Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Briese-Preis für Meeresforschung 2012 geht an Lena Menzel und Verena Salman

09.01.2013
Am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde wird am kommenden Montag, den 14. Januar 2013, zum dritten Mal der „Briese-Preis für Meeresforschung“ verliehen. „Die Entscheidung fiel uns angesichts der hohen Zahl exzellenter Bewerbungen in diesem Jahr sehr schwer“, berichtet Privatdozentin Dr. Joanna Waniek als Mitglied der Jury. „Schließlich machten zwei Kandidatinnen das Rennen.“

Auf Empfehlung der Jury wird der Briese Preis 2012 zwischen Dr. Lena Menzel und Dr. Verena Salman geteilt. Beiden Wissenschaftlerinnen bescheinigten die Juroren, mit ihren herausragenden Dissertationen auf dem jeweiligen Forschungsfeld zukunftsweisende Ergebnisse erzielt zu haben.

„Sie zeigen in überzeugender Art und Weise wie klassische und moderne Methoden nebeneinander zu Ergebnissen führen, die die Meeresforschung vorantreiben,“ erläutert Joanna Waniek die Bewertung der Jury. „Gleichzeitig führen sie uns noch einmal vor Augen, wie wichtig die Forschungsschiffe als Arbeitsplattform sind.“

Lena Menzel untersuchte an Copepoden der Tiefsee geographische Verteilungsmuster und deren Steuerungsfaktoren. Dazu bearbeitete sie Probenmaterial von 113 Stationen aus unterschiedlichen Meeresregionen mit insgesamt 717 Einzelproben. Sie bestimmte im Verlauf dieser umfangreichen Studie mehr als 4.000 Einzelorganismen und beschrieb dabei vier neue Arten. Diese taxonomische Meisterleistung diente jedoch vorrangig dem Ziel eine wissenschaftliche Hypothese zu überprüfen:

Auf der Basis ihrer Analysen widerlegte Frau Menzel am Beispiel der untermeerischen Gebirgszüge zwischen dem Kap Angola und dem Guineabecken die Annahme, dass geographische Barrieren die Ausbreitung von Tiefseearten unterbinden. Ihre Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Biodiversität in der Tiefsee und werden diesbezügliche Untersuchungen in der Zukunft beeinflussen.

Verena Salman untersuchte die Verwandtschaft und Evolution von großen Schwefelbakterien an zahlreichen Proben aus den unterschiedlichsten Meeresgebieten (z.B. vor Namibia, Chile, Costa Rica). Die „Riesen“ unter den Bakterien verfügen über einen einzigartigen Zellaufbau, der es ihnen ermöglicht ein Depot des für sie lebensnotwendigen Nitrats anzulegen. Damit können sie in einer Sauerstoff-freien, Sulfid-haltigen Umgebung überleben. Sie regulieren den Sulfidhaushalt zwischen Meeresboden und Wassersäule und stellen ein Bindeglied zwischen den Stoffkreisläufen von Stickstoff und Schwefel dar. Die Tragweite dieser Funktionen zu erforschen, wird die Aufgabe zukünftiger mariner Biogeochemiker sein. Frau Salman bereitete den Weg, indem sie in ihrer Arbeit nachwies, dass die Klassifizierung der untersuchten Schwefelbakterienfamilie bislang fehlerhaft war und Änderungen notwendig sind.

Der mit 5.000 EUR dotierte BRIESE-Preis für Meeresforschung wird durch die Reederei Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG (Leer/Ostfriesland) gestiftet, die seit 2004 für die Bereederung der mittelgroßen deutschen Forschungsschiffe zuständig ist. Die wissenschaftliche Betreuung der Preisvergabe erfolgt durch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Mit dem Preis, der seit 2010 jährlich vergeben wird, werden herausragende Promotionen der Meeresforschung prämiert, deren Ergebnisse in besonders engem Zusammenhang mit dem Einsatz von Forschungsschiffen und der Verwendung und Entwicklung von Technik und/oder der Datenerhebung auf See stehen.

Kurzvorstellung der Preisträger

Der Briese-Preis 2012 geht an:

Dr. Lena Menzel für ihre Promotion „Argestidae Por, 1986 (Copepoda, Harpacticoida) in the deep sea – systematics and geographical distribution“

Promotion mit „magna cum laude” im Juli 2011 an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Betreuer: Prof. Pedro Martínez Arbizu und Dr. Kai Horst George)

sowie an

Dr. Verena Salman für ihre Promotion „Diversity studies and molecular analyses with single cells and filaments of large, colorless sulfur bacteria“ durchgeführt am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen.

Promotion mit „summa cum laude“ im April 2011 vorgelegt im Fachbereich Biologie / Chemie der Universität Bremen (Betreuerin: Prof. Dr. Heide Schulz-Vogt)

Dr. Barbara Hentzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.io-warnemuende.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Millionenförderung für Deep-Learning-Projekt in Leipzig
15.08.2018 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

nachricht Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb
14.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics