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Bessel-Preis für internationale Ökonomin

10.12.2015

Mit einem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung kehrt die Ökonomin Prof. Dr. Dr. Ulrike Malmendier aus den USA für ein Jahr an die Universität Bonn zurück. Hier studierte sie Ökonomie und Recht, bevor sie zu einer internationalen Karriere durchstartete. Prof. Dr. Hendrik Hakenes, Professor für Finanzwirtschaft an der Bonner Alma mater, hat die renommierte Wissenschaftlerin für den Preis vorgeschlagen. Prof. Malmendier erforscht den Einfluss von persönlichen Erfahrungen auf Finanzentscheidungen. Die Auszeichnung ist mit 45.000 Euro dotiert.

Prof. Dr. Dr. Ulrike Malmendier von der University of California Berkeley (USA) kehrt für ein Jahr an die Universität Bonn zurück, wo sie ihr Ökonomie- und Jura-Studium sowie ihre erste (juristische) Promotion absolvierte.


Prof. Dr. Ulrike Malmendier, Ph.D., von der University of California Berkeley (USA) forscht ein Jahr mit einem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung an der Universität Bonn.

© Foto: Genevieve Shiffrar, Oakland, Calif.

Für ihre hervorragenden Forschungsleistungen wird sie nun von der Humboldt-Stiftung mit dem angesehenen Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis ausgezeichnet. Dr. Hendrik Hakenes, Professor für Finanzwirtschaft und Direktor des Instituts für Finanzmarktökonomie und Statistik der Universität Bonn, hat die international renommierte Wissenschaftlerin für den Bessel-Preis vorgeschlagen:

„Ulrike Malmendier ist eine führende Forscherin im Bereich der Verhaltensökonomik und der Unternehmensfinanzierung. Sie für eine Zeit in Bonn zu haben, ist eine große Chance für mich und meine Kollegen.“

An der Universität Bonn kann Prof. Malmendier nun ein selbst gewähltes wissenschaftliches Vorhaben durchführen. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen „Experience Effects“ in der Ökonomie. Dabei geht es darum, wie sich persönliche Erlebnisse auf die Erwartungen zu finanziellen Risiken und damit letztendlich auf finanzielle Entscheidungen auswirken.

„Solche individuellen Erfahrungen haben für den Rest des Lebens sehr starke Einflüsse auf Risikoentscheidungen, was ich vor allem im Bereich persönlicher Finanzentscheidungen zusammen mit anderen Forschern von der University of Michigan und der University of California Berkeley nachgewiesen habe“, berichtet Prof. Malmendier. An der Universität Bonn forschen eine ganze Reihe von Wissenschaftlern an ganz ähnlichen Themen. „Ich freue mich auf einen regen Austausch mit diesen Kollegen und viele Gespräche mit Herrn Prof. Hakenes“, sagt die Gastwissenschaftlerin.

Vom Rhein nach Kalifornien und zurück

Ulrike Malmendier (42) wurde in Köln geboren und absolvierte in Bonn ein Doppelstudium in Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften. In VWL schloss sie ihr Studium mit dem Diplom ab, in den Rechtswissenschaften, nach Auslandsstudium in Oxford, mit der Promotion im Römischen Recht.

Vom Rhein aus wechselte die Alumna an die Harvard Universität (USA), wo ein Ph.D. in Ökonomie folgte. Sie startete ihre Professorenkarriere an der Stanford University und wechselte später, nach Aufenthalten in Chicago, Princeton und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen, an die University of California Berkeley. Einen Ruf aus Harvard hat sie vor kurzem abgelehnt und plant derzeit, langfristig an der UC Berkeley zu bleiben.

Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern wird sie bis Juni 2016 in Bonn sein. „Es ist wirklich schön, wieder hier zu sein“, sagt Prof. Malmendier. „Bonn ist eine tolle Stadt für Familien.“ Zusammen genießen sie sowohl Ausflüge ins Grüne als auch das vielfältige kulturelle Angebot. Außerdem gefällt der Ökonomie-Professorin das internationale Flair.

Seit mehreren Wochen wohnt die Gastwissenschaftlerin in Plittersdorf. Ihre einzige Klage: Sie ist immer noch auf der Suche nach einer typischen deutschen Traditionsbäckerei. „Davon schwärme ich in Amerika immer allen vor!“ Ihre Kinder schätzen den bunten Herbst, mussten sich aber noch daran gewöhnen, im mit Kalifornien vergleichsweise kühleren Rheinland nun Handschuhe tragen zu müssen.

Bessel-Preis für internationale Spitzenforscher

Die Humboldt-Stiftung zeichnet jährlich nur etwa 20 Spitzenforscher aus dem Ausland mit dem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis aus. Die Nominierung erfolgt durch Wissenschaftler in Deutschland. Die Preisträger können mit ihren hiesigen Kooperationspartnern Forschungsvorhaben von bis zu einem Jahr durchführen. Der Preis ist mit 45.000 Euro dotiert.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Ulrike Malmendier, Ph.D.
University of California Berkeley
Tel. 0228/739238 oder 739240
E-Mail: ulrike@berkeley.edu

Prof. Dr. Hendrik Hakenes
Direktor des Instituts für Finanzmarktökonomie und Statistik
Universität Bonn
Tel. 0228/739225
E-Mail: hakenes@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

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