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Förderpreis für Erforschung des Magenschrittmachers

08.10.2003


Der diesjährige Hexal-Förderpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs wurde am 6. Oktober an die Assistenzärztin Dr. Claudia Knippig von der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg für ihre Leistungen bei der Erforschung von Sicherheit, Effektivität und Wirkungsweise des Magenschrittmachers in der Therapie der Adipositas (Fettsucht) und der Refluxerkrankung (Sodbrennen) verliehen.



Die Medizinische Fakultät Magdeburg und der Stifter, die Hexal AG mit Sitz in Holzkirchen und ihrer Produktionsstätte Salutas Pharma GmbH in Barleben, würdigen mit dieser Auszeichnung herausragende Leistungen junger Nachwuchswissenschaftler. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde zum siebten Mal vergeben.



Die diesjährige Preisträgerin ist Dr. med. Claudia Knippig, Jahrgang 1972, von der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die gebürtige Kölnerin studierte Humanmedizin an der Ruhr-Universität Bochum. Während dieser Zeit absolvierte sie Aufenthalte u.a. in Österreich, in der Schweiz und in England. Seit 1997 ist sie am Uni-Klinikum Magdeburg tätig.

Mit dem HEXAL-Förderpreis 2003 wird die 31-jährige Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Claudia Knippig für ihre Leistungen bei der Erforschung von Sicherheit, Effektivität und Wirkungsweise des Magenschrittmachers in der Therapie der Adipositas (Fettsucht) und der Refluxerkrankung (Sodbrennen) ausgezeichnet. Der Magenschrittmacher wurde erstmals von dem italienischen Arzt, Dr. Valerio Cigania, zur Behandlung bei Patienten mit schwergradiger Fettsucht implantiert. Ausgangspunkt war die Vorstellung, dass mit Hilfe der elektronischen Stimulation des Magens eine Normalisierung des Sättigungsgefühls der Patienten und damit eine Gewichtsabnahme erreicht werden kann. Dieses Verfahren nennt sich "gastric pacing" (Magenschrittmachertherapie). Bis heute wurden weltweit über 200 dieser Magenschrittmacher eingesetzt.

Am Uni-Klinikum Magdeburg wurde im Dezember 1998 in Kooperation zwischen der Gastroenterologischen Klinik und der Klinik für Chirurgie, Dr. Stefanie Wolff, eine kontrollierte Pilotstudie mit der Implantation von Magenschrittmachern unter der Koordination von Dr. Knippig gestartet. Parallel wurde eine Multicenterstudie in den USA initiiert. Magdeburg war nach Italien weltweit das erste Zentrum, in dem der Magenschrittmacher, der die Größe einer Streichholzschachtel hat, wissenschaftlich untersucht und implantiert wurde. Im Rahmen der Magdeburger Vergleichsstudie werden 30 Patienten mit einem Body-Maß-Index (BMI) höher als 40 einbezogen. Die so genannte "Space-Band"-Studie (Gastric pacing versus gastric banding) ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Erste vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Magenschrittmachertherapie ein sicheres Verfahren ist und die Refluxerkrankung positiv zu beeinflussen scheint. Es gibt jedoch noch viele offene Fragen, zum Beispiel über mögliche Langzeitfolgen, den genauen Wirkmechanismus und den optimalen Stimulationsort dieses elektronischen Appetitzüglers.

Bei Rückfragen: Dr. Claudia Knippig, Tel. 0391/67 13100

Kornelia Suske | idw

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