Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biochip made in Jena mit Thüringer Foschungspreis ausgezeichnet

21.03.2011
Die „Jenaer Biochip-Initiative“ (JBCI) um Dr. Robert Möller vom Institut für Photonische Technologien (IPHT) und dem Institut für Physikalische Chemie (IPC) der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält zusammen mit dem Friedrich-Loeffler-Institut den renommierten Thüringer Forschungspreis in der Kategorie Angewandte Forschung. Geehrt wird die herausragende Entwicklung auf dem Gebiet der schnellen Vor-Ort-Analyse von Mikroorganismen.

Ob Maul- und Klauenseuche, Vogelgrippe oder Kartoffelfäule - überall da, wo Krankheitserreger schnell und zuverlässig identifiziert werden müssen, kann das innerhalb der JBCI entwickelte Chip-System helfen. Bisherigen klassischen mikrobiologischen Analysen ist es in punkto Schnelligkeit überlegen. Diese brauchen mehrere Tage. Der Biochip kann, je nach Anwendung, in wenigen Stunden ein eindeutiges Ergebniss liefern. Übliche Speziallabore sind nicht nötig. Außerdem kommt ein Chip-Test mit weniger Verbrauchsmateriel aus und verursacht geringere Kosten.

Schäden in Milliardenhöhe können durch das neue System abgewendet werden. Immer wieder verursachen Mikroorganismen wie Salmonellen im Fleisch oder Legionellen im Wasser schwere ökologische und medizinische Krisen. Beim Ausbruch der Maul- und Klauenseuche 2001 in Großbritannien mussten mehr als vier Millionen Tiere getötet werden. Nur wenn die Erreger bekannt sind, ist eine gezielte Bekämpfung möglich. Im Vergleich zu anderen Chipsystemen basiert die Erkennung der Erreger beim Jenaer Biochip auf einer einfachen Leitfähigkeitsmessung. Auf dem Chip von der Größe einer Ein-Cent-Münze überbrückt bei einem positiven Nachweis eine dünne Silberschicht zwei Elektroden. Alle Reaktionsschritte sind in einer Kammer realisiert, die zusammen mit einer Pumpe, der Ansteuerungs- und Ausleseeinheit in einen Aktenkoffer passen.

„Die erneute Auszeichnung auf dem Gebiet der angewandten Forschung ist für uns eine außerordentliche Anerkennung. Es zeigt uns nach der Ehrung der Terahertz-Sicherheitskamera im vergangenen Jahr, dass wir auch auf den Gebieten der medizinischen Diagnostik und der Umweltüberwachung sehr erfolgreich forschen. Das ist ein riesiger Ansporn für die weiteren wissenschaftlichen Arbeiten“, so Prof. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des IPHT und Institutsdirektor des IPC.

Nachdem sich das System beim Nachweis von Pflanzenpathogenen und gefährlichen Tierseuchenerregen bewährt hat, arbeiten die JBCI-Wissenschaftler nun an der Weiterentwicklung für medizinische Fragenstellungen.

Die Innoprofile-Nachwuchsforschergruppe JBCI gründete sich 2006 am Institut für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität in Zusammenarbeit mit dem IPHT, unter der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Nach zahlreichen Auszeichnungen für Dr. Robert Möller auf dem Gebiet der chipbasierten Bioanalytik kann sich das junge, innovative Team in diesem Jahr ebenfalls auf die Ehrung „Ausgewählter Ort 2011“ im Land der Ideen freuen.

Der Thüringer Forschungspreis wird am 01. April 2011 in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität Jena offiziell durch Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, an die Preisträger übergeben.

Daniel Siegesmund | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipht-jena.de
http://www.ipht-jena.de/forschungsabteilungen/spektroskopie-bildgebung/jenaer-biochip-initiative.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics