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Krebse rudern zum Erfolg - BRIESE-Preis für Meeresforschung 2012 geht an Senckenbergerin

14.01.2013
Heute erhält die ehemalige Senckenbergerin Dr. Lena Menzel für ihre herausragende Dissertation in Warnemünde den BRIESE-Preis für Meeresforschung. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit der Vielfalt und der Verteilung von Ruderfußkrebsen in der Tiefsee.

Rund 65 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser mit Tiefen über 200 Metern bedeckt. Doch selbst die Rückseite des Mondes ist gründlicher erforscht als die dunklen Weiten unter der Meeresoberfläche. Jede neue Probe aus der Tiefsee bringt Arten ans Licht, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Dr. Lena Menzel hat im Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) bei Senckenberg am Meer im Rahmen ihrer Dissertation erstmals weiträumige geographische Verbreitungsmuster von Tiefsee-Meiofauna – bodenlebende, zwischen 0,3 bis 1 mm große Organismen – untersucht. Heute wird sie mit dem BRIESE-Preis für Meeresforschung am Institut für Ostseeforschung in Warnemünde ausgezeichnet und stellt ihre prämierte Arbeit in einem öffentlichen Vortrag vor.

Über 4.000 Ruderfußkrebse hat Menzel im Rahmen ihrer Dissertation „Argestidae Por, 1986 (Copepoda, Harpacticoida) in der Tiefsee – Systematik und geographische Verbreitung“ untersucht. Sechs ausgewählte Arten wurden von ihr aus dem Probenmaterial von 20 Expeditionen neu beschrieben.
Ruderfußkrebse sind die zweithäufigste Meiofauna-Gruppe nach Nematoden und daher ein sehr wichtiges Element der marinen Nahrungskette.
„Die von mir untersuchte Gruppe der Ruderfußkrebse, die Argestidae, eignen sich aufgrund ihrer Häufigkeit, ihrer hohen Artenvielfalt und weltweiten Verbreitung hervorragend für Untersuchungen zur Verwandtschaft von Arten und zur geographischen Verbreitung der Tiere in der Tiefsee“, erklärt Menzel, die inzwischen am Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven arbeitet.

Aus den von der Meeresbiologin erfassten Verteilungsmustern der einzelnen Arten im Nord- und Südatlantik, dem antarktischen Ozean, dem südlichen indischen Ozean, dem zentralen Pazifik, und dem östlichen Mittelmeer ergibt sich eine sehr ausgedehnte, vermutlich sogar weltweite Verbreitung vieler Ruderfußkrebs-Arten. Geologische Strukturen, wie beispielsweise unterseeische Bergketten, scheinen die Ausbreitung von meiobenthonischen Tiefsee-Organismen demnach nicht zu verhindern.

Der mit insgesamt 5.000 EUR dotierte BRIESE-Preis für Meeresforschung wird durch die Reederei Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG (Leer/Ostfriesland) gestiftet. Mit dem Preis, der seit 2010 jährlich vergeben wird, sollen herausragende Promotionen der Meeresforschung prämiert werden, deren Ergebnisse in besonders engem Zusammenhang mit dem Einsatz von Forschungsschiffen und der Verwendung und Entwicklung von Technik und/oder der Datenerhebung auf See stehen. Ein vorrangiges Kriterium bei der Vergabe ist ein besonders enger Zusammenhang der Arbeit mit dem Einsatz von Forschungsschiffen und der Verwendung und Entwicklung von Technik und/oder der Datenerhebung auf See.
Kontakt
Dr. Lena Menzel
Integrative Ökophysiologie
Alfred Wegener Institut für Polar – und Meeresforschung
Tel. 0471-4831-2011
Lena.Menzel@awi.de www.senckenberg.de/lmenzel

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
judith.joerdens@senckenberg.de
Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt.

Judith Jördens | idw
Weitere Informationen:
http://www.senckenberg.de

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