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Landesfinale „Jugend forscht“ zum 33. Mal an der TU Clausthal ausgetragen

14.03.2013
Drei Lokalmatadoren aus dem Landkreis Goslar zählen zu den Niedersachsen-Siegern im Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“.

Zum Abschluss des Landesfinals, das zum 33. Mal in der Aula der TU Clausthal ausgetragen wurde, nahm das Team Robert Warneke, Philipp Moritz und Barnabas Irmer überglücklich den ersten Preis in der Kategorie Biologie in Empfang.

Auf der gut organisierten Veranstaltung in Clausthal hatten 60 Jugendliche ihre 34 Projekte zunächst einer Jury und später der Öffentlichkeit präsentiert. Die besten Arbeiten in diesem bekanntesten Schülerwettbewerb Deutschlands wurden am Mittwochnachmittag während einer Feierstunde mit 200 Gästen ausgezeichnet. Für den Landessieg, vergeben in acht Kategorien, gab es ein Preisgeld von jeweils 250 Euro. Alle Erstplatzierten nehmen zudem am Bundesfinale Ende Mai in Leverkusen teil.

Wie zuverlässig sind Zeugenaussagen? Wie lassen sich Arzneimittelrückstände im Abwasser verringern? Wie muss ein Rollator nachgerüstet werden, damit die Gehhilfe auch spezielle Bodenhindernisse passieren kann? Die Themen, mit denen sich die Teilnehmer beschäftigt haben, zeigten viel Bezug zum Alltag und zu aktuellen Problemen. „Es ist oft zu beobachten, dass unsere Jungforscherinnen und -forscher bei ihren Ansätzen ausgetretene Pfade verlassen und querdenken“, freute sich Landeswettbewerbsleiter Thomas Biedermann über viel Kreativität.

Dies gilt auch für das Projekt der drei Schüler aus Goslar vom Christian-von-Dohm-Gymnasium. Ihre Überlegung: Gerade in der Winterzeit ist die Angst vor Krankheitserregern groß. Wer fasst da beispielsweise gerne auf die Türklinken in öffentlichen Toiletten? Also entwickelte das Trio einen Kunststoff, der schädliche Bakterien und Pilze abtötet und noch dazu günstig und leicht zu verarbeiten ist. Eingesetzt als Türklinke oder Armatur, etwa im Krankenhaus, ließen sich damit Mikroorganismen beseitigen, die Infekte übertragen. Um Oberflächen zeitweise steril zu halten, würden bisher teure Beschichtungen aus Nanopartikeln genutzt.

Ihre Herangehensweise haben die Goslarer nachvollziehbar begründet: Zunächst testeten sie verschiedene Wirkstoffe auf ihre Letalität gegenüber Keimen. Dabei erwiesen sich die organischen Stoffe Allicin, das in Knoblauch vorkommt, und Propolis, auch Bienenkittharz genannt, sowie anorganische Kupfer-Ionen als sehr wirkungsvoll. Die drei Stoffe haben die Tüftler anschließend in den Kunststoff Polyethylenharz eingefügt. „Tests haben ergeben: Auf der Oberfläche des behandelten Kunststoffs sind Bakterien und Pilze schon nach wenigen Minuten abgestorben“, sagte Robert Warneke. Auch bei Langzeitversuchen über vier Monate blieb die Wirkung erhalten.

Motiviert von ihrer erfolgreichen Projektidee wollen die drei Jungforscher auch nach dem Abitur dem Gebiet Naturwissenschaft und Technik verbunden bleiben. „Ich möchte Materialwissenschaft an der TU Clausthal studieren“, so Philipp Moritz. Barnabas Irmer plant nach der Schule ein Praktikum beim Chemie-Unternehmen Chemetall in Langelsheim. „Und ich gehe im Sommer für ein halbes Jahr nach Australien und möchte danach studieren, etwas Naturwissenschaftlich-Technisches“, berichtete Robert Warneke. Zunächst bereiten sich die Drei aber auf das Abitur und das Bundesfinale von „Jugend forscht“ vor.

Landessieger 2013 in den einzelnen Fachgebieten

Arbeitswelt: Svea Marie Meyer (16 Jahre/aus Hildesheim); Thema: Wie zuverlässig sind Zeugenaussagen?
Biologie: Robert Warneke (17), Philipp Moritz (17), Barnabas Irmer (18/alle Goslar); Funktionelle Kunststoffe als sterile Oberfläche.
Chemie: Sebastian Oehm (15), Leo Hebbelmann (16/beide Meppen); Sorptionsfähigkeit von Kollagen in Bezug auf Medikamentenrückstände.
Geo- und Raumwissenschaften: Jan Oliver Kahl (18), Marvin Ruder (14/Stade); Beobachtungen der Urknalldynamik mit Kleinteleskopen.
Mathematik/Informatik: Hannes Riechert (18), Jann Horn (17/beide Oldenburg), Untersuchung und Kontrolle von chaotischem Verhalten am Doppelpendel.
Physik: Daniel Pflüger (18/Lüneburg); Vermessung von Wasserwellen.
Technik: Börge Scheel (14), Simon Tümmler (15), Leonhard Kuboschek (16/alle Braunschweig); Entwicklung eines autonomen Quadrocopters.

Bestes interdisziplinäres Projekt: Inken Wittich (19), Alexander Zimmermann (18/beide Braunschweig); „Ausschlag“ an der Schlossfassade?!

Alle Landessieger sind qualifiziert für das Bundesfinale vom 30. Mai bis 2. Juni in Leverkusen.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.jufo.tu-clausthal.de/
http://www.tu-clausthal.de

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