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"Ein richtiger Gründer lässt sich nicht abschrecken"

25.06.2003


StartUp-Initiative verleiht zum zweiten Mal den Deutschen Gründerpreis

Es ging nicht ganz so glamourös zu wie bei einer Oscar-Verleihung. Doch geschlossene Umschläge und Spannung gab es auch bei der 2. Verleihung des Deutschen Gründerpreises im ZDF-Hauptstadtstudio Zollernhof. "Interessante Menschen mit interessanten Ideen" versprach Moderator und Jurymitglied Klaus- Peter Siegloch für den Abend und hielt Wort. Erfolgreiches Unternehmertum solle der deutschen Gründer- und Wirtschaftsszene "Mut machen, die Zeit nicht nur mit Sorgenfalten" zu sehen. "Ein richtiger Gründer lässt sich nicht abschrecken", meinte auch Dr. Jürgen Kluge, Deutschlandchef von McKinsey & Company in der Talkrunde, bei der sich die Partner der vor sechs Jahren gegründete StartUp-Initiative vorstellten. An der Seite von "stern"- Chefredakteur Thomas Osterkorn und ZDF-Intendant Markus Schächter bekräftigte Dr. Dietrich Hoppenstedt vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband: "Gründen lohnt sich". Jede zweite Unternehmensgründung in Deutschland werde durch die Sparkassen finanziert, die konstant jährlich etwa 80.000 Neugründungen begleiten.

In der Kategorie "Konzept", in der die innovative Geschäftsidee und der konkrete Business-Plan für den Markteintritt gewürdigt werden, siegte die Göttinger AVONTEC GmbH, die moderne Verfahren zur Therapie von Gendefekten anbietet.

Die Verleihung des "Aufsteiger"-Preises übernahm der zwölfjährige Pianist Mark Ehrenfried, der selbst als aufsteigender Stern am Musikhimmel gilt. Er übergab den Preis, der hohe Umsatzsteigerungen eines eingeführten Produkts würdigt und Chancen zu Marktführertum bescheinigt, an die IC:IDO GmbH. Das Stuttgarter Unternehmen hat mit erschwinglichen industriell nutzbaren interaktiven 3-D-Darstellungen, so genannten Virtual-Reality-Lösungen, für Furore gesorgt.

Besonderen Beifall fand der Preisträger in der Kategorie "Visionär". Hier fiel die Wahl auf den in den Niederlanden ansässigen Arzneimittel-Versender 0800 DocMorris. Die Versandapotheke, vor drei Jahren von Ralf Däinghaus und einem holländischen Partner gegründet, erfülle in besonderer Weise die Anforderung, starre, verkrustete Marktstrukturen aufzubrechen und wirtschaftliche Spielregeln neu zu definieren. "Wir haben eine Nische perfekt ausgefüllt", meinte Däinghaus. Man sei auf eine mögliche Liberalisierung des Arzneimittelmarktes gut vorbereitet und werde sich, sofern das die Gesetze künftig erlauben, auch dort niederlassen, "wo unser größter Kunde ist - in Deutschland".

Der Schirmherr der StartUp-Initiative, Bundespräsident Johannes Rau forderte zu mehr Risikofreude beim Entwickeln von Ideen und beim Gründen eigener Unternehmen auf. Neben der Pflege typisch-deutscher Tugenden wie Verlässlichkeit und Bodenhaftung gelte es, einer "gewissen Unbeweglichkeit gegenzusteuern" und mit dem behutsamen Abbau von Bürokratie auch "Gründen leichter zu machen".

Gesangsstar Gitte Henning sorgte für die weitere musikalische Unterhaltung des Publikums. Im Gespräch mit Klaus-Peter Siegloch meinte die Dänin, die demnächst ihr 50. Bühnenjubiläum begeht, auch als Jazz-Interpretin stets ihrer persönlichen Überzeugung zu folgen. Diese Einstellung teile sie mit dem Preisträger, der für sein "Lebenswerk" ausgezeichnet wurde, dem Begründer des Brillenimperiums Günther Fielmann. Mit den heute 500 Filialen und mehr als 10.000 Mitarbeitern sei sein Unternehmen "über seine Träume hinausgewachsen", bekannte Fielmann, der sich inzwischen mit dem weltweit dritten Rang nicht mehr zufrieden geben will. Seinen jungen Preisträger-Kollegen riet er, voll durchzustarten, denn "für Vollblutunternehmer sind schlechte Zeiten immer gute Zeiten".

Mit dem Deutschen Gründerpreis ehren die StartUp-Partner stern, die Sparkassen, McKinsey & Company und das ZDF seit 2002 einmal im Jahr Unternehmen in den unterschiedlichen Phasen ihres erfolgreichen Bestehens. Der Preis wird in den Kategorien Lebenswerk, Visionär, Konzept und Aufsteiger verliehen. Schirmherr ist Bundespräsident Johannes Rau.



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StartUp-Deutscher Gründerpreis
Nadine Helterhoff

Tel: (0 30) 2 02 25-169
e-Mail: nadine.helterhoff@dsgv.de

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