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Klimafreundliche Energie aus Abwärme

20.12.2019

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) verleiht ihren Technologietransferpreis an das Start-up Orcan Energy, den Lehrstuhl für Energiesysteme der Technischen Universität München (TUM) und das Team Patente und Lizenzen der TUM. Sie zeichnet damit die erfolgreiche Erforschung, Patentierung und Produkteinführung einer Technologie aus, mit der Abwärme in Strom umgewandelt werden kann.

Jeden Tag gehen enorme Mengen an Energie in der Industrie und im Verkehr ungenutzt verloren. In der Produktion und an Motoren entsteht Abwärme. Um diese zu verwerten, entwickelte ein Team am Lehrstuhl für Energiesysteme der TUM eine neue Technologie, die zur Stromerzeugung in Fabriken, Blockheizkraftwerken, Schiffen und vielen weiteren Industrieprozessen eingesetzt werden kann.


Das einfach zu installierende Gerät funktioniert wie ein Dampfkraftwerk, nur dass zum Antrieb der Turbinen eine organische Flüssigkeit statt Wasser eingesetzt wird, die schon bei niedrigen Temperaturen verdampft.

Dieses Prinzip, Organic Rankine Cycle (ORC) genannt, nutzt das Team für eine Technologie, die kleine Mengen an Abwärme effizient nutzbar macht und ohne großen Aufwand betrieben werden kann.

Mehr als 100 Patente

Das Team Patente und Lizenzen im Hochschulreferat Forschungsförderung und Technologietransfer (ForTe) meldete für die TUM mit Unterstützung der Bayerischen Patentallianz die ersten Erfindungen zum Patent an. 2008 gründeten Richard Aumann, Dr. Andreas Sichert und Dr. Andreas Schuster Orcan Energy und erwarben die Patente.

Inzwischen halten sie mehr als 100 Patente und haben aus dem Start-up ein Unternehmen mit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. Orcan Energy hat weltweit bereits mehr als 200 Anlagen verkauft, die insgesamt rund 30 Gigawattstunden Strom produziert haben, ohne CO2 zu freizusetzen. Damit gilt das Unternehmen als weltweit führender Anbieter von ORC-Energietechnologie.

Der DPG-Technologietransferpreis wird am 31. März 2020 auf der Jahrestagung der Deutschen Physikalische Gesellschaft in Bonn überreicht. Die TUM hat die Gründer 2016 mit ihrem Presidential Entrepreneurship Award ausgezeichnet.

Mehr Informationen:
Die TUM meldet jedes Jahr rund 70 Erfindungen ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Patent an. TUM ForTe Patente & Lizenzen berät und unterstützt bei der Sicherung geistigen Eigentums und bei der Verwertung von Patenten. Teams, die neue Technologien auf den Markt bringen wollen, fördern TUM und UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung, mit Programmen für jede Phase einer Unternehmensgründung. Bis zu 30 Teams gleichzeitig können Büros im TUM Incubator nutzen, um sich auf den Start ihres Unternehmens vorzubereiten. UnternehmerTUM investiert mit dem eigenen Venture Capital Fonds UVC in vielversprechende Technologieunternehmen und bietet mit dem MakerSpace und der Bio.Kitchen eine 1.500 Quadratmeter große Hightech-Werkstatt für den Prototypenbau und ein Biotechnologielabor. Jedes Jahr werden an der TUM mehr als 70 Technologieunternehmen gegründet.

Weitere Informationen:

https://www.tum.de/nc/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/35154/ Gründungsförderung an der TUM

Dr. Ulrich Marsch | Technische Universität München

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