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KKH-Innovationspreis 2003 "Früherkennung und Prävention"

21.11.2003

Zum zweiten Mal hat die Kaufmännische Krankenkasse ihren insgesamt mit 24.000 Euro dotierten Forschungspreis vergeben. Ausgezeichnet wurden vier Arbeiten. Die Preisverleihung fand heute auf der MEDICA, der größten Medizinmesse der Welt, in Düsseldorf statt.

Der erste Preis

Dr. med. Wolfgang Rathmann und Dr. rer. nat. Burkhard Haastert vom Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf, wurden mit dem 12.000-Euro-Preis geehrt. Die beiden Wissenschaftler entwickelten einen EDV-gesteuerten Test, der die Zuckerwerte im Blut mit den Aussagen über Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Blutdruck und Blutfette zu einer prägnanten Risiko- Vorhersage verknüpft. Das Computerprogramm ermöglicht die schnelle und sichere Erkennung von Risikopersonen. Etwa die Hälfte der Risiko-Patienten, bei denen der Diabetes noch nicht manifest ist, erkranken nicht, wenn sie ihren Lebensstil ändern. Patienten, die schon am Diabetes Typ 2 erkrankt sind, profitieren von der frühen Behandlung. Die Jury zeichnete die Arbeit aus, weil sie "in allen Punkten den Anforderungen an Innovation im Bereich Früherkennung und Prävention entspricht".

Der zweite Preis

Kinder von schlauen Eltern sind seltener krank. Auf diesen einfachen Nenner könnte man die Ergebnisse der Studie der Berliner Charité bringen. Zwei Jahre lang bot die Klinik für Geburtsmedizin jungen Eltern Seminare, unter anderem zu den Themen Stillen und Ernährung, Raucherentwöhnung der Eltern und Impfungen. Während dieser Zeit wurden die Kinder regelmäßig ärztlich untersucht. Sie waren weit weniger häufig krank (Durchfall, Erbrechen, Mittelohrentzündungen) als ihre Altersgenossen, deren Eltern nicht geschult worden waren. Die Jury sieht in dieser Arbeit erstmals den Beweis erbracht, dass systematische Aufklärung der Eltern tatsächlich zu einem besseren Gesundheitszustand der Kinder führt. Dieses Projekt, das Prof. Dr. med. Renate Bergmann leitete, wurde mit dem zweiten Preis (8.000 Euro) bedacht.

Der dritte Preis

Die Forschergruppe um Prof. Dr. med. Hans Peter Meier-Baumgartner von der Universität Hamburg erhielt für ihre Arbeit den mit 4.000 Euro dotierten dritten Preis. Das Team entwickelte ein Konzept, welches älteren Menschen das positive Zusammenspiel von körperlicher Aktivität, Ernährung und seelischem Wohlbefinden näher bringt und Pflegebedürftigkeit vermeiden hilft.

Der Sonderpreis

Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Dr. med. Harald Mischak aus Hannover entwickelte einen Urintest, mit dem bei Diabetikern früher als bisher erkannt werden kann, inwieweit ihre Nieren durch die Krankheit in Mitleidenschaft gezogen wurden. Diese Untersuchungsmethode führt nicht zu einer veränderten Behandlung der Patienten. Dennoch sieht die Jury in diesem Test ein hohes Innovationspotenzial.

Hintergrund

Um den KKH-Innovationspreis 2003 hatten sich 37 Projekte beworben. "Das zeigt, dass es sie gibt, die kreativen Köpfe, die das deutsche Gesundheitswesen voranbringen können und wollen", sagte Rudolf Hauke, Mitglied des KKH-Vorstands bei seiner Laudatio in Düsseldorf.

"Mit dem Innovationspreis unterstützt die KKH die Forschung im Bereich Prävention aktiv", resümierte KKH-Chef Ingo Kailuweit. Er übte Kritik am Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen. In den vergangenen 13 Jahren habe dieser von 49 beantragten neuen Leistungen gerade einmal neun in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen. "Hier muss sich in einigen Köpfen noch viel bewegen", sagte der KKH-Chef.

Die Kaufmännische

Als Kaufmännische Krankenkasse - KKH wurde sie vor 113 Jahren in Halle/Saale gegründet. Heute vertrauen knapp zwei Millionen Menschen ihre Gesundheit der Kasse an. Die Kaufmännische ist die viertgrößte bundesweit agierende Krankenkasse.

Annette Rogalla | KKH
Weitere Informationen:
http://www.kkh.de

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