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Erforschung organisch-anorganische Nanosysteme weiterhin gefördert

11.12.2003


Es ist eine erfreuliche Nachricht nicht nur für die Chemiker und Physiker, die am Sonderforschungsbereich (SFB) 569 beteiligt sind, sondern darüber hinaus für die ganze Universität: der Ulmer SFB Hierarchische Strukturbildung und Funktion organisch-anorganischer Nanosysteme, der seine erste Periode zurückgelegt hat, wird auch in den kommenden vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.



Nach zweitägiger Begutachtung im Juni und der endgültigen Entscheidung durch den Senat der DFG Mitte November ging jetzt der offizielle Bewilligungsbescheid ein. Der mit 18 Teilprojekten, die etwa hälftig von experimentell und theoretisch arbeitenden Chemikern und Physikern geleitet werden, relativ große SFB wird in der kommenden Förderperiode rund 7 Mio. Euro erhalten. Ein Großteil der Summe dient der Bezahlung von Nachwuchswissenschaftlern, insbesondere Doktoranden, sowie zur Anschaffung neuer Forschungsgeräte und Finanzierung der Verbrauchsmaterialien. Ferner können die nationalen und internationalen Kontakte der Ulmer Forscher weiter ausgebaut werden. Spezielle Gäste- und Konferenzmittel erlauben es, auswärtige Experten nach Ulm einzuladen und internationale wissenschaftliche Begegnungen zu organisieren.

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Der Erfolg des SFB 569 ist umso höher zu bewerten, als die allerorts prekäre finanzielle Situation der Universitäten den bundesweiten Wettbewerb um solche Fördermittel deutlich verschärft hat. Dem Ansehen des SFB 569 liegt ein hervorragender wissenschaftlicher Leistungsstand auf dem Gebiet der Nanowissenschaften zugrunde. Darüber hinaus, so der Sprecher des SFB, Prof. Dr. Paul Ziemann, Leiter der Abteilung Festkörperphysik, hat auch die Unterstützung durch die Universitätsleitung und das Land Baden-Württemberg Anteil an der Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsverbunds.

Inhaltlich beschäftigt sich der SFB 569 mit der Frage, wie man vielatomige chemische Verbindungen, Makromoleküle oder Polymerketten, manipulieren muß, damit sie in Selbstorganisation Strukturen mit neuen nutzbaren Funktionen bilden. Diese Strukturen sollen so klein sein, daß sie, vergleichsweise gesprochen, tausendfach auf den Umfang eines Haares passen. Innerhalb der Fakultät für

Naturwissenschaften trägt der SFB 569 zusammen mit dem Graduiertenkolleg 328, das sich mit Prozessen an Grenz- und Oberflächen beschäftigt, und dem landesweiten Kompetenznetzwerk »Funktionelle Nanostrukturen« wesentlich zum Schwerpunkt »Materialorientierte Forschung« bei. Weitere inhaltliche Berührungspunkte und zum Teil bereits organisatorische Vernetzungen gibt es mit dem interdisziplinär orientierten Kompetenzzentrum Werkstoffe der Mikro- und Nanotechnologie, dem Kompetenzzentrum für Biomaterialien im Knochenkontakt und dem Kompetenzzentrum für Funktionelle Nanoskopie in den Lebenswissenschaften (»Fun in Life«), das gemeinsam von Medizin und Naturwissenschaften getragen wird.

Peter Pietschmann | Universität Ulm
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de

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