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Helmholtz-Wissenschaftler für Deutschen Zukunftspreis 2006 nominiert

14.09.2006
Für die Entwicklung eines Hirnschrittmachers zur Behandlung von Nervenerkrankungen wie Parkinson sind heute Prof. Dr. Dr. Peter A. Tass vom Forschungszentrum Jülich in der Helmholtz-Gemeinschaft und Prof. Dr. Volker Sturm von der Universität Köln für den Deutschen Zukunftspreis 2006 nominiert worden.

"Wir sind stolz darauf, dass ein Projekt mit Helmholtz-Wissenschaftlern unter die Runde der besten vier vorgestoßen ist", so der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Jürgen Mlynek. "Und noch etwas wird deutlich: Wirkliche Innovationen kommen aus der Grundlagenforschung. Wir dürfen uns bei der Forschungsförderung nicht verleiten lassen, nur vermeintlich wirtschaftsrelevante Themen aufzugreifen.

Gleichwohl brauchen wir mehr Wissenschaftler wie Tass und Sturm, die auch erkennen, wenn sich Ergebnisse aus der Grundlagenforschung für eine Anwendung anbieten und dann den Mut und Unternehmergeist haben, dies durch eine Firmengründung auch umzusetzen."

Parkinson ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. In Deutschland gibt es etwa 150.000 Parkinson-Patienten, Schätzungen gehen sogar von 250.000 bis 400.000 Betroffenen aus. Bei Parkinson-Patienten signalisieren bestimmte Nervenzellen des Gehirns fehlerhaft. Während gesunde Nervenzellen ihre Signale gezielt und aufeinander folgend von einer Zelle zur nächsten weitergeben, feuern bei Erkrankten die Nervenzellen einer bestimmten Hirnregion synchron, das heißt alle gleichzeitig. Als Folge hat der Patient Schwierigkeiten, seine Feinmotorik zu steuern: Die Hände zittern stark, einfache Tätigkeiten wie das Zuknöpfen der Kleidung werden unmöglich. Später kommen Steifheit und Verlangsamung hinzu. Schließlich ist der Patient bewegungsunfähig.

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Tass und seine Mitarbeiter haben das synchrone Feuern der betroffenen Hirngebiete in mathematischen Modellen nachgebildet und Simulationstechniken entwickelt. Auf dieser Grundlage entwickelten sie ein neues Verfahren zur Hirnstimulierung, das einzelne elektrische Impulse bedarfsgesteuert an unterschiedliche Gruppen von Nervenzellen verabreicht. Bei dem Verfahren werden die Nervenimpulse nicht wie bei herkömmlichen Implantaten unterdrückt, sondern aus dem Takt gebracht, also desynchronisiert. Wie die erfolgreiche erste klinische Erprobung gemeinsam mit dem Forschungspartner Sturm am Universitätsklinikum Köln zeigte, wird das Zittern bei Patienten mit Parkinson besser und mit erheblich weniger Reizstrom unterdrückt.

Der mit 250.000 Euro dotierte Deutsche Zukunftspreis - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation - wird am 23. November 2006 von Bundespräsident Horst Köhler verliehen. Ausgezeichnet werden Projekte, die nicht nur von hoher wissenschaftlicher Qualität sind, sondern zugleich vor einer wirtschaftlichen Nutzung stehen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

| Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de
http://www.helmholtz.de/deutscherzukunftspreis

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