Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Doppelerfolg für IFW-Forscher: Zwei ERC Grants bewilligt

12.07.2012
Zwei junge Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) - der Chemiker Samuel Sanchez und der Physiker Denys Makarov – erhalten einen „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC).
In einem zweistufigen Verfahren haben sich die Dresdner Wissenschaftler im Wettbewerb der europäischen Nachwuchselite erfolgreich behauptet. Sie erhalten für ihre Projekte eine Förderung von je rund 1,5 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre.

Dr. Denys Makarov und Dr. Samuel Sanchez, beide Postdocs am Institut für Integrative Nanowissenschaften am IFW Dresden wurden vom Europäischen Forschungsrat für je einen der hochdotierten ERC Starting Grants ausgewählt. Sie konnten sich in der Ausschreibung für die europäische Nachwuchsforscherelite mit innovativen und bahnbrechenden Forschungsprojekten durchsetzen, der Physiker Dr. Denys Makarov mit dem Projekt "Shapeable Magnetoelectronics in Research and Technology" und der Chemiker Dr. Samuel Sanchez mit dem Projekt „Lab-in-a-tube and Nanorobotic biosensors“.

Für einen ERC Starting Grant können sich herausragende europäische Nachwuchsforscher bewerben. Neben einem exzellenten Forschungsantrag müssen die Wissenschaftler eine bisher beeindruckende und weiterhin vielversprechende wissenschaftliche Laufbahn nachweisen. Dr. Denys Makarov und Samuel Sanchez ist dies gelungen. Sie sind die ersten beiden Forscher des IFW Dresden, die mit einem „ERC Starting Grant“ ausgezeichnet werden. „Diese beiden Projekte zeigen in beeindruckender Weise, wie unkonventionelle Denkweisen und das Verlassen ausgetretener Pfade zu Durchbrüchen in Wissenschaft und Forschung führen. Ich freue mich sehr, dass es mit dem ERC eine europäische Institution gibt, die genau diese Art der wissenschaftlichen Exzellenz fördert.“ sagt Professor Oliver Schmidt, Direktor des Instituts für Integrative Nanowissenschaften im IFW Dresden.

Dr. Denys Makarov will mit seinem Projekt "Shapeable Magnetoelectronics in Research and Technology" das konventionelle Modell elektronischer Bauelemente durchbrechen und eine flexible und dehnbare Magnetoelektronik entwickeln. Diese Elemente haben die einzigartige Eigenschaft, nach ihrer Herstellung beliebig verformbar und damit vielseitig einsetzbar zu sein. Damit eignen sie sich besonders für die Anwendung in biomedizinischen Fluidsystemen, wo flexible Kanäle mit Biegungen und Windungen die Regel sind. Außerdem können flexible Magnetsensoren in andere, bereits bestehende flexible elektronische Bauelemente integriert werden, um magnetische Felder zu detektieren und auf sie zu reagieren.

Ein vielversprechendes Anwendungsgebiet für flexible Magnetoelektronik sieht Makarov in Elektromotoren und magnetischen Lagerungen. Dort sind dünne dehnbare Magnetsensoren den herkömmlichen Hall-Sensoren überlegen, da sie direkt in den schmalen gekrümmten Spalt zwischen Stator und Rotor platziert werden können, um das Magnetfeld in Echtzeit zu messen. Durch die Verwendung kostengünstiger elastischer Polymere als Substratmaterial sind die dehnbaren Magnetsensoren zudem deutlich billiger als die bisher üblichen Sensoren auf Halbleiterbasis.

Das Projekt von Dr. Samuel Sanchez mit dem Titel „Lab-in-a-tube and Nanorobotic biosensors“ verfolgt das Ziel, funktionale Mikroröhren aus aufgerollten Nanomembranen zu entwickeln und für Anwendungen in biologischen Systemen kompatibel zu machen. Die Mikroröhren sollen als 3D-Mikroreaktoren für lebende Zellen, als integrierbare Biosensoren und als selbst-angetriebene Nanomotoren dienen. Eine besondere Herausforderung für biomedizinische und umwelttechnische Anwendungen dieser neuen Technologie stellt dabei die Biokompatibilität der Nanomotoren und –transporter dar, für die neue Antriebsmechanismen und –agenzien gefunden werden müssen. Transparente Mikroröhren sind außerdem bestens geeignet, um das Verhalten lebender Zellen in einer Umgebung zu untersuchen, die der natürlichen Einbettung in eine dreidimensionale extrazelluläre Matrix sehr nah kommt. Damit werden Langzeituntersuchungen und Manipulationen von Zellkernteilung, DNA-Veränderung und Zelldifferenzierung möglich.

Beide Projekte wurden vom Europäischen Forschungsrat als besonders vielversprechend, innovativ und bahnbrechend beurteilt und werden nun über fünf Jahre mit je1,5 Millionen Euro unterstützt.

Der „ERC Starting Grant“ ist eine Förderlinie des Europäischen Forschungsrats für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler und wird seit 2008 vergeben. Das hoch kompetitive Programm ist themenoffen und hat seinen Schwerpunkt in der Grundlagen- und Pionierforschung. Einmal jährlich werden nach einer Ausschreibung die besten Projektideen zur Förderung ausgewählt. Hier erfolgreich zu sein, bedeutet eine große Auszeichnung für Wissenschaftler und ihre Forschung.

Pressekontakt:
Dr. Carola Langer
Referentin des Wissenschaftlichen Direktors
Tel. +49 351 4659-234
c.langer@ifw-dresden.de

Dr. Denys Makarov
Institut für Integrative Nanowissenschaften am IFW Dresden
Tel. +49 351 4659-648
d.makarov@ifw-dresden.de

Dr. Samuel Sanchez
Institut für Integrative Nanowissenschaften am IFW Dresden
Tel. +49 351 4659-845
s.sanchez@ifw-dresden.de

Dr. Carola Langer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifw-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Klimafreundliche Energie aus Abwärme
20.12.2019 | Technische Universität München

nachricht Der DPG-Technologietransferpreis 2020 geht an Orcan Energy für die Nutzung von Abwärme für die CO2-freie Stromerzeugung
16.12.2019 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics