Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DBU stößt in zweite Fördermilliarde vor

20.05.2003


Die "Schallmauer" ist durchbrochen: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) geht gut zwölf Jahre nach Aufnahme ihrer Tätigkeit am 1. März 1991 in ihre zweite Fördermilliarde.

Vor Medienvertretern in Osnabrück wiesen heute der scheidende Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Hans Tietmeyer und DBU- Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde darauf hin, dass nach den jüngsten Beschlüssen des Stiftungsvorstandes mit den nun 5.428 Förderprojekten über eine Milliarde Euro bewilligt worden sei. Rechne man auch die Mittel hinzu, die die Projektpartner der Stiftung mit Sitz in Osnabrück als Eigenanteil aufgebracht haben, seien insgesamt über zwei Milliarden Euro in innovative Modellprojekte in Umwelttechnik, -forschung, -kommunikation und Naturschutz geflossen. Brickwedde: "Ein Betrag, der sich mehr als sehen lassen kann."

Tietmeyer und Brickwedde erinnerten an die Geschichte der DBU, die 1990 nach der Privatisierung der Salzgitter AG mit einem Vermögen von rund 1,28 Milliarden Euro gegründet worden war. Die Geburtsstunde sei in eine Zeit des historischen Umbruchs gefallen. Mit der deutschen Wiedervereinigung hätten sich die Umwelt- und Naturschützer vor Aufgaben gestellt gesehen, deren Dimensionen nur schwer begreifbar gewesen seien. Die DDR habe 1989 auch ökologisch vor dem Ruin gestanden.

Praxis- und problemorientiert habe die DBU die Herausforderung angenommen und versucht, ihren Teil zur Bewältigung der erdrückenden Umweltdefizite zu leisten. Innovative Verfahren zur Beseitigung von Altlasten, produktionsintegrierte Verfahren der Umwelttechnik beim Um- und Aufbau von Betrieben, anwendungsorientierte Umweltforschung und kreative Methoden der Umweltberatung und -bildung spiegelten die vielfältigen Facetten der kurzfristig unterstützten Maßnahmen. Zielgerichtet habe die Stiftung in ihren ersten Jahren den überwiegenden Teil der Fördermittel in die ostdeutschen Bundesländer investiert. Im Mittelwert der Jahre 1991 bis 2003 hat die DBU 59,2 Prozent ihrer Fördermittel in die Bundesländer West gegeben, 40,8 Prozent in die Bundesländer Ost.

Schon bei den Sofortmaßnahmen in den ostdeutschen Ländern habe die DBU verstärkt auf den produkt- und produktionsintegrierten Umweltschutz gesetzt, auch wenn bei der Beseitigung von Altlasten effektive und praxisorientierte nachsorgende Maßnahmen notwendig ge- wesen seien, um die Sünden der Vergangenheit zu korrigieren. Zur Sicherung der Zukunftsperspektiven nachfolgender Generationen müsse der vorsorgende Umweltschutz bei den Ursachen von Umweltbelastungen ansetzen. Dies bedeute etwa die Entwicklung von lösemittelarmen Lacken und Druckfarben statt nachgeschalteter Abluftreinigung oder die Herstellung von vollständig wiederverwertbaren an Stelle von Wegwerfartikeln. Die Stiftung verfolge diesen Weg konsequent. Dabei hätten sich in der Vergangenheit automatisch thematische Schwerpunkte ergeben. Im ökologischen Bauen hat die DBU beispielsweise 123 Projekte mit 17,3 Millionen Euro gefördert, zur Nutzung regenerativer Energien 1.190 Projekte mit 74,7 Millionen Euro, in der Biotechnologie 250 Projekte mit 63,1 Millionen Euro und zum Themenkomplex Wasser/Abwasser/Gewässer 600 Projekte mit 120 Millionen Euro. Allein die 16 größten Beratungsprogramme der DBU belaufen sich auf ein Fördervolumen von über 40 Millionen Euro. 478 Projekte zum Naturschutz wurdenmit knapp 102 Millionen Euro unterstützt.

Umweltschutz könne nicht losgelöst von den ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen gesehen werden. Der Aktionsplan für das 21. Jahrhundert, der auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von mehr als 170 Nationen zur Umsetzung einer weltweiten, umweltverträglichen, nachhaltigen Entwicklung verabschiedet wurde, setze auf diese Frage sein besonderes Augenmerk. Auch die DBU stelle dieses Prinzip deutlich in den Vordergrund. Brickwedde: "Es lautet: von den Zinsen leben, nicht vom Kapital." Hierdurch werde die Vision eines weltweiten wirtschaftlichen Wohlergehens aufgezeigt, das durch die Schonung der natürlichen Quellen, den Schutz der Umwelt und die soziale Sicherung erreicht werde. Die Stiftung habe dieses Leitbild als Präambel über ihre Förderleitlinien gestellt.

Im Laufe ihrer Entwicklung reagiere die DBU nicht mehr ausschließlich auf Themen, die von außen an sie herangetragen werden, sondern initiiere Projekte, indem sie wichtige Themen aktiv besetze. Die Förderschwerpunkte "Holz", "Bioabfallverwertung" und "Biotechnologie" seien Beispiele für gezielte Schwerpunkte, die in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen würden. Zudem würden über die gemeinnützige DBU-Tochter Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) eigene Projekte durchgeführt wie etwa "Graslöwen-TV", bei dem in Kooperation mit dem Kinderkanal von ARD und ZDF (KI.KA) durch innovatives Umweltfernsehen Kinder im Grundschulalter anschaulich für Themen der Agenda 21 begeistert werden.

Die DBU werde auch weiterhin die Entwicklung innovativer Ansätze im Umweltschutz vorantreiben. Hierbei sehe sie als Hauptzielgruppe die Umweltpioniere im Mittelstand, die mit Innovationen zur Umweltentlastung beitragen. Sie haben in den vergangenen zwölf Jahren mittelbar und unmittelbar mit 70,3 Prozent oder 703 Millionen Euro von den Projekten profitiert.

Franz-Georg Elpers | Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Fördermittel Naturschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht GFOS-Innovationsaward 2019: Anmeldung ab sofort möglich
13.12.2018 | GFOS mbH

nachricht Röhrchen statt Platten: 2,5 Millionen Euro für Entwicklung neuartiger Elektrolysezelle
13.12.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Im Focus: New Foldable Drone Flies through Narrow Holes in Rescue Missions

A research team from the University of Zurich has developed a new drone that can retract its propeller arms in flight and make itself small to fit through narrow gaps and holes. This is particularly useful when searching for victims of natural disasters.

Inspecting a damaged building after an earthquake or during a fire is exactly the kind of job that human rescuers would like drones to do for them. A flying...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

Show Time für digitale Medizin-Innovationen

13.12.2018 | Veranstaltungen

ICTM Conference 2019 in Aachen: Digitalisierung als Zukunftstrend für den Turbomaschinenbau

12.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Dreidimensionaler Herzmuskel aus Hautzellen gezüchtet

14.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neues Blut dank neuer Technik

14.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Chancen für den Tierschutz: Effizientes Testverfahren zum Betäubungsmittel-Einsatz bei Fischen

14.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics