Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert superschnelles Rechnen an der Universität Passau

11.12.2012
Der Universität Passau ist es gelungen, eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe zum Thema „Superschnelles Rechnen“ ins Leben zu rufen.
Die Gruppe trägt den Namen ExaStencils und wird in der ersten Förderphase mit gut 1,2 Millionen Euro gefördert. Sie betrachtet einen im Hochleistungsrechnen weit verbreiteten Anwendungsbereich: die sogenannten Stencilberechnungen.

Ein Stencil (dt: Stempel), ist ein Muster benachbarter Punkte in einem Gitter. In vielen Anwendungen, etwa in der Bildverarbeitung oder in der Simulation physikalischer oder chemischer Prozesse (Verbreitung von Druck oder Temperatur, Bewegung von Flüssigkeiten oder Gasen) bestimmt sich der neue Wert eines jeden Gitterpunktes über die vorherigen Werte an bestimmten benachbarten Punkten, dem Stencil. „In der Anwendung wird dieser Prozess mathematisch als eine Differentialgleichung beschrieben.
Heutzutage müssen derartige Gleichungen unter hohem Aufwand von Hand in hochkomplizierten Code umgesetzt werden, der die Bestandteile eines Supercomputers so nutzt, dass eine möglichst hohe Rechengeschwindigkeit erzielt wird“, erklärt Prof. Christian Lengauer, Inhaber des Lehrstuhls für Programmierung und Koordinator der Forschergruppe.

Prof. Lengauer ist auch Mitglied des Leitungsgremiums des neuen DFG-Schwerpunktprogramms „Software for Exascale Computing“ (SPP 1648), Kurzname: SPPEXA, zu dem ExaStencils gehört. Das Schwerpunktprogramm umfasst insgesamt 13 Gruppen.

Exascale Computing beschreibt das Rechnen mit wenigstens 1018 (eine Eins mit 18 Nullen) Rechenschritten pro Sekunde. Die zurzeit schnellsten Supercomputer schaffen 1016 Schritte und betreiben dafür Hunderttausende Prozessoren gleichzeitig. Die Zusammenarbeit derartig vieler Prozessoren an einer gemeinsamen Aufgabe stellt immense Herausforderungen an die Softwaretechnologie.
Neben der extrem hohen Rechengeschwindigkeit sollen auch eine möglichst automatisierte Erstellung der Software, optimiert für die vorliegende Anwendung und den jeweils anvisierten Supercomputer, ein möglichst geringer Energiebedarf und eine möglichst hohe Ausfallsicherheit erreicht werden. Alle Forschergruppen im Schwerpunktprogramm werden sich diesen Zielen ab Januar 2013 in zwei dreijährigen Förderphasen widmen.

Die Forschergruppe ExaStencils verteilt sich auf drei Standorte. An der Universität Passau ist der Lehrstuhl für Programmierung (Prof. Lengauer und Dr. Armin Größlinger) für die automatische Parallelisierung des Programmcodes zuständig. Die Emmy-Noether-Gruppe für Softwareproduktlinien (Dr.-Ing. Sven Apel) verwaltet Tausende verschiedener möglicher Stencilprogramme sowie entsprechendes Anwendungswissen in Form einer Produktlinie, so dass Ähnlichkeiten von verschiedenen Stencilberechnungen während der automatischen Generierung erkannt und ausgenutzt werden können.
An der Universität Wuppertal ist die Juniorprofessur für Angewandte Informatik (Prof. Matthias Bolten) für die Aufbereitung der mathematischen Sachverhalte zur Erreichung von Exascale-Leistung zuständig. An der Universität Erlangen-Nürnberg widmen sich zwei Lehrstühle der rechnernahen Optimierung: Der Lehrstuhl für Simulationswissenschaft (Prof. Ulrich Rüde und Dr.-Ing. Harald Köstler) konzentriert sich auf die Zusammenarbeit verschiedener Prozessoren, der Lehrstuhl für Hardware/Software-Codesign (Prof. Jürgen Teich und Dr.-Ing. Frank Hannig) auf die Abläufe innerhalb eines Prozessors.

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Prof. Dr. Christian Lengauer, Tel. 0851/509-3070, oder an das Referat für Medienarbeit der Universität Passau, Tel. 0851/509-1439.

Katrina Jordan | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-passau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Millionenförderung für Deep-Learning-Projekt in Leipzig
15.08.2018 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

nachricht Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb
14.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics