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Maximilian-Forschungsförderpreis für Studie zum Kawasaki-Syndrom

08.01.2004


Kinder, die an einer chronischen Entzündung der Herzkranzgefässe leiden, werden regelmäßig mit dem Herzkatheter untersucht. Derzeit wird eine Studie an der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg vorbereitet, die testet, ob diese belastende Maßnahme durch eine schonende Ultraschalluntersuchung teilweise ersetzt werden kann. Für dieses Forschungsvorhaben wurde der Heidelberger Kinderarzt Dr. Raoul Arnold, Abteilung Kinderkardiologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. H. Ulmer) mit dem Maximilian-Forschungsförderpreis des Herzkind e.V. ausgezeichnet. Ziel seines Forschungsprojektes ist es, die Gewebe-Doppler-Echokardiographie zu etablieren. Diese neue Untersuchungsmethode soll ein genaueres Bild vom Zustand des Herzmuskels und dessen Versorgungsgefäße liefern.



Das Kawasaki-Syndrom ist die weltweit häufigste, erworbene Herzerkrankung bei Kleinkindern. In Deutschland erkranken jährlich etwa 350 Kinder; einige tausend leben mit der chronischen Erkrankung, die 1967 erstmals von dem japanischen Kinderarzt Kawasaki beschrieben wurde. Die Krankheit, deren Ursache unbekannt ist, macht sich u.a. durch hohes Fieber, Hautausschläge, Bindehautentzündung und eine gereizte Mundschleimhaut bemerkbar. Schwerwiegend sind Entzündungen der Blutgefässe, vor allem im Herzen, die zu Aussackungen und Thrombosen führen können.

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Einige Blutgefässe regenerieren sich problemlos, andere tragen bleibende Schäden davon: Die Funktion des Herzmuskels, den sie mit Blut versorgen, ist dauerhaft gestört. "Diese Patienten haben vermutlich ein erhöhtes Risiko, als Erwachsene einen Herzinfarkt zu erleiden," berichtet Dr. Arnold. Um mögliche Spätfolgen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist es wichtig, die Herzfunktion der Patienten kontinuierlich zu beobachten.

Gezielte Untersuchung der betroffenen Herzmuskelregion möglich

Für Langzeituntersuchungen wurden bislang mit Hilfe eines Herzkatheters durchgeführt. Die Gewebe-Doppler-Echokardiographie, die Dr. Arnold und sein Team von der Universitätsklinik Heidelberg sowie seine Kooperationspartner in der Universitätsklinik Mannheim als Standarddiagnostik einführen wollen, beruht auf der Ultraschalltechnik. Die Funktion des Herzmuskels wird überprüft, indem die Geschwindigkeit der Kontraktion gemessen wird. Sie bietet den Vorteil einer nicht-invasiven Methode und erlaubt darüber hinaus, nicht nur das gesamte Organ, sondern auch definierte Regionen zu untersuchen. "Dadurch können wir gezielt denjenigen Bereich des Herzmuskels beobachten, der von den geweiteten Herzkranzgefäßen versorgt wird und möglicherweise bereits Schaden genommen hat", erklärt Arnold.

Der Mediziner bereitet jetzt die Studie mit 20 Kindern vor, deren Kawasaki-Syndrom vor mindestens fünf Jahren diagnostiziert wurde. Ihre Herzmuskelfunktion wird in Ruhe und unter Belastung untersucht. Da aus früheren Untersuchungen bekannt ist, welche der Herzkranzgefäße bei der Ersterkrankung geschädigt wurden, kann der Arzt den Bereich des Muskels identifizieren, der möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zur Kontrolle werden 20 gesunde Kinder untersucht. Mit dieser schonenden Methode hoffen wir mögliche Spätfolgen rechtzeitig zu erkennen", so Arnold.

Für sein Projekt wurde der Arzt bei der Jahrestagung der Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie mit dem Maximilian-Forschungsförderpreis des "Herzkind e.V." ausgezeichnet. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird an Wissenschaftler vergeben, die Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der pädiatrischen Kardiologie planen. Dabei werden Vorhaben bevorzugt, die eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung schlagen.

Kontakt: Dr. Raoul Arnold: Raoul_Arnold@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzkind.de
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles

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