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Fraunhofer-Projektgruppe IWKS erhält 12,5 Millionen Euro

20.10.2014

Der Freistaat stärkt Nordbayerns Wirtschaft sowie Forschung und Entwicklung: Die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS hat am Freitag in Alzenau einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 12,5 Millionen Euro für die Aufbauphase II erhalten.

Überreicht wurde der Bescheid von Ilse Aigner, Bayerns Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Mit der Bewilligung unterstützt das Land Bayern den weiteren Ausbau der Projektgruppe IWKS, nachdem die unter dem Dach des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC agierende Einrichtung in Alzenau und Hanau die erste Aufbauphase erfolgreich absolviert hat.

Mit der bedeutenden Förderung der Projektgruppe IWKS in Alzenau durch das Bayerische Staatministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie kann nun das Gesamtkonzept weiter umgesetzt werden. Im Zuge der strategischen Planung des Freistaats, die wirtschaftliche Entwicklung im Norden Bayerns zu fördern und zu stärken, richtet sich besonderes Augenmerk auf innovative anwendungsorientierte Forschung.

»Ressourceneffizienz, Recycling und der Ersatz von schlecht verfügbaren Rohstoffen sind wichtige Zukunftsthemen. Dies wurde hier am bayerischen Untermain schon früh erkannt und mit der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS in Alzenau und Hanau ein innovatives bayerisch-hessisches Gemeinschaftsprojekt realisiert. Durch den weiteren Ausbau der Projektgruppe wird die angewandte Forschung hier in der Region nachhaltig gestärkt und den Unternehmen ein wertvoller Partner für Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Verfügung gestellt«, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Bescheidübergabe im Kreise geladener Gäste aus Wirtschaft und Politik.

Hohe Erwartungen erfüllt
In den drei Jahren seit Gründung der Projektgruppe IWKS in Alzenau konnte die junge Forschungseinrichtung mit einem rasanten Wachstum und einer intensiven Zusammenarbeit mit  Industrieunternehmen einerseits und einer hervorragenden Vernetzung mit der Hochschule Aschaffenburg sowie den Universitäten in Würzburg, Augsburg, Darmstadt und Gießen andererseits die hohen Erwartungen erfüllen, die in sie gesetzt wurden. Gerade diese enge Vernetzung von Forschung und Lehre mit den Industriepartnern im Rhein-Main-Gebiet bietet die einmalige Chance, am Bayerischen Untermain ein nationales Wissenschaftsnetzwerk »Ressourcen« zu etablieren.

Schwerpunkte der Arbeiten in Alzenau sind die Entwicklung von neuartigen Verfahren für Wertstoffkreisläufe sowie strategische Ausarbeitungen zur Kritikalität von Rohstoffen. In Kooperation mit der Hochschule Aschaffenburg und der Stadt Alzenau konnte ein zusätzliches anwendungsnahes Forschungsgebiet etabliert werden, das sich mit recyclinggerechtem Design beschäftigt. Diese erste Aufbauphase ist also erfolgreich abgeschlossen.

Der Freistaat unterstützt diese Entwicklung nachhaltig, sodass nun weitere Gelder für den Aufbau eines möglichen eigenständigen Fraunhofer-Instituts in Alzenau bereitgestellt werden. Prof. Dr. Gerhard Sextl, Leiter des Fraunhofer ISC und Gründungsvater der Projektgruppe IWKS, betonte bei der Übergabe, dass die Projektgruppe vor dem Hintergrund teurer und knapper werdender Rohstoffe eine wichtigen Beitrag leiste, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Rohstoffversorgung der Industrie und damit die Technologieführerschaft in Deutschland auch langfristig gesichert ist: »Deshalb freut es mich sehr, dass das Land Bayern uns dabei unterstützt, dass wir weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der Industrie am Bayerischen Untermain an der Lösung einer der dringendsten Zukunftsfragen unserer Zeit arbeiten können

Aufbauphase II: Personeller Aufbau für ein mögliches eigenständiges Institut
In der Aufbauphase I wurden wissenschaftliche Strukturen geschaffen, Investitionen in Geräte sowie in den Aufbau einer Technikumshalle getätigt. Mit entsprechenden Geräten und Arbeitsgruppen ist nun die Bearbeitung weitergehender Fragestellungen möglich. Die drei am Standort Alzenau etablierten Geschäftsfelder dienen dazu, wissenschaftliche Projekte zu den Fachthemen Biowerkstoffe/Lebensmittel, Elektrik/ Elektronik sowie Schlacken/Schlämme/Deponien zu bearbeiten. Diese Arbeitsinhalte werden in der Aufbauphase II weiter ausgebaut und gestärkt. Am Standort Hanau beschäftigen sich die Forscher mit Magnetischen Materialien sowie mit den Wertstoffen für Energiesystemen und Beleuchtung.

In der Phase II erfolgt an beiden Standorten weiterer personeller Aufbau als Grundlage für ein später mögliches Institut. Dabei stehen die Entwicklung und der Ausbau von Forschungs- und Industrieprojekten innerhalb dieser Geschäftsfelder im Mittelpunkt.


Die Fraunhofer-Projektgruppe IWKS

Vor dem Hintergrund zunehmender Rohstoffknappheit wurde unter dem Dach des Fraunhofer Instituts für Silicatforschung ISC die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS am 05. September 2011 ins Leben gerufen. Gemeinsam werden mit Industriepartnern innovative Trenn-, Sortier-, Aufbereitungs- und Substitutionsmöglichkeiten erforscht und Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit kostbaren Ressourcen entwickelt.

Expertennetzwerk Ressourcen
Die enge Vernetzung der Geschäftsbereiche untereinander mit dem Leitungsteam, bestehend aus Prof. Dr. Armin Reller (Universität Augsburg), Prof. Dr. Stefan Gäth (Justus-Liebig-Universität Gießen), Prof. Dr. Oliver Gutfleisch (Technische Universität Darmstadt), Prof. Dr. Rudolf Stauber (Geschäftsführung Projektgruppe IWKS), ermöglicht Forschungsansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Projektpartner werden so bei ihren individuellen Aufgabenstellungen optimal unterstützt. Zudem kann die Projektgruppe IWKS auf das Mutterinstitut Fraunhofer ISC sowie ein weites Netzwerk von Fraunhofer-Experten und entsprechend ausgerichteter Hochschulen zurückgreifen. Das damit verfügbare Kompetenznetzwerk ermöglicht eine herausragende Beratungsleistung.

Ressourcenknappheit ist ein zentrales Thema in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung von Industrienationen. Die Sicherung einer nachhaltigen Versorgung der Industrie mit Rohstoffen ist essentiell. Das IWKS widmet sich dieser Zukunftsaufgabe durch die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien für Recyclingprozesse, durch Substitutionsmöglichkeiten seltener Roh- und Werkstoffe, durch Untersuchung der Kreislauffähigkeit von Wertstoffen und Erstellung von (Technologie-) Prognosen.

Bilder von der Bescheidübergabe sowie der Veranstaltung stehen Ihnen am 17.10.2014 ab 19 Uhr zum Download unter folgendem Link zur Verfügung:

www.isc.fraunhofer.de

www.iwks.fraunhofer.de

Marie-Luise Righi | Fraunhofer-Institut

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