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Vom Zusammenspiel winziger Proteine bis zu den Rätseln der ältesten Sterne

12.01.2004


Vier zukunftsweisende Forschungsprojekte mit dem Philip Morris Forschungspreis 2004 ausgezeichnet

Das Zusammenspiel winziger Proteine in lebenden Zellen, Brücken zwischen den Signalen von Nerven und Computern, die Rätsel der ältesten Sterne des Universums sowie die finanziellen Lasten für kommende Generationen - das sind die Themen von vier Forschungsprojekten, die in diesem Jahr mit dem renommierten Philip Morris Forschungspreis ausgezeichnet werden. Wie die Philip Morris Stiftung am Montag in München mitteilte, hat die unabhängige Jury entschieden, die mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Auszeichnung an drei Forscher und ein Team aus Dresden, Martinsried bei München, Bonn und Freiburg zu vergeben.

Das Zusammenspiel von Proteinen, Enzymen und Nukleinsäuren in den Zellen jedes Organismus ist die biochemische Basis des Lebens. Die 35-jährige Biophysikerin Prof. Petra Schwille von der Technischen Universität Dresden erhält den Philip Morris Forschungspreis für die Entwicklung eines Nachweisverfahrens, mit dem es möglich wird, dieses Zusammenwirken einzelner Biomoleküle in der lebenden Zelle unter dem Mikroskop zu beobachten. Ihre "Zweiphotonen- Kreuzkorrelations-Spektroskopie" ermöglicht der modernen Bioforschung die Aufklärung grundlegender Lebensvorgänge. Von dem neuen Verfahren werden auch bedeutende Impulse für die Proteomforschung erwartet, die als Schlüsselgebiet der Bioforschung gilt.

Dem 61-jährigen Biophysiker Prof. Peter Fromherz vom Max-Planck- Institut für Biochemie in Martinsried bei München gelang mit seinen Forschungsarbeiten erstmals das Überbrücken von Barrieren zwischen Nervenzellen und Computern. Beide Welten standen bislang völlig getrennt nebeneinander, obwohl in Lebewesen wie in Computern Informationen durch elektrische Signale übertragen und verarbeitet werden. Prof. Fromherz erhält den Philip Morris Forschungspreis weil es ihm gelang, Nervenzellen gezielt mit Transistoren von Halbleiterchips zu koppeln, so dass Informationen aus den Nerven in die Chips und wieder zurück übertragen werden können. Neben wichtigen Anregungen für die Pharma- und die Gehirnforschung sowie für die Entwicklung computergesteuerter Prothesen erhofft sich Prof. Fromherz daraus auch Anstöße für eine philosophische Diskussion über Gehirn und Computer.

Mit Hilfe höchst empfindlicher Strahlungsmessgeräte, so genannter Bolometer, ist der 46-jährige Astrophysiker Prof. Karl Menten vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie auf der Spur der ältesten Sterne des Universums, zusammen mit seinen Kollegen Dr. Ernst Kreysa und Dr. Frank Bertoldi. Jüngste Entdeckung des Teams, die generelle Zweifel an den gängigen Theorien zur Entstehung von Galaxien und Sternen weckt, ist der Nachweis von Sternenstaub aus den Kindertagen des Universums. Grundlage für diese Entdeckungen ist die technische Entwicklung ganzer Felder von hunderten supraleitenden Bolometern, die das Eintreffen einzelner Photonen nachweisen und zu einem Bild zusammensetzen, ähnlich wie Pixel einer Digitalfotografie. Bei dieser Technik sind die Bonner Wissenschaftler weltweit führend.

Der 46-jährige Finanzwissenschaftler Prof. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg hat sich vor allem mit der Entwicklung von Generationenbilanzen beschäftigt, in denen er untersucht, wie soziale Sicherungssysteme nachhaltig finanzierbar sind. Diese volkswirtschaftliche Methode, die seit Ende der achtziger Jahre entwickelt wurde, ergänzt die herkömmlichen Indikatoren staatlicher Aktivitäten um die Möglichkeit, auch Umverteilungseffekte und Lastenverschiebungen zwischen den Generationen zu berechnen.

Der Philip Morris Forschungspreis gilt in Deutschland als eine der angesehensten Auszeichnungen für Wissenschaftler. Er wird seit 1983 jährlich verliehen. Die Philip Morris Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit Forscher und ihre Projekte einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Damit will sie Berührungsängste zu Wissenschaft und Technik abzubauen und herausragende Beispiele für Spitzenforschung ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Mit der Philip Morris Stiftung verdeutlicht die Philip Morris GmbH ihr Engagement für die Gesellschaft und ihre Bereitschaft zum Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen.



Pressekontakt:

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Pressebüro Philip Morris Forschungspreis,
Telefon: 089/59042-195,
Fax: 089/59042-100,

E-Mail: philipmorris.stiftung@pmintl.com

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