Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Nachwuchsforscher

24.10.2006
Hochrangige Forschungspreise für zwei Wissenschaftler des Klinikums

Gleich zwei Nachwuchswissenschaftlern der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM) sind kürzlich die mit je 80.000 US-Dollar dotierten "Clinical Scholar Research Awards 2007" der "International Anesthesia Research Society" (IARS) zugesprochen worden. Dabei handelt es sich um sehr renommierte Preise, um die sich hochkarätige Wissenschaftler aus aller Welt, vor allem aber aus den USA, mit ihren Forschungsprojekten bewerben.

Der Naturwissenschaftlerin Dr. Kerstin Jurk wurde der Preis zuerkannt für ein Projekt über die Rolle der Blutplättchen als Entzündungszellen bei der Pathogenese von Sepsis. Sepsis ist zur Zeit die Haupttodesursache auf den chirurgischen Intensivstationen. Man spricht von einer Sepsis, wenn die Erreger - meist handelt es sich um Bakterien - oder die von ihnen produzierte Gifte bei einer Infektionskrankheit den ursprünglichen Entzündungsherd verlassen und sich über das Blut im Organismus ausbreiten.

Dr. Jurk erforscht bereits seit längerem in der Arbeitsgruppe "Experimentelle und Klinische Hämostaseologie" unter der Leitung von Prof. Dr. Beate Kehrel die enge Verflechtung zwischen Blutstillungs- und Entzündungsprozessen auf zellulärer Ebene. Dabei spielt insbesondere die direkte Wechselwirkung zwischen den Hauptakteuren der Blutgerinnung, den Blutplättchen, und den klassischen Entzündungszellen, den weißen Blutkörperchen, eine zentrale Rolle. Eine gestörte Regulation dieses Prozesses scheint bei der überschießenden Entzündungsreaktion für die Entstehung einer lebensbedrohlichen Sepsis verantwortlich zu sein. Ziel des mit 80.000 Dollar geförderten Projektes ist es, die Wechselwirkung zwischen Entzündungszellen und Gefäßwandzellen spezifisch zu blockieren, damit therapeutische Ansätze entwickelt werden können, die den entzündlichen Amoklauf bei Sepsis-Patienten verhindern.

Der Mediziner Dr. Klaus Hahnenkamp erhält den Preis für eine Klinische Studie zu den positiven Effekten von intravenös applizierten Lokalanästhetika. Auch nach ausgedehnten Bauchoperationen sind Patienten, wenn sie eine rückenmarksnahe Regionalanästhesie (Epiduralanästhesie) erhalten haben, schmerzfrei. Leider kann aufgrund von Kontraindikationen nicht jeder Patient eine solche Epiduralanästhesie erhalten. In der jetzt durch die IARS geförderten klinischen Studie wird Hahnenkamp den Effekt einer intravenösen Gabe von Lokalanästhetika mit den Effekten einer Epiduralanästhesie vergleichen. Sollten sich seine Vermutungen bestätigen, könnten auch die Patienten, die keine Epiduralanästhesie erhalten können, von einer solchen Gabe von Lokalanästhetika profitieren.

| Universitaet Muenster
Weitere Informationen:
http://anaesthesie.klinikum.uni-muenster.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Pflanzenmütter kommunizieren mit ihren Embryonen über das Hormon Auxin

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus wird zum Internetstar

17.07.2018 | Architektur Bauwesen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics