Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Nachwuchsförderung für Leipziger Hirnforschung

07.08.2013
Am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig nimmt im August 2013 eine deutsch-estnische Nachwuchsforschergruppe unter dem Namen MESCAMP ihre Arbeit auf. Gefördert mit über 650.000 Euro wird sie sich in den kommenden anderthalb Jahren mit den molekularen Mechanismen bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems beschäftigen.

MESCAMP steht für "Mechanismen der enzymatischen Spaltung des neural cell adhesion molecules unter Beteiligung der Prolylendopeptidase". Dahinter verbirgt sich der biomedizinische Themenbereich um den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen, entzündliche Prozesse des Gehirns, sowie psychiatrische Erkrankungen.

Erkrankungen wie Alzheimer gehen auf neurodegenerativen Prozesse zurück, bei denen Nervenzellen absterben oder ihre Funktionen verändern. Die Ursache liegt möglicherweise in genetischen Veränderungen, aber auch der direkte Bereich um die Nervenzellen, die sogenannte extrazelluläre Matrix, und Botenstoffe spielen eine große Rolle. Die Leipziger Hirnforschung am Paul-Flechsig-Institut hat sich darauf spezialisiert.

Die Arbeit von MESCAMP wird sich auf ein besonderes Enzym (Prolylendopeptidase) konzentrieren, das als Akteur im Zusammenhang mit verschiedensten psychiatrischen Erkrankungen, Neurodegeneration, Nervenentzündungen und Zelltod erkannt wurde. Die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen sind allerdings noch weitestgehend unklar. Auf dem Programm der Forschergruppe stehen Untersuchungen zu möglichen Nebenwirkungen von Wirkstoffen, die Einfluss auf das Enzym nehmen sowie zu biologischen Mechanismen der Gedächtnisbildung und -veränderung.

Prof. Steffen Roßner vom Paul-Flechsig-Institut hat die Förderung für die Nachwuchsforschergruppe eingeworben: "Wenn es uns gelingt aufzuklären, welchen möglichen Effekt die Prolylendopeptidase auf die extrazelluläre Matrix hat, wären wir einen wesentlichen Schritt weiter im Verständnis von Lern- und Gedächtnisprozessen und somit auch von krankhaften Veränderungen, die zu degenerativen und psychischen Erkrankungen führen können."

Das Vorhaben wird umgesetzt in Zusammenarbeit mit der estnischen Universität Tartu (1632 vom Schwedenkönig Gustav II. Adolf als Universität Dorpat gegründet). Geleitet wird die auf deutscher Seite aus 7 Wissenschaftlern bestehende Gruppe von Dr. Markus Morawski: "Zusammen mit unserem estnischen Partner haben wir im Rahmen eines Vorgängerprojekts bereits initiale Daten gewonnen. Jetzt versuchen wir diese Erkenntnisse an geeigneten Modellen zu überprüfen und bündeln unsere jeweiligen Forschungen."

Gefördert wird das Projekt durch die Sächsische Aufbaubank aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Sachsen mit insgesamt rund 650.000 Euro für eine Gesamtlaufzeit von 1,5 Jahren.

Weitere Informationen:

Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
Prof. Dr. Steffen Roßner
Telefon: +49 (0)341 97-25758
E-Mail: steffen.rossner@medizin.uni-leipzig.de
Web: www.uni-leipzig.de/~pfi
PD Dr. Markus Morawski
Paul Flechsig Institut
Telefon: +49 (0)341 97-25782
E-Mail: morm@medizin.uni-leipzig.de
Weitere Informationen:
http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/pressemeldungen.html?ifab_modus=detail&ifab_id=5096

Diana Smikalla | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics