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Durch Feldarbeit und Satellitenbild "Nachhaltigkeit" verstehen: Projekt an der PH-Heidelberg ausgezeichnet

25.03.2010
Wie können Jugendliche verstehen, was Nachhaltigkeit bedeutet? Einen innovativen Weg zeigt die webbasierte Lernplattform "GLOKAL Change - GLObale Umweltveränderungen loKal bewerten lernen" auf. Mithilfe von Satellitenbildern und Feldarbeiten vor Ort beobachten die Jugendlichen vom Menschen gemachte Umweltveränderungen und bewerten sie hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit. Das Projekt der Abteilung Geographie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wurde vom Nationalkomitee der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" am 17. März auf der Bildungsmesse didacta in Köln als Dekade-Projekt ausgezeichnet.

Das Nationalkomitee der UN-Dekade zeichnete das Projekt aus, weil es Jugendlichen hilft, globale Entwicklungen zu verstehen und zu bewerten. Eine wichtige Basis, um zu lernen, wie man Zukunft nachhaltig gestaltet. "Die Dekade-Projekte leisten vorbildliche Arbeit. Sie vermitteln Wissen und Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft", so der Vorsitzende Prof. Gerhard de Haan bei der Auszeichnung auf der Bildungsmesse in Köln.

Hektargroße Rodungen von tropischen Wäldern in Brasilien als Folge des Biokraftstoffbooms in Deutschland: Globale Verflechtungen sind komplex und schwer begreifbar. Vor allem für Jugendliche. Die Lernplattform "GLOKAL Change - GLObale Umweltveränderungen loKal bewerten lernen" kann hier weiterhelfen. Sie ist folgendermaßen aufgebaut: Exemplarisch hat sie vier aktuelle Umweltthemen, beispielsweise "Biokraftstoffe aus der Landwirtschaft", für Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren umweltdidaktisch aufbereitet. In interaktiven Lernmodulen können die Jugendlichen darin die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Dimensionen der Biokraftstoffproduktion ergründen.

Das ganze Ausmaß von Umweltveränderungen wird in Satellitenbildern besonders anschaulich. Die Jugendlichen messen die Abholzungsflächen der tropischen Wälder in Brasilien auf dem Satellitenbild und vergleichen die Rodungsflächen zu verschiedenen Zeitpunkten. Das veränderte spektrale Muster in den Satellitenbildern zeigt ihnen die heutige Nutzung der ehemaligen Waldfläche. Per Mausklick können sie anschließend von der globalen zur lokalen Ebene wechseln und an Raumbeispielen aus Deutschland den Biokraftstoffanbau aus verschiedenen Blickwinkeln untersuchen.

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Auf ins Feld! - heißt es, wenn die Inhalte am PC erarbeitet wurden. Anhand eigener Fragestellungen erkunden die Jugendlichen nun ihre Umwelt vor Ort. Sie nutzen klassische geographische Feldmethoden, wie Kartierungen oder Befragungen, ebenso wie modernste Technik durch Einsatz von GPS-Geräten und einer Flugdrohne für Luftbildaufnahmen. Sie kartieren die heutige Fläche für Biokraftstoffe in ihrem eigenen Umfeld und vergleichen sie mit Nutzungskarten von damals. Die Erzählungen der Landwirte verknüpfen zudem die numerischen Ergebnisse mit der Realität vor Ort: "Dadurch werden die Folgen der zuvor vermittelten Kernprobleme des globalen Wandels auf der lokalen Ebene sichtbar und die Jugendlichen für Umweltveränderungen sensibilisiert. Das erzeugt Betroffenheit", erläutert der Projektleiter Prof. Dr. Alexander Siegmund.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Prof. Dr. Alexander Siegmund
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Abteilung Geographie
Telefon: 06221/477 771
E-Mail: siegmund@ph-heidelberg.de

Dr. Birgitta Hohenester-Pongratz | Pädagogische Hochschule Heidelbe
Weitere Informationen:
http://www.ph-heidelberg.de/

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