Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsförderpreis für Medizintechnik verliehen

25.11.2003


Göttinger und Erlanger Wissenschaftler überzeugten gemeinsam bei Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)


Wissenschaftler aus Erlangen und Göttingen haben ein neues Bildauswertesystem entwickelt, das Differenzialblutbilder automatisch erstellen kann. Für das Projekt "Schlüsselexperiment für die automatische Erstellung eines Differentialblutbildes auf digitalisierten mikroskopischen Aufnahmen von Blutausstrichen mit Hilfe von Bildverarbeitungsmethoden" wurden Dr. Hilmar Luthe und Dr. Claudia Pouwels, Abt. Klinische Chemie, Bereich Humanmedizin Universität Göttingen sowie Dipl. Inf. Heiko Kuziela, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen ausgezeichnet. Die Forscher gehen davon aus, dass der Bedarf für ein solches voll-automatisches System zur Differenzialblutbild-Analyse allein in Deutschland 1.000 bis 2.000 Stück beträgt, europaweit ca. 7.000. Das Projekt wird durch den Gewinn des Innovationswettbewerbs nun für 13 Monate vom BMBF mit 180.000 Euro gefördert. Beim diesjährigen Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben sich vor allem Beiträge zur Organersatz-Medizin und Orthopädie durchgesetzt. Von insgesamt 119 Bewerberinnen und Bewerbern konnten sich neun Siegerteams durchsetzen. Insgesamt fördert das BMBF den Innovationspreis mit 1,7 Millionen Euro.

Automatische Systeme erleichtern und verbessern heute schon in vielfacher Weise den Alltag sowie die Diagnostik in Kliniken und Labors. Bei unauffälligen Blutproben von gesunden Patienten leisten die verfügbaren Verfahren, wie die Durchflusszytometrie, gute Dienste. Es ergeben sich bei rund 40 Prozent aller in einer Klinik oder einem Labor anfallenden Differenzialblutbildern Auffälligkeiten, die per Mikroskop von einer Fachkraft manuell überprüft werden müssen. Daher entwickelt das ausgezeichnete Projektteam ein neues Software gestütztes Bildverarbeitungssystem zur Differenzialblutbild-Auswertung.


Unregelmäßigkeiten in der Anzahl der verschiedenen Untergruppen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die in einem Differenzialblutbild auffallen, können zum Beispiel auf eine Infektionskrankheit, akute Leukämie oder Strahlenbelastung hinweisen. Die angefärbten Zellen auf einem Objektträger am Mikroskop zu zählen und zu differenzieren ist in hohem Maße zeitaufwendig und erfordert sehr viel Erfahrung und eine hohe Konzentration der Fachkraft.

Die Idee der Wissenschaftler ist es daher, ein Mikroskop mit digitaler Bildauswertung zu koppeln und so diese Auszählarbeit zu automatisieren. Möglich wird dies durch die heute verfügbaren hochauflösenden Digitalkameras sowie leistungsfähigen Computern und aufwendigen Auswertealgorithmen. Diese Kombination ermöglicht es farbige Bildinformationen automatisch zu analysieren.

Das Ziel des Teams ist es, innerhalb von 13 Monaten ein voll funktionstüchtiges Labormuster aufzubauen. Dieses wird dann in der Lage sein, Blutbilder mit Hilfe eines Mikroskops, einer Digitalkamera und eines Computers zu erfassen und zu digitalisieren. Anschließend wird das System mit Bildverarbeitungs-Methoden die zuvor eingefärbten verschiedenen Leukozyten-Typen lokalisieren, unterscheiden und zählen. Das neue Gerät muss sich später an der Erkennungsleistung einer Fachkraft messen. Dabei wird das Verfahren als reines Mess-System ausgelegt - das heißt, es wird lediglich eine automatische Zählung der verschiedenen Zelltypen vorgenommen - die spätere Interpretation und die daraus abzuleitende Diagnose leistet weiterhin der behandelnde Arzt.

Wird das System in einer weiteren Ausbaustufe mit einer automatischen Bestückungsvorrichtung ausgerüstet, kann über Nacht oder am Wochenende eine große Anzahl von Differenzialblutbildern abgearbeitet werden.

Weitere Informationen:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abt. Klinische Chemie
Dr. Hilmar Luthe
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Tel.:0551/39 - 85 68

Rita Wilp | idw

Weitere Berichte zu: BMBF Innovationswettbewerb Medizintechnik Mikroskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Acht Millionen Euro für die Forschung: Smarte Implantate sollen Knochen besser heilen
10.12.2019 | Universität des Saarlandes

nachricht German Design Award 2020 für Sensorschleuse Argus von dormakaba
09.12.2019 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Im Focus: Highly charged ion paves the way towards new physics

In a joint experimental and theoretical work performed at the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear Physics, an international team of physicists detected for the first time an orbital crossing in the highly charged ion Pr⁹⁺. Optical spectra were recorded employing an electron beam ion trap and analysed with the aid of atomic structure calculations. A proposed nHz-wide transition has been identified and its energy was determined with high precision. Theory predicts a very high sensitivity to new physics and extremely low susceptibility to external perturbations for this “clock line” making it a unique candidate for proposed precision studies.

Laser spectroscopy of neutral atoms and singly charged ions has reached astonishing precision by merit of a chain of technological advances during the past...

Im Focus: Ultrafast stimulated emission microscopy of single nanocrystals in Science

The ability to investigate the dynamics of single particle at the nano-scale and femtosecond level remained an unfathomed dream for years. It was not until the dawn of the 21st century that nanotechnology and femtoscience gradually merged together and the first ultrafast microscopy of individual quantum dots (QDs) and molecules was accomplished.

Ultrafast microscopy studies entirely rely on detecting nanoparticles or single molecules with luminescence techniques, which require efficient emitters to...

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kein Seemannsgarn: Hochseeschifffahrt soll schadstoffärmer werden

11.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vernetzte Produktion in Echtzeit: Deutsch-schwedisches Testbed geht in die zweite Phase

11.12.2019 | Informationstechnologie

Verbesserte Architekturgläser durch Plasmabehandlung – Reinigung, Vorbehandlung & Haftungssteigerung

11.12.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics