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Lungenforschung erhält europäische Spitzenförderung

18.01.2006


Lungenzentrum Gießen koordiniert bisher größtes EU-Projekt der Justus-Liebig-Universität mit 31 Partnerinstituten aus 14 europäischen Ländern zum Thema Lungenhochdruck



Zum Jahresbeginn 2006 hat das bisher größte von der Justus-Liebig-Universität Gießen aus koordinierte EU-Projekt "Pulmotension" seine Arbeit aufgenommen: Ein Expertenverbund mit 31 Partnerinstitutionen aus 14 europäischen Ländern soll unter Leitung von Prof. Dr. Werner Seeger vom Lungenzentrum Gießen (UGLC, University of Giessen Lung Center) neue Erkenntnisse und Therapien des Lungenhochdrucks erforschen. Dazu stellt die Europäische Union (EU) 11,4 Mio Euro Fördergelder über einen Zeitraum von vier Jahren zur Verfügung. Das erste Treffen des Wissenschaftskonsortiums findet am 9. und 10. Februar in Gießen statt.



Mit dem offiziellen Startschuss am 1. Januar 2006 haben ausgewiesene Lungenfachleute aus unterschiedlichen Fachrichtungen mit der Umsetzung eines umfassenden Konzeptes begonnen, das auf die Erforschung und Heilung des Lungenhochdruck, einer lebensbedrohlichen Erkrankung, abzielt.

"Es ist uns gelungen, 31 Partnerinstitutionen aus 14 europäischen Ländern für dieses Projekt zu gewinnen. Jeder Aspekt des Lungenhochdrucks - vom Molekül bis zur Behandlung betroffener Patienten - wird dabei untersucht", erläutert Prof. Dr. Werner Seeger, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, diesen translationalen Forschungsansatz.

Das medizinische Großprojekt "Pulmotension", das die Europäische Union (EU) mit insgesamt 11,4 Mio Euro fördert, ermöglicht es dem Expertenverbund sich über vier Jahre intensiv mit dem Krankheitsbild Lungenhochdruck zu beschäftigen. Der Lungenhochdruck, medizinisch auch als Pulmonale Hypertonie (PH) bezeichnet, beschreibt schwerwiegende Veränderungen des Lungengefäßbettes, die entweder direkt oder infolge verschiedener Herz-Kreislauferkrankungen entstehen können. Betroffene Patienten leiden unter zunehmender Atemnot und dem Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit. Sie sterben vielfach am so genannten Rechtsherzversagen. Trotz jüngster Therapiedurchbrüche - z.B. die Einführung der Behandlung von Lungenhochdruck mit Viagra? durch das Team um Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger - sind die Therapiemöglichkeiten dieser Erkrankung eingeschränkt.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Seeger werden Grundlagenforscher und klinische Mediziner aus führenden westeuropäischen Zentren und insgesamt acht industrielle Unternehmen gezielt molekulare Erkenntnisse erarbeiten und mögliche Ansatzpunkte für neue Therapieansätze identifizieren. Von Gießen aus werden europaweite präklinische und klinische Studien organisiert, sowie eine PH-Gewebe- und Datenbank aufgebaut. Neben der Gesamtkoordination ist das Lungenzentrum Gießen mit insgesamt vier Arbeitsgruppen außerdem der größte Partner innerhalb des Konsortiums. Die beteiligten Arbeitsgruppen leiten Prof. Dr. Thomas Braun vom Max-Planck-Institut in Bad Nauheim, Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, PD Dr. Norbert Weissmann und Dr. Oliver Eickelberg von den Abteilungen II und V des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

"Pulmotension" ist das bisher größte EU-Projekt, das von der Justus-Liebig-Universität Gießen aus koordiniert wird. Mit der Förderung durch die Europäische Union erfährt der Schwerpunkt "Lebenswissenschaften" der Universität Gießen eine weitere wesentliche Verstärkung.

Kontakt:

Dr. Christiane Eickelberg
Tel.: 0641/4808774 (8.00-14.00 Uhr)
E-mail: christiane.eickelberg@uglc.de

Christel Lauterbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.uglc.de

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