Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emmy-Noether-Programm: DFG fördert Informatiker der Universität Bremen

27.04.2010
Nachwuchswissenschaftler Dr. Görschwin Fey erhält über mehrere Jahre finanzielle Mittel für die Leitung einer eigenen Projektgruppe in der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur

Große Auszeichnung für einen Nachwuchswissenschaftler im Fachbereich Mathematik/Informatik der Universität Bremen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Dr. Görschwin Fey von der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur in das Emmy-Noether-Programm aufgenommen. Dadurch sichert sie dem 35-jährigen Informatiker über zunächst drei Jahre die Finanzierung einer eigenen Nachwuchsgruppe zu. Die finanzielle Förderung umfasst mehrere Stellen und zusätzliche Mittel für Forschungsreisen. Bei positiver Evaluation verlängert die DFG die Förderung des Projekts um weitere zwei Jahre.

Dem Fehler im Computerchip auf der Spur

In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt sich Dr. Görschwin Fey mit der Fehlersuche bei modernen Computerchips. Diese bestehen aus über einer Milliarde Komponenten, die auf nur wenige Quadratzentimeter große Fläche verbaut werden. Bei einer Fehlerfeststellung gleicht die Bestimmung der Ursache der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Im Rahmen seiner Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur unter der Leitung von Professor Rolf Drechsler hat sich Dr. Görschwin Fey seit einigen Jahren mit der Automatisierung der Fehlersuche beim Entwurf eingebetteter Systeme, die aus Hardware- und Software-Komponenten bestehen, beschäftigt. Unter seiner maßgeblichen Mitarbeit ist in den vergangenen Jahren eine Methodik auf Basis formaler Methoden entwickelt worden, die Fehlerstellen sehr präzise lokalisieren kann. Basierend auf diesen Vorarbeiten ist vor kurzem auch von der Europäischen Union das Projekt DIAMOND mit einem Volumen von 2,9 Millionen Euro genehmigt worden, bei dem die Bremer Arbeitsgruppe mit Partnern aus der Industrie und weiteren Universitäten aus Estland, Österreich und Schweden zusammenarbeitet.

In seinem Projekt „Debugging Eingebetteter Systeme” (DSy) will Dr. Görschwin Fey nun erstmals eine durchgängige Methodik entwickeln, die neue automatisierte Verfahren für Fehlerdiagnose und Fehlerbehebung integriert. Zur Realisierung dieses Vorhabens ist weitere Grundlagenforschung notwendig. So existieren zwar bisher schon verschiedene Verfahren, deren Grenzen und Anwendbarkeit jedoch nicht klar verstanden sind. Auf der Basis theoretischer und praktischer Untersuchungen soll die Integration unterschiedlicher Techniken in einen einheitlichen Ablauf möglich werden. Diese Interaktion der Verfahren soll eine deutliche Beschleunigung des Debuggings im Entwurfsprozess ermöglichen.

Zur Person

Dr. Görschwin Fey arbeitet seit 2002 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur von Professor Rolf Drechsler. Sein Studium der Informatik absolvierte er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie dem Trinity College in Dublin. Nach seiner Promotion in Bremen im Jahr 2006 hatte der Nachwuchswissenschaftler in den Jahren 2007/2008 für sieben Monate eine Gastprofessur an der Universität Tokyo inne. Ein wichtiger Fokus war immer die Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse, die bei der Mitarbeit in verschiedenen Transferprojekten mit Partnern aus der Industrie auch zum praktischen Einsatz kamen.

Zum Emmy-Noether-Programm

Das Emmy-Noether Programm ist nach der deutsch-stämmigen Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935) benannt, die 1933 in die USA emigrierte, und wichtige Beiträge in Algebra und theoretischer Physik leistete. Ziel des Emmy-Noether-Programms ist es, jungen Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit zu ermöglichen. Promovierte Forscher erwerben durch eine in der Regel fünfjährige Förderung die Befähigung zum Hochschullehrer durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe. Bewerben können sich Postdocs mit in der Regel zwei bis vier Jahren Forschungserfahrung nach der Promotion. Die Bewerber müssen über internationale Forschungserfahrung verfügen.

Kontakt:
Universität Bremen
Fachbereich Mathematik/ Informatik (FB 03)
Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur (Leitung Professor Dr. Rolf Drechsler)
Dr. Görschwin Fey
Telefon: 0421 218-63944
E-Mail: fey@informatik.uni-bremen.de

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://www.informatik.uni-bremen.de/agra/ger/index.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht ER-C Synergy Grant: 12 Millionen Euro für die Erforschung von „magischen“ 3D-Nanostrukturen
11.10.2019 | Forschungszentrum Jülich

nachricht 6G und modernste Radare – 6,5 Millionen Euro für Terahertz-Integrationszentrum
10.10.2019 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

Aktuelle Trends an den Finanzmärkten im Schnelldurchlauf

09.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur

11.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt auf der COMPAMED 2019: Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Mikrotechnologien

11.10.2019 | Messenachrichten

Kryptografie für das Auto der Zukunft

11.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics