Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sepsis-Blockade - Roger-Bone-Preis 2002 für ein antiseptisches Konzept

17.12.2002


tma-Moleküle binden in einer flachen Adsorptionsgeometrie auf einer Kupferoberfläche und werden im Rastertunnelmikroskop (STM) als gleichseitiges Dreieck abgebildet. In der zeitlichen Abfolge der STM-Aufnahmen sind die thermischen Bewegungen einzelner Moleküle auf der Oberfläche sichtbar. Wird von ihnen ein in der Umgebung diffundierendes Kupfer-Atom eingefangen, kann sich eine kleeblattförmige Cu(tma)4 Koordinationsverbindung bilden.

Foto: Max-Planck-Institut für Festkörperforschung


Synthese von Fe(tma)4 Komplexen auf einem Kupfersubstrat. Aufgrund einer korrelierten Drehung der der vier tma-Liganden im oder entgegen dem Uhrzeigersinn entstehen spiegelsymmetrische links- bzw. rechtshändige Verbindungen, die mit R und S bezeichnet sind. Damit liegt bei diesem System eine zweidimensionale Chiralität vor.

Foto: Max-Planck-Institut für Festkörperforschung


Dr. Markus Huber-Lang (34), Assistenzarzt in der Abteilung für Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Ulm (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Lothar Kinzl), wurde auf dem 6. Deutschen Interdisziplinären Kongress für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI 2002) am 15. November 2002 in Hamburg mit dem Roger-Bone-Preis 2002 ausgezeichnet.


Dieser von der Lilly Deutschland GmbH gestiftete Preis wird zweijährlich von der Deutschen Sepsis-Gesellschaft für eine herausragende Publikation auf dem Gebiet der klinischen Sepsisforschung verliehen. Konkreter Gegenstand der Auszeichnung war Huber-Langs Studie "Protective effects of anti-C5a peptide antibodies in experimental sepsis" (Schutzeffekte von Antikörpern gegen das C5a-Peptid in der experimentellen Sepsis), in der er einen Ansatz für neuartige Behandlungsstrategien gegen die Sepsis beschreibt.

Die als Sepsis bezeichnete, trotz moderner intensivmedizinischer Therapie häufig tödlich verlaufende Ganzkörperentzündung entwickelt sich vor allem nach schweren Verletzungen oder großen operativen Eingriffen. In eigenen Vorarbeiten hatte Huber-Langs Team gezeigt, daß bei der Ausbildung der Sepsis und ihrer oft schweren Komplikationen verschiedene Aktivierungsprodukte des körpereigenen Immunsystems, vor allem der Entzündungsfaktor C5a, eine entscheidende Rolle spielen. Konsequenterweise analysierte Huber-Lang diesen Entzündungsfaktor und stellte Antikörper gegen unterschiedliche Regionen des C5a-Moleküls her. Verabreichung dieser spezifischen Anti-C5a-Antikörper führte während experimentell herbeigeführter Sepsis bei seinen Versuchstieren zu einer durchgreifenden Verbesserung der Überlebensrate und einer beeindruckenden Funktionsverbesserung des zellulären Abwehrsystems. Erstmals gelang es den Forschern sogar, zum Zeitpunkt bereits deutlich bestehender klinischer Zeichen der Ganzkörperentzündung deren tödliche Folgen (Multiorganversagen) zu verhindern.


Motiviert durch diese Ergebnisse, untersuchen die Ulmer Wissenschaftler zur Zeit in klinischen Studien bei schwer erkrankten septischen Patienten die Rolle des Entzündungsfaktors C5a auf den Krankheitsverlauf, in enger Zusammenarbeit mit der Ulmer Klinik für Anästhesiologie und mit Kollegen der University of Michigan (USA). Sie hoffen, in der C5a-Blockade einen therapeutisch wirksamen Schutzwall gegen die Sepsis entdeckt zu haben. Dr. Markus Huber-Lang leitet seit 2002 eine Nachwuchsgruppe im Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die preisgekrönte Untersuchung war erstmals im März 2001 von einer führenden internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht worden.

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Antikörper Entzündungsfaktor Sepsis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Haensel AMS und Universität Amsterdam starten Innovationswettbewerb für Dynamic Pricing
21.03.2019 | Haensel AMS GmbH

nachricht Phoenix Contact gewinnt BME-Preis für elektronische Beschaffung
13.03.2019 | Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics