Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GSI erhält Deutschen Rechenzentrumspreis

13.04.2012
e-cube-Technologie spart Energie, Bauvolumen und Kosten
Das neue Höchstleistungsrechenzentrum "MiniCube" der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt ist für sein energie- und kostensparendes Konzept mit dem "Deutschen Rechenzentrumspreis 2012" geehrt worden. Damit wurde seine innovative Kühl- und Klimatechnik ausgezeichnet, die einerseits die Umwelt schont, zugleich aber auch Betriebs- und Investitionskosten spart. Der Deutsche Rechenzentrumspreis wird jedes Jahr von einer unabhängigen Jury beim Fachkongress "future thinking" in Sinsheim verliehen.

Kühlung ist für moderne Rechenzentren in Forschung und Wirtschaft ein großes Problem. Die bei höchsten Leistungen in den Chips entstehende Wärme wird normalerweise über aufwändige Klimasysteme abgeführt, die sehr viel Strom verbrauchen: Rund 70 bis 100 Prozent der für den Computer benötigten Energie werden zusätzlich für die Kühlung benötigt. Außerdem beanspruchen die einzelnen Rechnerschränke viel Platz, um sich nicht gegenseitig aufzuheizen.

Das "MiniCube"-Rechenzentrum bei GSI, das demnächst in Betrieb geht, setzt dagegen auf minimalen Energie- und geringsten Platzbedarf. Das neuartige, "e-cube" genannte Konzept wurde von Professor Volker Lindenstruth entwickelt, Computerwissenschaftler an der Goethe-Universität Frankfurt, Vorstandssprecher des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und verantwortlich für die IT-Entwicklung bei GSI in Darmstadt. Es sieht vor, dass die Rechnerschränke mit Wasser gekühlt werden, so dass praktisch keine Wärme in die Raumluft gelangt. Dies wurde bereits am Supercomputer LOEWE-CSC der Goethe-Universität erprobt. Da keine zusätzlichen Ventilatoren benötigt werden, beschränkt sich der Energieverbrauch für die Kühlung auf lediglich fünf Prozent zusätzlich zum Strombedarf des Computers.

Damit machen die Darmstädter Computerkonstrukteure aus der Not eine Tugend: Da das "MiniCube"-Rechenzentrum lediglich als Übergangslösung bis zum Bau eines bereits beschlossenen neuen Rechenzentrums genutzt werden soll, steht nur eine kleine Fläche in einer existierenden Halle bei GSI zur Verfügung. Die 96 Rechnerschränke werden deshalb wie in einem Hochregallager angeordnet. Bei normaler Wärmeentwicklung würde ein so eng gepacktes Rechenzentrum schnell überhitzen. Zugleich können erhebliche Bau- und Betriebskosten eingespart werden. Allein die jährliche Stromrechnung fällt etwa 350.000 Euro niedriger aus als bei den besten konventionellen Systemen.

Der Deutsche Rechenzentrumspreis wird in acht Kategorien vergeben, die jeweils verschiedene Aspekte moderner IT-Technik betreffen, von der Sicherheit bis zur Netzwerkstruktur. Die GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH und die e-cube Computing GmbH erhielten die Auszeichnung gemeinsam in der Kategorie Klima und Kältetechnik. Bei GSI wird für das künftige internationale Beschleunigerzentrum FAIR bis 2014 ein großer Rechenzentrums-Neubau entstehen, in dem ebenfalls nach dem e-cube-Konzept bis zu 800 Rechnerschränke auf engstem Raum gestapelt werden.

Dr. Ingo Peter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert neun neue Forschungsgruppen und eine Klinische Forschungsgruppe
07.12.2018 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Erfolg mit dem Schnelltest auf Malaria
04.12.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Im Focus: Three components on one chip

Scientists at the University of Stuttgart and the Karlsruhe Institute of Technology (KIT) succeed in important further development on the way to quantum Computers.

Quantum computers one day should be able to solve certain computing problems much faster than a classical computer. One of the most promising approaches is...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Großes Interesse an erster Fachtagung

07.12.2018 | Veranstaltungen

Entwicklung eines Amphibienflugzeugs

04.12.2018 | Veranstaltungen

Neue biologische Verfahren im Trink- und Grundwassermanagement

04.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erstmalig in Deutschland: Erfolgreiche Bestrahlungstherapie lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung

07.12.2018 | Medizintechnik

Nicht zu warm und nicht zu kalt! Seminar „Thermomanagement von Lithium-Ionen-Batterien“ am 02.04.2019 in Aachen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Seminar „Magnettechnik - Magnetwerkstoffe“ vom 19. – 20.02.2019 in Essen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics