Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Göttinger Physikerin erhält „For Women in Science“-Preis

18.06.2012
Katharina Bierwagen wird von Förderprogramm für Naturwissenschaftlerinnen mit Kindern unterstützt
Die Göttinger Physikerin Katharina Bierwagen erhält für ihre Forschungsarbeit im Bereich der Teilchenphysik den Preis „For Women in Science“. Die Auszeichnung wird von der deutschen UNESCO-Kommission, L’Oréal Deutschland und der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung an exzellente Wissenschaftlerinnen mit Kindern verliehen und ist mit je 20.000 Euro dotiert. Katharina Bierwagen arbeitet seit 2010 am II. Physikalischen Institut der Universität Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. Arnulf Quadt an ihrer Promotion. Sie hat eine fünf Wochen alte Tochter.

In ihrer Doktorarbeit untersucht Katharina Bierwagen die kleinsten Bausteine der Materie mit dem Ziel, zu einem besseren Verständnis über den Aufbau der Natur und die Entwicklung des Universums beizutragen. Dazu testet sie das Standardmodell der Elementarteilchenphysik, das die Materie auf wenige elementare Teilchen reduziert und deren Wechselwirkung beschreibt. Nach dieser Theorie hätte jedoch kein einziges Elementarteilchen eine Masse. Die Lösung dafür ist der Higgs-Mechanismus, durch den die Teilchen mithilfe des sogenannten Higgs-Boson eine Masse bekommen.
Um das Higgs-Boson nachzuweisen, werden große Teilchenbeschleuniger, wie zum Beispiel der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf, verwendet. In solchen Anlagen kollidieren Teilchen miteinander und werden durch Detektoren wie den ATLAS-Detektor nachgewiesen. „Ich analysiere die vom ATLAS-Detektor aufgezeichneten Daten. Dabei schaue ich mir einen Prozess an, der dem Zerfall des Higgs-Boson sehr ähnelt. Je besser diese Prozesse verstanden werden, desto eher werden wir das Higgs-Boson selbst entdecken“, erklärt Katharina Bierwagen. Die Suche nach dem Higgs-Boson ist eine der zentralen Fragestellungen in der Teilchenphysik.

Das Förderprogramm „For Women in Science“ unterstützt herausragende Naturwissenschaftlerinnen mit Kindern, um das Potenzial qualifizierter weiblicher Fachkräfte zu erhalten und ihnen bessere Chancen in der Wissenschaft zu ermöglichen. Jährlich werden drei Doktorandinnen ausgezeichnet, die für ein Jahr finanziell unterstützt werden. Dieses Geld wird einerseits für zusätzliche Kinderbetreuung und Haushaltshilfe eingesetzt, sowie andererseits zur Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen. Ein Teil des Geldes fließt zudem in Projekte, die dauerhaft die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an den Instituten verbessern sollen, an denen die Preisträgerinnen arbeiten.

Der Preis „For Women in Science“ wird heute (Montag, 18. Juni 2012) im Rahmen einer Fachtagung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Thema „Exzellenz und Chancengleichheit“ in Berlin verliehen.

Kontaktadresse:
Katharina Bierwagen
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik
II. Physikalisches Institut – Kern- und Teilchenphysik
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
E-Mail: katharina.bierwagen@phys.uni-goettingen.de

Thomas Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.fwis-programm.de/
http://www.physik.uni-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics