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DFG-Förderung für weltweit größte Studie zu Einzel-Implantaten im zahnlosen Unterkiefer

21.11.2017

Projekt des UKSH erhält insgesamt 1,275 Mio. Euro / DGZMK fordert Verbesserung der Forschungsbedingungen

Die weltweit größte Studie zu Einzelzahnimplantaten für die Fixierung einer Vollprothese im zahnlosen Unterkiefer wurde jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um drei Jahre verlängert. Das Fördervolumen dieses 2012 begonnenen Projekts der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde (Direktor: Prof. Dr. Matthias Kern) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, beträgt damit rund 1,275 Mio. Euro.


Mittiges Einzel-Implantat zur Verankerung einer Vollprothese

Matthias Kern

Die internationale Bedeutung des Projekts wurde auf der Jahrestagung der European Association for Osseointegration bestätigt. Oberärztin Dr. Nicole Passia gewann dort den mit 2.000 Euro dotierten Award für die beste wissenschaftliche Posterpräsentation. Das Thema der Präsentation stammt aus der Studienforschung: “Single Dental Implant in the Edentulous Mandible (SMIS) – Chewing Efficacy after 24 Months of Observation”.

Die weitere Förderung der Studie wird von der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) begrüßt. "Diese erfolgreiche Forschungsarbeit ist umso bemerkenswerter, als die Bedingungen an den deutschen Hochschulstandorten sowohl in finanzieller als auch personeller Ausstattung alles andere als ideal sind", erklärt der Präsident der DGZMK, Prof. Dr. Michael Walter. Er forderte eine Verbesserung der Forschungsbedingungen.

Um Kosten und Aufwand der Implantation im zahnlosen Kiefer von Senioren zu verringern, wird im Rahmen der Studie untersucht, ob die Verankerung einer Totalprothese über ein einzelnes zentrales Implantat in der Unterkiefermitte eine sinnvolle Alternative darstellen kann. Dabei wird die abnehmbare Zahnprothese mittels einer Druckknopfverankerung am Unterkiefer fixiert. Das dafür notwendige Verankerungsimplantat wird in der Mitte des Unterkiefers eingesetzt.

„Die bisherigen Studienergebnisse weisen darauf hin, dass diese Methode auch nach einem Zeitraum von fünf Jahren zu einer Verbesserung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität und der objektiven Kaufunktion führt“, sagt Prof. Kern. Die aktuellen Ergebnisse dieser Studie wurden jetzt im Journal of Dental Research, einer der hochkarätigsten zahnmedizinischen Fachzeitschriften, publiziert. (Originalpublikation: http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0022034517736063)

Zugleich betreibt die Klinik weitere Studien, um die Versorgung von Patienten mit Vollprothesen weiterzuentwickeln und zu optimieren. In einer neuen Studie wollen die Zahnmediziner am Campus Kiel erforschen, wie effektiv eine Vollprothese im Unterkiefer durch zusätzliche Zahnimplantate verankert werden kann.

Zu diesem Zweck suchen Prof. Kern und sein Team zahnlose Personen ab 50 Jahren, die trotz klinisch adäquat gestalteter Totalprothesen mit dem Sitz ihrer Unterkiefertotalprothese unzufrieden sind. Im Rahmen der Studie erhalten die Patienten in einem chirurgischen Eingriff drei Implantate im Unterkiefer. Anschließend wird die Vollprothese zunächst an einem Implantat befestigt, nach drei Monaten an zwei Implantaten und nach einem halben Jahr an allen drei Implantaten. Dadurch wollen die Forscher herausfinden, wie die Anzahl der im zahnlosen Unterkiefer eingesetzten Implantate die Kaueffektivität beeinflusst.

Markus Brakel | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.dgzmk.de

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