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In einer Reihe mit Amundsen und Hillary

09.07.2014

Eine Expedition von Marburger und internationalen Forschern nach Ost-Timor (Südostasien) wird mit der Flagge des „Explorers Club“ ausgezeichnet. Expeditionspartner Sven Mecke trägt die Flagge Mitte Juli, wenn er zusammen mit Studierenden die kaum bekannte Amphibien- und Reptilienfauna des schwer zugänglichen Landes erforscht.

Der Zoologe Sven Mecke führt jährlich mit internationalen Kooperationspartnern und Studierenden aus Marburg Expeditionen nach Ost-Timor durch, um bislang unentdeckte Frosch-, Echsen- oder Schlangenarten zu identifizieren und zu dokumentieren.


Sven Mecke mit einer neu entdeckten Waranart

(Foto: Caitlin Sanchez)

„In diesem Jahr ist uns die große Ehre zu Teil geworden, die ‚Explorers Clubflagge‘ der gleichnamigen internationalen Gesellschaft in New York tragen zu dürfen“, erklärt Mecke, der in der Arbeitsgruppe Spezielle Zoologie (Evolution und Systematik der Tiere) an der Philipps-Universität Marburg tätig ist. Seit den ersten Arktisexpeditionen der Gründer des Explorers Club tragen Forscher aus aller Welt die Clubflagge als Symbol für wissenschaftlichen Entdeckergeist in die entlegensten Winkel der Erde

. Von Mitte Juli bis Mitte August bereist Mecke mit dem Team unter anderem die dem Osten Timors vorgelagerte, unbewohnte Insel Jaco und die Mount Paitxau Range, eine bis zu 925 Meter hohe Kalksteinformation. Der Zweck der Reise ist es, unbekannte Amphibien- und Reptilienarten aufzuspüren.

Mecke und das Team haben bisher mehr als 25 neue Amphibien- und Reptilienarten entdeckt. Außerdem ist es den Forschern gelungen, erstmals Arten nachzuweisen, die schon von benachbarten Inseln bekannt waren. Das übergeordnete Ziel des Forschungsprojektes besteht in der Identifikation und Dokumentation der kaum bekannten Herpetofauna, also der Gesamtheit der Amphibien und Reptilien Ost-Timors.

„Die flächendeckende Forschungsarbeit ermöglicht den Erhalt und Schutz der Arten, sobald deren Systematik und Lebensweise hinreichend bekannt sind“, erläutert Mecke. Internationale Verständigung und interkulturelle Bildungsarbeit gehören zu den weiteren Zielen der Expedition. An der Sammelreise wirken neben den europäischen und amerikanischen Teilnehmern auch Studierende aus Ost-Timor mit. Das Team bindet außerdem die lokale Bevölkerung in die Sammelarbeiten ein.

1904 wurde „The Explorers Club“ in New York als exklusiver Privatclub gegründet. Ziel war stets die Unterstützung wissenschaftlicher Erforschung von Land, Meer, Atmosphäre und Weltall. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen: Roald Amundsen, der 1911 den Südpol erreichte; Sir Edmund Hillary, der als Erster 1953 den Mount Everest bestieg; Jacques Piccard, der 1960 einen Tiefenrekord aufstellte, als er in einer Titan-Tauchkugel sieben Meilen unter den Meeresspiegel tauchte, sowie Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch den Mond betrat. 3.000 Wissenschaftler aus 60 Ländern – Astronomen, Raumfahrer, Ozeanografen – zählen heute zu den Mitgliedern.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Sven Mecke,
Fachbereich Biologie
AG Spezielle Zoologie (Evolution und Systematik der Tiere) und Zoologische Sammlung Marburg
Tel.: 06421 28-23345
E-Mail: sven.mecke@biologie.uni-marburg.de

Annette de Vries | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

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