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Harlan D. Mills Award: Höchste Auszeichnung in der Software-Entwicklung für SnT-Forscher

11.06.2012
Prof. Dr. Lionel Briand, Forscher am „Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust“ (SnT) der Universität Luxemburg, hat den Harlan D. Mills Award der IEEE Computer Society erhalten - eine der renommiertesten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Softwareentwicklung.

Der Preis wird an Forscher und Praktiker verliehen, die langjährig herausragende Beiträge zu Theorie und Praxis in der Informatik geleistet haben. Bei der Auswahl legt die Jury einen Schwerpunkt auf die Umsetzung theoretischer Ansätze in die Praxis der Softwareentwicklung. Briand erhielt die Auszeichnung in Anerkennung seiner grundlegenden und praktischen Beiträge im Bereich der modellbasierten Testung und Validierung.

Die Preisverleihung fand am 8. Juni 2012 im Rahmen der International Conference of Software Engineering (ICSE) - der weltweit wichtigsten Konferenz auf dem Gebiet der Softwareentwicklung - in Zürich statt. „Wir freuen uns sehr über diese hohe Auszeichnung für Lionel Briand”, sagt Prof. Dr. Björn Ottersten, Direktor des SnT: „Sie beweist, dass wir einen der weltweit besten Forscher in diesem Feld, der wissenschaftlich und praktisch herausragende Beiträge geleistet hat, für das SnT und für Luxemburg gewinnen konnten.“

Unsere moderne Welt und die gesamte Bandbreite der Wirtschaft – von der Autoindustrie bis hin zur Medizin – hängen in immer stärkerem Maße von komplexen Softwaresystemen ab. Das gilt für Software-gesteuerte Herstellungsverfahren, Fahrzeuge, Maschinen bis hin zu ganzen Logistikzentren, Telefon- und Internetknoten. Große Finanzzentren wie Luxemburg, London und New York sind von solchen Systemen abhängig. Sie müssen deshalb in höchstem Maße zuverlässig, betriebssicher, robust und sicher ausgelegt sein.
„Softwareintensive Systeme haben mittlerweile dermaßen an Komplexität zugenommen, dass Softwareentwickler oftmals Schwierigkeiten haben, die Verlässlichkeit der Systeme zu 100 Prozent sicherzustellen,“ sagt Lionel Briand: „Um garantiert verlässliche, softwareintensive Systeme generieren zu können, die gleichzeitig auch kostengünstig sind, benötigen wir automatisierte Technologien zur Testung und Validierung von Software.“

Briand, der seit vielen Jahren an derartigen Herausforderungen arbeitet, fand vor kurzem den optimalen Standort für seine Forschung: Im Januar 2012 wurde er zum wissenschaftlichen Leiter des neu eingerichteten „Software Verification and Validation Laboratory“ am SnT berufen. Das neue Labor ist durch einen so genannten „Program Excellence Award for Research in Luxembourg – PEARL“ des luxemburgischen Fonds National de la Recherche (FNR) finanziert. Bis Ende 2011 war Briand Leiter des norwegischen Certus Software Verification and Validation Centre am Simula Forschungslabor in Oslo. Dort hat er in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie geforscht.
Zuvor war Briand Professor und Canada Research Chair (Tier I) im Bereich Softwareentwicklung der „Systems und Computer Engineering”-Abteilung der kanadischen Carleton Universität in Ottawa. Briand der erste Leiter für Software-Qualitätsentwicklung des Fraunhofer Instituts für Experimentelle Softwareentwicklung und Forscher am Software Engineering Laboratory, einer Arbeitsgemeinschaft bestehend aus dem Goddard Space Flight Center (CSC) der NASA sowie der US-amerikanischen Universität Maryland. Seine Forschungsinteressen fokussieren sich auf modellgetriebene Entwicklung, Testung und Überprüfung sowie auf Suche-basierte und empirische Softwareentwicklung. Die Fachzeitschrift Journal of Systems and Software, veröffentlicht vom Elsevier-Verlag, zählte Briand bereits mehrere Male zu den fünf weltweit führenden Forschern auf dem Gebiet der Softwaresystementwicklung.

Der Harlan D. Mills Award

Der Harlan D. Mills Award gehört zum IEEE Award-Programm. IEEE ist der weltweit größte Berufsverband, der sich der Weiterentwicklung technologischer Innovation und Qualität zum Nutzen der Menschheit widmet. Die Abkürzung IEEE steht für „Institute of Electrical and Electronics Engineers”.
Der Wissenschaftler Harlan D. Mills fand internationale Anerkennung für seine Beiträge auf dem Gebiet der System- und Softwareentwicklung, wo er entscheidend die Relevanz mathematischer Methoden stärkte. Dr. Mills war Professor an US-amerikanischen Universitäten wie Iowa State, Princeton, New York, Johns Hopkins, Maryland und Florida, sowie am Florida Institute of Technology. Zudem war Mills IBM-Forschungsstipendiat. Seit 1999 wird der Harlan D. Mills Award jährlich Forschern und Praktikern verliehen, die langjährig nachhaltige und wichtige Beiträge mit Schwerpunkt Softwareentwicklung auf dem Gebiet der Informatik geleistet haben. Der Preis, der vom Computer Society Technical Council on Software Engineering der IEEE mit gefördert wird, umfasst ein Preisgeld in der Höhe von 3000 US-Dollar, ein Erinnerungsstück von Museumsqualität und eine Einladung zum Vortrag im Rahmen der ICSE.

Über das SnT
Das im Jahr 2009 von der Universität Luxemburg gegründete SnT ist ein international führendes Forschungsinstitut für die Sicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT). Zusammen mit seinen Partnern etabliert es Luxemburg in diesem Feld als ein europäisches Exzellenz- und Innovations-Zentrum. Um größtmögliche Wirkung zu entfalten, verfolgt das SnT einen interdisziplinären Forschungsansatz, der nicht nur technische Aspekte berücksichtigt, sondern auch Themen aus Wirtschaft, Recht und Geisteswissenschaften. Mit seinem Partnership-Programm fördert SnT die Entwicklung innovativer Ideen, ermöglicht Forschungskooperationen mit etablierten Partnern aus der Industrie und dem öffentlichen Sektor ebenso wie mit Start-ups und vertieft so nachhaltig Luxemburgs Kompetenz im ICT-Bereich.

Britta Schlüter | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni.lu/snt

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