Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

400.000 Euro für Grundlagenforschung an der Universität Hannover

12.11.2003


Die VW-Stiftung unterstützt das Projekt "Synthese und Eigenschaften neuartiger dreidimensionaler Einzelmoleküle für die molekulare Elektronik" mit rund 400.000 Euro.


Kleiner, schneller, leistungsfähiger - diesem Credo der Mikroelektronik hat die Natur Schranken gesetzt. Schon im Nanometerbereich, in dem sich das Geschehen auf modernen Computerchips bereits abspielt, einzelne Ionen unter dem Einfluss des Elektronenimpulses von ihren Plätzen im Gitternetz lösen und zu wandern beginnen. Mit abnehmender Größe werden deshalb Funktionsschichten und Leiterbahnen immer unzuverlässiger.

Untersuchungen der Einsatzmöglichkeiten von Molekülen als den kleinstmöglichen Strukturen in der Nanoelektronik, die als Ziel auch die Nutzung quantenmechanischer Effekte und weiterer molekülspezifischer Eigenschaften einschließen, haben sich Wissenschaftler aus vier Instituten der Uni Hannover und der TU Braunschweig zur Aufgabe gemacht. Damit vollziehen sie eine radikale Abkehr von der Entwicklung immer kleinerer Formationen aus den bisher für größere Strukturen bekannten Verfahren. Ihr Projekt "Synthese und Eigenschaften neuartiger dreidimensionaler Einzelmoleküle für die molekulare Elektronik" wird von der VW-Stiftung mit rund 400.000 Euro unterstützt. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.


"Das ist zunächst reine Grundlagenforschung", erklärt Herbert Pfnür, Professor am Institut für Festkörperphysik der Uni Hannover. "Die bisherigen Methoden lassen sich nicht bis in diese Größenbereiche weiterentwickeln, also müssen wir etwas Neues ausprobieren." Und so haben sich die beteiligten Wissenschaftler vor allem vorgenommen, die Möglichkeiten, die Moleküle bieten, zu untersuchen. Während die Chemiker für die "Zucht" geeigneter Moleküle zuständig sind, sollen die Physiker zum einen eine Umgebung für die Moleküle entwickeln, in denen Versuche in dieser Größenordnung überhaupt möglich sind und zum anderen die Eigenschaften der Moleküle messen. Die Elektrotechniker schließlich vollziehen den dritten Schritt und entwickeln Möglichkeiten, wie tatsächlich eine molekulare Schaltung aufgebaut werden kann.

Schon den Physikern stellen sich zahllose Fragen in diesem wissenschaftlichen Neuland. Wie kann beispielsweise eine Schnittstelle zwischen Molekülen aussehen? Wie verändern sich Eigenschaften, etwa die Leitungsfähigkeit, wenn Moleküle gestreckt werden? "Kleine Strukturen kontrolliert aufzubauen, Verfahren zu entwickeln, um in komplexen Zusammenhängen elektrische Eigenschaften zu entwickeln und dabei herauszufinden, was diese maßgeblich beeinflusst, ist die größte Herausforderung", sagt Pfnür.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagen-stiftung.de
http://www.fkp.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: Einzelmolekül Elektronik Grundlagenforschung Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Haensel AMS und Universität Amsterdam starten Innovationswettbewerb für Dynamic Pricing
21.03.2019 | Haensel AMS GmbH

nachricht Phoenix Contact gewinnt BME-Preis für elektronische Beschaffung
13.03.2019 | Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics