Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gerätezentrum zur Erforschung der Dynamik und Struktur von biologischen Makromolekülen eingerichtet

10.03.2017

SYNMIKRO-Forscher erhalten DFG-Förderung in Höhe von einer halben Million Euro für europaweit einzigartiges Zentrum

Das „Marburger Gerätezentrum für Interaktion, Dynamik und Struktur biomolekularer Komplexe“ an der Philipps-Universität erhält in den kommenden drei Jahren eine Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von insgesamt über einer halben Million Euro.


Die Marburger Forscher Prof. Dr. Lars-Oliver Essen (links), Dr. Uwe Linne (Mitte) und Dr. Gert Bange (rechts) von SYNMIKRO haben erfolgreich Fördermittel für ein DFG-Gerätezentrum eingeworben.

Foto: SYNMIKRO

Das Gerätezentrum entstand im Fachbereich Chemie auf Initiative von Dr. Gert Bange, Dr. Uwe Linne und Prof. Dr. Lars-Oliver Essen, die am LOEWE-Zentrum Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) forschen. Die DFG bewertete den Antrag der drei international ausgewiesenen Wissenschaftler als „herausragend“. Das Zentrum sei europaweit einzigartig und mit zukunftsweisender Technologie ausgestattet, für die stetig steigende Nachfrage bestehe.

Im Fokus des Marburger Gerätezentrums steht die Bereitstellung von Technologien und Methoden für die Aufklärung des dynamischen Verhaltens und der Struktur von Proteinen und Protein-Komplexen. Proteine spielen in allen Lebewesen vielfältige und unverzichtbare Rollen dank ihrer Fähigkeit, unzählige Wechselwirkungen mit anderen Proteinen oder biologischen Komponenten eingehen zu können.

Um besonders bei Krankheitsverläufen die Rolle von Proteinen auf molekularer Ebene besser zu verstehen und dadurch bessere Wirkstoffe gegen diese Krankheiten entwickeln zu können, ist es von Bedeutung, die Struktur und das dynamische Verhalten betroffener Proteine im Detail zu untersuchen. Hierzu wird das Marburger Gerätezentrum einen wichtigen Beitrag liefern.

Die Analyse des dynamischen Verhaltens von Proteinen wird im Marburger Gerätezentrum durch die Methode der Wasserstoff-Deuterium-Austausch-Massenspektrometrie (HDX-MS) entscheidend verbessert. „In einem Dynamik-Experiment lassen sich zum Beispiel sehr einfach diejenigen Kontaktflächen bestimmen, über die ein Protein mit seinem natürlichen Partner interagiert“, erklärt Dr. Gert Bange.

„Dieses Wissen ist nicht nur wichtig für ein genaues Verständnis der eigentlichen Wirkweise des Proteins, sondern bietet auch die Grundlage für das gezielte Design von Wirkstoffen, die die Funktion des Proteins entweder ausschalten oder korrigieren. Dies ist auch für die rationale Entwicklung neuer Antibiotika gegen krankheitserregende Bakterien entscheidend.“ Prof. Dr. Lars-Oliver Essen betont, dass die HDX-MS die an der Philipps-Universität Marburg etablierte Protein-Röntgen Kristallstrukturanalyse in idealer Weise ergänzt.

„Mit der Gründung des Gerätezentrums kann die innovative HDX-MS-Methode mit ihren interessanten und vielfältigen Möglichkeiten vielen Forschungsgruppen innerhalb und außerhalb von Marburg zugänglich gemacht werden“, sagt Dr. Gert Bange. Mit den DFG-Fördermitteln erarbeitet das Antragsteam nun das für den Betrieb des Gerätezentrums notwendige Nutzungs- und Managementkonzept. Dazu gehören unter anderem die Einführung neuer Protokolle und Arbeitsabläufe sowie der Support für Anwender im Bereich bioanalytischer Massenspektronomie und Protein-Spektroskopie, Datenmanagement, die Erstellung eines Benutzerhandbuchs, jährliche Nutzertreffen und Sommerschulen.

Die DFG fördert seit 2011 die Einrichtung von Gerätezentren und die gemeinsame, auch externe Nutzung dort verfügbarer Technologien mit dem Ziel, die Forschungsinfrastruktur insgesamt zu verbessern. Die Philipps-Universität war bei der 2016 veröffentlichten Ausschreibung des Förderprogramms erfolgreich.

Kontakt:
Dr. Gert Bange
LOEWE-Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO)
Philipps-Universität Marburg
E-Mail: gert.bange@synmikro.uni-marburg.de

Weitere Informationen:

http://www.synmikro.com - SYNMIKRO

Andrea Ruppel | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht GFOS-Innovationsaward 2019: Anmeldung ab sofort möglich
13.12.2018 | GFOS mbH

nachricht Röhrchen statt Platten: 2,5 Millionen Euro für Entwicklung neuartiger Elektrolysezelle
13.12.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal heizt ein in Sachen Umweltschutz - Rittal Lackieranlage sorgt für warme Verwaltungsbüros

14.12.2018 | Unternehmensmeldung

Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät

14.12.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics