 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, und Sozialwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Forschung, wissenschaftlicher Infrastrukturen und forschungsbasierter Dienstleistungen. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie pflegt intensive Kooperationen mit den Hochschulen, u.a. über gemeinsame Wissenschaftscampi, und mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Ihre Einrichtungen unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und externalisierten Begutachtungsverfahren. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung. Daher fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 16.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 7.800 Wissenschaftler, davon wiederum 3.300 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,4 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 330 Mio. Euro pro Jahr.

Christoph Herbort-von Loeper | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

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