Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Communicator-Preis 2013 an Metin Tolan

17.04.2013
Dortmunder Wissenschaftler wird für seine vielfältige und besonders originelle Vermittlung physikalischer Fragen und Forschungsergebnisse in Öffentlichkeit und Medien ausgezeichnet
Der diesjährige Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft geht an den Experimentalphysiker Metin Tolan. Der Wissenschaftler von der Technischen Universität Dortmund wird damit für seine vielfältige und besonders originelle Vermittlung physikalischer Fragestellungen und Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit und Medien ausgezeichnet.

Der „Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes“ ist mit 50 000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste Auszeichnung seiner Art in Deutschland. Der Preis wird seit 2000 an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die ihre Forschungsergebnisse und die ihres Faches einem breiten Publikum außerhalb der Wissenschaft nahebringen. Mit der Auszeichnung hervorragender Wissenschaftskommunikatoren wollen DFG und Stifterverband den immer wichtigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärken und zugleich dafür werben, dass die Vermittlung von Wissenschaft in der Wissenschaft selbst einen höheren Stellenwert erhält.
Gekürt werden die Preisträger von einer Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten unter dem Vorsitz eines DFG-Vizepräsidenten. Für die diesjährige Preisrunde hatten sich insgesamt 49 Forscherinnen und Forscher aus allen Wissenschaftsgebieten beworben oder waren vorgeschlagen worden, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Von ihnen kamen elf in die engere Wahl und vier in die Schlussrunde, in der sich Metin Tolan durchsetzte.

Der 48-jährige Experimentalphysiker konnte die Jury vor allem mit seinen originellen und vielfältigen Vermittlungsformaten überzeugen. Beispiele hierfür sind die Veranstaltungsreihe „Samstags: Zwischen Brötchen und Borussia – Moderne Physik für alle“, die seit 2003 regelmäßig von mehreren Hundert Besucherinnen und Besuchern verfolgt wird, Tolans Internet-Blogs zur Physik des Fußballspiels oder seine erfolgreichen Sachbücher „Geschüttelt, nicht gerührt – James Bond und die Physik“ (zusammen mit Joachim Stolze) und „Die Titanic – Mit Physik in den Untergang“. In Hörfunk und Fernsehen ist Tolan als Gesprächspartner und mit eigenen Beiträgen regelmäßig zu Gast, in der Öffentlichkeit hat er in mehr als 500 Vorträgen allgemein bekannte Phänomene und Fragestellungen aus Geschichte, Alltag und Film aus der Perspektive des Physikers erklärt. Als vorbildlich wertete die Jury auch Tolans Engagement an Schulen, so etwa seinen regelmäßigen Physikunterricht an einer Dortmunder Realschule, an der der Großteil der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund hat.
Bei seinen Vermittlungsaktivitäten greift Tolan immer wieder auch auf eigene Forschungsarbeiten und -ergebnisse zurück, beispielsweise auf seine materialwissenschaftlichen Forschungen zur Beschaffenheit von Stahl bei der Schilderung des Titanic-Untergangs oder auf seine Arbeiten zur Nutzung von Röntgenstrahlung für die Materialforschung, wenn es um Szenen aus James-Bond-Filmen geht, in denen die Hauptfigur scheinbar durch Wände hindurchsieht.

Metin Tolan ist seit 2001 Professor und Lehrstuhlinhaber für Experimentelle Physik an der TU Dortmund. Zuvor war er als Hochschulassistent und Privatdozent an der Universität Kiel tätig, an der er auch studiert und nach dem Diplom promoviert und sich habilitiert hatte. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Erforschung des Grenzflächenverhaltens von Polymeren, Biomaterialien, Flüssigkeiten und anderen „weichen Materialien“ mit Röntgenstrahlung sowie die Nutzung von Synchrotronstrahlung für die Materialforschung, unter anderem in dem von ihm geleiteten Dortmunder Zentrum für Synchrotronstrahlung, das den Elektronenspeicherring „Delta“ betreibt. 2008 erhielt er den Lehrpreis der TU Dortmund, 2010 wurde er von der Zeitschrift Unicum Beruf zum „Professor des Jahres“ im Bereich Naturwissenschaften und Medizin ausgewählt. Seit 2008 ist Tolan zudem Prorektor seiner Hochschule, zunächst für Forschung, seit 2011 für Lehre.

Von der DFG wurden Tolans Forschungsarbeiten mit mehreren Einzelprojekten und im Rahmen einer Forschergruppe gefördert. Seit 2012 ist Tolan Mitglied im DFG-Fachkollegium „Experimentelle Physik der kondensierten Materie“ und gehört damit zu den von den jeweiligen Fachvertreterinnen und -vertretern gewählten Wissenschaftlern, denen im Begutachtungs- und Entscheidungsprozess der zentralen Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland eine besondere Bedeutung zukommt.

Tolan ist der inzwischen 14. Preisträger des Communicator-Preises. Unter den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern waren unter anderem die Mathematiker Albrecht Beutelspacher und Günter M. Ziegler, der Meeresforscher Gerold Wefer, der Astrophysiker Harald Lesch, der Paläobiologe Friedemann Schrenk, die Sozialforscherin Jutta Allmendinger, die Arbeitsgruppe Glaziologie am Alfred Wegener-Institut und der Risikoforscher Gerd Gigerenzer. Im vergangenen Jahr wurde der Bienenforscher und Verhaltensbiologe Jürgen Tautz ausgezeichnet.

Die Verleihung des Communicator-Preises findet am 2. Juli 2013 im Rahmen der Jahresversammlung der DFG in Berlin statt. Das Preisgeld stammt vom Stifterverband, in dem sich mehr als 3000 Unternehmen und Privatpersonen für die Förderung der Wissenschaft und deren Austausch mit der Öffentlichkeit engagieren. Darüber hinaus erhält Metin Tolan ein Hologramm, das den Communicator-Preis symbolisiert. Das vom Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltete Werk soll die Bedeutung der Transparenz in der Wissenschaft sichtbar machen und zeigen, dass es sich lohnt, die Dinge „ins rechte Licht zu rücken“. Wie das Hologramm entfaltet auch die Wissenschaft nur dann ihre ganze Strahlkraft.

Weitere Informationen
Ausführliche Informationen zum Communicator-Preis und den bisherigen Preisträgern finden sich unter: www.dfg.de/communicator-preis/

Ansprechpartner in der DFG:
Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 228 885-2230, Marco.Finetti@dfg.de

Ansprechpartner beim Stifterverband:
Moritz Kralemann, Leiter Presse und Pressesprecher, Tel. +49 30 322 982-527, moritz.kralemann@stifterverband.de

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/communicator-preis/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics