Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzchirurgin gewinnt den Forschungspreis 2012

15.11.2012
Der diesjährige Forschungspreis des Departements Klinische Forschung (DKF) der Universität Bern geht an die Herzchirurgin und Assistenzärztin Dr. med. Henriette Brinks. Der mit CHF 30'000.- dotierte Forschungspreis wurde am heutigen Tag der Klinischen Forschung verliehen.
Die Gewinnerin des DKF-Forschungspreises 2012 heisst Henriette Brinks. Die Herzchirurgin gehört zur Forschungsgruppe Herz- und Gefässchirurgie des Departements Klinische Forschung der Universität Bern und arbeitet als Assistenzärztin an der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie des Inselspitals, wo sie unter Prof. Thierry Carrel operiert.

Der DKF-Forschungspreis dient der Nachwuchsförderung in der Klinischen Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Bern. Er wurde heute am Tag der Klinischen Forschung verliehen.

Geschwächte Herzen stärken

Henriette Brinks Forschung gilt der Herzmuskelfunktion – und wie diese bei geschwächten Herzen verbessert werden kann. Patienten, die an schwerer Herzmuskelschwäche leiden und für die kein geeignetes Spenderherz zur Verfügung steht, können mit kreislaufunterstützenden Pumpsystemen weiterleben.

Das geschwächte Herz wird dadurch entlastet – in einzelnen Fällen erholt sich sogar auch seine Pumpfunktion. Mit welchen Therapien sich eine allfällige Erholung des Herzmuskels noch verbessern lässt, ist Gegenstand intensiver Forschung. Im durch den DKF-Forschungspreis finanzierte Projekt testet Henriette Brinks nun gezielt verschiedene, neuartige Medikamente, welche die Herzmuskelfunktion optimieren können.

Diese Tests werden an menschlichen Herzmuskelzellen durchgeführt, welche aus dem entfernten kranken Herzen bei einer Transplantation gewonnen werden. Der besondere Wert dieser Zellen liegt in ihrer Aussagekraft über therapeutische Effekte im menschlichen Organismus, welche durch präklinische Experimente, also Versuche in Klein- und Grosstiermodellen, nicht mit letzter Sicherheit getroffen werden können. Das Projekt stellt einen wichtigen Schritt in der Erprobung von neuartigen Medikamenten dar.

Dr. med. Henriette Brinks (35) hat an der Humboldt-Universität in Berlin Medizin studiert und dort dissertiert. 2005 kam sie nach Bern und arbeitete bis 2007 als Assistenzärztin am Inselspital in der Herz- und Gefässchirurgie bei Prof. Thierry Carrel. In den folgenden Jahren arbeitete sie als Assistenzärztin an der Charité in Berlin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin am «Center for Translational Medicine» der Thomas Jefferson University, Philadelphia, USA. 2010 kehrte sie nach Bern zurück, wo sie seither wieder als Assistenzärztin in der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie des Inselspitals unter der Leitung von Prof. Thierry Carrel zur Herzchirurgin ausgebildet wird.

Förderpreise zu je 2'000.- Franken

Am Tag der Klinischen Forschung wurden neben dem DKF-Forschungspreis weitere Preise verliehen und diverse Forschungsprojekte vorgestellt. Dieses Jahr hielt zudem Dr. Ada Yonath, Chemie-Nobelpreisträgerin 2009, einen Vortrag.

Der diesjährige Förderpreis des Departements Klinische Forschung für die beste laborbezogene Arbeit wurde an Herrn Christopher Jackson, Universität Bern, Departement Klinische Forschung, Forschung Humangenetik verliehen für seine Arbeit «Expression of a linear reporter construct in isolated human mitochondria».

Fast die gesamte genetische Information ist in den Chromosomen im Zellkern lokalisiert. Daneben gibt noch einen zweiten Ort in der Zelle, wo DNA vorhanden ist: in den Mitochondrien. Mutationen in der mitochondrialen DNA führen in den meisten Fällen zu neuromuskulären Erkrankungen. Im Gegensatz zur Manipulation der DNA des Zellkerns fehlen entsprechende geeignete Methoden für die mitochondriale DNA. Dies hat zur Folge, dass wir noch sehr wenig über den Zusammenhang von Mutationen in der mitochondrialen DNA und den dadurch hervorgerufenen Krankheiten wissen. In diesem Projekt wurden erfolgreich fremde DNA in menschliche Mitochondrien eingeschleust und gezeigt, dass sie funktionell sind und die entsprechenden Gene exprimiert werden.

Der diesjährige Förderpreis des Departements Klinische Forschung für die beste patientenbezogene Arbeit wurde an Herr Dr. med. Spyridon Arampatzis, Universitätsklinik für Nephrologie und Hypertonie, Inselspital, Universitätsspital Bern verliehen für seine Arbeit «Diuretic-induced hyponatremia and osteoporotic fractures in elderly patients admitted to the emergency department».

Die Studie sagt aus, dass insbesondere bei älteren Frauen, bei denen eine sogenannte diuretische, «wassertreibende» Therapie eingeleitet wird, die Salzkonzentration im Blut regelmässig kontrolliert werden sollte, da sie gehäuft absinkt (sog. Hyponatriämie), was zu häufigen Stürzen und Knochenbrüchen führen kann. Diese Arbeit ist deswegen von hoher klinischer und praktischer Relevanz.

Der diesjährige Förderpreis des Departements Klinische Forschung für die beste Arbeit einer Medizinstudentin/eines Medizinstudenten wurde an Frau Anna Lena Fuchs, Universitätsklinik für Neurochirurgie, Inselspital, Universitätsspital Bern verliehen für ihre Arbeit «PI3-kinase is critically involved in angiogenesis of brain endothelial cells induced by conditioned medium treatment».

Obwohl gezeigt wurde, dass Stamm- und Vorläuferzellen ein hohes regeneratives Potential besitzen, ist es nach wie vor unklar, welche Mechanismen dabei involviert sind. Die Resultate dieser Studie zeigen zum ersten Mal, dass durch endotheliale Vorläuferzellen freigesetzte Faktoren die Bildung von Blutgefässen im Hirn stimuliert und welche Wege in der Signal-Übermittlung dabei aktiviert werden. Diese Beobachtungen könnten dazu beitragen neue therapeutische Ansätze für die Gewebereparatur zu entwickeln.

Forschungspreis Alumni MedBern
Der diesjährige Alumni MedBern Preis, der ebenfalls mit CHF 2'000.- dotiert ist, wurde an Frau Janine Ruppen vom ARTORG Center, Lung Regeneration Technologies Lab, Universität Bern verliehen für ihre Arbeit «Microfluidic platform for chemoresistive testing of lung cancer cell spheroids».

Das Ziel der Arbeit besteht in der Etablierung eines sensitiven Tests, um die Resistenz von Tumorzellen auf chemotherapeutische Medikamente zu prüfen. In einem neuartigen Verfahren werden 3-dimensionale Kulturen (sogenannte Spheroide) auf Mikrochips geladen und mit den Verbindungen, die untersucht werden, behandelt. Dieser Test wird es erlauben, eine Vielzahl von Zellkulturen in kurzer Zeit zuverlässig zu testen.

Nathalie Matter | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rechenzentrum in Windenergieanlage ausgezeichnet
25.04.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht ESJET-Drucktechnologie für großflächige Displays ausgezeichnet
11.04.2019 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Volle Fahrt voraus für SmartEEs auf der Automotive Interiors Expo 2019

Flexible, organische und gedruckte Elektronik erobert den Alltag. Die Wachstumsprognosen verheißen wachsende Märkte und Chancen für die Industrie. In Europa beschäftigen sich Top-Einrichtungen und Unternehmen mit der Forschung und Weiterentwicklung dieser Technologien für die Märkte und Anwendungen von Morgen. Der Zugang seitens der KMUs ist dennoch schwer. Das europäische Projekt SmartEEs - Smart Emerging Electronics Servicing arbeitet an der Etablierung eines europäischen Innovationsnetzwerks, das sowohl den Zugang zu Kompetenzen als auch die Unterstützung der Unternehmen bei der Übernahme von Innovationen und das Voranschreiten bis zur Kommerzialisierung unterstützt.

Sie umgibt uns und begleitet uns fast unbewusst durch den Alltag – gedruckte Elektronik. Sie beginnt bei smarten Labels oder RFID-Tags in der Kleidung,...

Im Focus: Full speed ahead for SmartEEs at Automotive Interiors Expo 2019

Flexible, organic and printed electronics conquer everyday life. The forecasts for growth promise increasing markets and opportunities for the industry. In Europe, top institutions and companies are engaged in research and further development of these technologies for tomorrow's markets and applications. However, access by SMEs is difficult. The European project SmartEEs - Smart Emerging Electronics Servicing works on the establishment of a European innovation network, which supports both the access to competences as well as the support of the enterprises with the assumption of innovations and the progress up to the commercialization.

It surrounds us and almost unconsciously accompanies us through everyday life - printed electronics. It starts with smart labels or RFID tags in clothing, we...

Im Focus: Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

Das menschliche Auge ist für Grün besonders empfindlich, für Blau und Rot hingegen weniger. Chemiker um Hubert Huppertz von der Universität Innsbruck haben nun einen neuen roten Leuchtstoff entwickelt, dessen Licht vom Auge gut wahrgenommen wird. Damit lässt sich die Lichtausbeute von weißen LEDs um rund ein Sechstel steigern, was die Energieeffizienz von Beleuchtungssystemen deutlich verbessern kann.

Leuchtdioden oder LEDs können nur Licht einer bestimmten Farbe erzeugen. Mit unterschiedlichen Verfahren zur Farbmischung lässt sich aber auch weißes Licht...

Im Focus: Münchner Lichtquanten-Destillerie

Garchinger Physiker entwickeln eine Technik, um reine einzelne Photonen zu extrahieren

Das Destillieren von Spirituosen steigert den Gehalt von Alkohol relativ zum Wasseranteil. Ähnlich wirkt eine Methode auf Lichtquanten, Photonen, die ein Team...

Im Focus: Energy-saving new LED phosphor

The human eye is particularly sensitive to green, but less sensitive to blue and red. Chemists led by Hubert Huppertz at the University of Innsbruck have now developed a new red phosphor whose light is well perceived by the eye. This increases the light yield of white LEDs by around one sixth, which can significantly improve the energy efficiency of lighting systems.

Light emitting diodes or LEDs are only able to produce light of a certain colour. However, white light can be created using different colour mixing processes.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie sieht das Essen der Zukunft aus?

25.04.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

UKP-Laser erobern Makrobearbeitung

25.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Kraftwerk ohne DNA

25.04.2019 | Biowissenschaften Chemie

Chemische Reaktionen per Licht antreiben

25.04.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics