Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Humboldt-Forschungspreis für US-Spitzenforscher Robert J. Cava von Princeton

06.12.2011
Renommierter Materialwissenschaftler kommt auf Einladung von
Forschern der Uni Mainz und des KIT nach Deutschland – Supraleitung im Fokus

Der US-Wissenschaftler Robert J. Cava von der Universität Princeton erhält einen Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Der Preis ist mit 60.000 Euro verbunden und ermöglicht eine intensivere Zusammenarbeit zwischen dem international hoch renommierten Materialwissenschaftler und seinen deutschen Gastgebern, der Mainzer Chemikerin Prof. Dr. Claudia Felser und dem Karlsruher Physiker Prof. Dr. Hilbert von Löhneysen. Der Humboldt-Preisträger plant im nächsten Jahr einen längeren Forschungsaufenthalt in Deutschland.

Robert Cava gehört zu den weltweit führenden Forschern auf dem Gebiet der elektronisch stark korrelierten Materialien, wozu beispielsweise Hochtemperatursupraleiter auf der Basis von Kupraten und Eisenpniktiden sowie Seltenerd-Legierungen mit ungewöhnlichen elektronischen Eigenschaften wie Supraleitung in der Nähe zu magnetischer Ordnung zählen. Er hat über 600 Publikationen verfasst, ist Mitglied der nationalen Akademie der Wissenschaften der USA und hat zahlreiche Preise erhalten, darunter in diesem Jahr den ACS-Preis in Anorganischer Chemie der American Chemical Society (ACS). Cava gilt außerdem als hervorragender Dozent, was in der Auszeichnung mit mehreren Lehrpreisen zum Ausdruck kommt.

Die Arbeitsgruppe Felser an der JGU pflegt seit den 1990er Jahren enge Kontakte zu dem US-Materialforscher, was sich auch in zahlreichen gemeinsamen Publikationen niederschlägt. Bereits im April diesen Jahres erhielt Cava den mit 10.000 Euro dotierten Gutenberg Lecture Award 2011 der Graduiertenschule Materials Science in Mainz (MAINZ). Derzeit fertigt Leslie Schoop, eine Doktorandin der Graduiertenschule MAINZ, ihre Dissertation im Labor von Cava an. Schoop wird ihre Dissertation zum Erwerb eines doppelten Abschlusses sowohl in Princeton als auch an der JGU einreichen. Schwerpunkt der gemeinsamen Forschungsarbeiten von Cava mit Forschern der JGU ist die systematische Suche nach neuen Supraleitern.

Die Forscher um Prof. Hilbert von Löhneysen legen den Fokus der Zusammenarbeit besonders auf die Untersuchung elektronisch stark korrelierter Materialien sowie die Erforschung neuer Supraleiter, wie etwa der Eisen-Pniktid-Systeme.

„Wir freuen uns auf die weitere, noch intensivere Zusammenarbeit mit Robert Cava, den wir als herausragenden Forscher und inspirierenden Lehrer schätzen“, teilten Felser und von Löhneysen zu der Bewilligung ihres gemeinsamen Antrags durch die Alexander von Humboldt-Stiftung mit. Die Kooperation wird auf deutscher Seite nicht nur mit der JGU und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gepflegt und intensiviert, sondern darüber hinaus auch mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen in Köln und Augsburg, dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden sowie mit Max-Planck-Instituten in Dresden und Stuttgart. Dabei sollen insbesondere junge Wissenschaftler einbezogen werden, um ihnen die Chance zu bieten, in einem anregenden, internationalen Umfeld zu forschen.

Claudia Felser leitet in Mainz den Arbeitsbereich „Materialien für Optik-, Magnet- und Energietechnologien" am Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie und ist Direktorin der Graduiertenschule MAINZ. Sie ist seit dem 1. Dezember 2011 Direktorin am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden und bleibt der JGU auch weiterhin als Professorin erhalten. Sie entwickelt seit vielen Jahren neue zukunftsweisende Materialien mit besonderen Eigenschaften und genießt international einen hervorragenden Ruf als Expertin für Heusler-Verbindungen. Die Graduiertenschule MAINZ wurde in der Exzellenzinitiative im Jahr 2007 bewilligt. Sie bewirbt sich derzeit mit einem Folgeantrag in der zweiten Phase des Wettbewerbs.

Hilbert von Löhneysen ist Professor am Physikalischen Institut des KIT und leitet dort das Institut für Festkörperphysik, das eine lange Tradition in der Erforschung supraleitender Materialien hat. Er ist Sprecher einer DFG-geförderten überregionalen Forschergruppe „Quantum Phase Transitions“ und Gründungsmitglied des DFG-Forschungszentrums und Excellenzclusters „Center for Functional Nanostructures“ am KIT. Neben vielen anderen Ämtern und Mitgliedschaften ist Hilbert von Löhneysen auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats (Advisory Board) der Graduiertenschule MAINZ.

Mit dem Humboldt-Forschungspreis werden ausländische Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtwerk ausgezeichnet. Da eine Eigenbewerbung nicht möglich ist, erfolgt die Nominierung durch Wissenschaftler in Deutschland. Jährlich werden höchstens 100 Humboldt-Forschungspreise durch die Humboldt-Stiftung vergeben.

Weitere Informationen:
Dr. Mark Bajohrs
Graduate School of Excellence „Materials Science in Mainz” (MAINZ)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-26 982
Fax +49 6131 39-26 983
E-Mail: mainz@uni-mainz.de
http://www.mainz.uni-mainz.de/
Prof. Dr. Hilberg von Löhneysen
Physikalisches Institut und Institut für Festkörperphysik
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
D 76131 Karlsruhe
Tel. +49 721 608-43450 und -26750
Fax +49 721 608-46103
E-Mail: H.vL@pi.uka.de
http://www.phi.kit.edu/loehneysen

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.superconductivity.de/
http://www.uni-mainz.de/presse/49102.php
http://www.mainz.uni-mainz.de/GLA2011_Cava.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Höchster deutscher Forschungspreis geht nach Freiburg
05.12.2019 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Deutschlands gesündeste Arbeitgeber 2019 stehen fest
04.12.2019 | Corporate Health Initiative

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RNA-Modifikation - Umbau unter Druck

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Versteppung vorbeugen

06.12.2019 | Geowissenschaften

Verstopfung in Abwehrzellen löst Entzündung aus

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics