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Siemensring für Professor Jörg Schlaich

13.12.2002


Wichtigster deutscher Technikpreis geht an Mitkonstrukteur des Münchner Olympiastadions

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Er ist ein wahres Multitalent: ob filigrane Fußgängerbrücken, schwindelerregend hohe Türme oder innovative Seilnetzkonstruktionen - Prof. Dr. Jörg Schlaich hat in allen diesen Bereichen Maßstäbe gesetzt. Für sein vielseitiges, international beachtetes Lebenswerk erhält der emeritierte Professor der Universität Stuttgart jetzt den Siemensring, die höchste deutsche Auszeichnung für bedeutende Persönlichkeiten der technischen Wissenschaften. Der Stiftungsrat der "Stiftung Werner-von-Siemens-Ring" traf seine Entscheidung am 13. Dezember 2002.

Werner von Siemens war zweifellos einer der großen Pioniere der Technik - wie kaum ein anderer wusste er sie in Verbindung mit der Wissenschaft zu fördern. Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring zeichnet daher alle drei Jahre einen Technikpionier der Gegenwart mit einem Ehrenring aus. Prof. Jörg Schlaich erhält den Ring in diesem Jahr, weil er, so Prof. Ernst O. Göbel, Vorsitzender des Stiftungsrates und Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), "ganz im Sinne von Siemens’ nicht nur auf ingenieurtechnischem, sondern auch auf wissenschaftlichem Gebiet Herausragendes geleistet hat".


Zu den bekanntesten Bauwerken von Schlaich gehört das Dach des Münchner Olympiastadions. Hier war der Bauingenieur Co-Konstrukteur und entwickelte dann das Konzept der vorgespannten Seilnetzkonstruktion weiter. Seine Ideen wurden bei unzähligen Hallen, Sportstadien und Dächern aller Art verwirklicht. Mit dieser Technologie, die sich weltweit bei Großdächern durchsetzen konnte, hat Schlaich der deutschen Ingenieurwissenschaft international großes Ansehen verschafft.

Innovative Ideen hat Schlaich auch auf dem Gebiet vorzuweisen, das er an der Universität Stuttgart lehrte: dem Stahlbeton- und Spannbetonbau. So wandte er sich schon früh gegen klobig wirkende und wenig ästhetische Betonbrücken, entwarf stattdessen rund 30 filigran wirkende Fußgängerbrücken, meist mit vorgespannten Seilementen. Aber auch Großbrücken hat er geplant, berechnet und konstruiert: so zum Beispiel die Ting Kau-Brücke in Hongkong, eine Schrägkabelbrücke mit 1 177 Metern Länge mit drei Pylonen von bis zu 195 Metern Höhe, Hauptspannweiten von 475 Metern und 448 Metern. Diese Brücke ist nicht nur technisch eine große Leistung, sie stellt auch ästhetisch einen neuen Maßstab im Großbrückenbau dar. Das Gebäude wurde 1998 für den Verkehr freigegeben.

Ein ganz aktuelles Konzept des aktiven 68-Jährigen betrifft ein Aufwindkraftwerk in Australien mit Stahlbetontürmen von bis zu 1 000 Metern Höhe und rund 200 Metern Durchmesser. Türme solcher Dimension wurden noch nie gebaut. So wird auch in Zukunft noch einiges von dem Pionier des Bauingenieurwesens zu erwarten sein.
es/PTB

Stiftung Werner-von-Siemens-Ring

Anlässlich des 100. Geburtstages von Werner von Siemens am 13. Dezember 1916 wurde in Berlin die "Siemens-Ring-Stiftung" mit der Hauptaufgabe gegründet, "lebende Personen ohne Ansehen des Amtes, der Stellung oder des Ranges auszuzeichnen, wenn sie durch ihre Leistung die technischen Wissenschaften gefördert oder als Vertreter der Wissenschaft durch ihre Forschung der Technik neue Wege erschlossen haben". Später wurde sie in "Stiftung Werner-von-Siemens-Ring" umbenannt.

Der "Werner-von-Siemens-Ring - Ehrenring für Verdienste um Naturwissenschaft und Technik" gilt als eine der höchsten deutschen Auszeichnungen auf diesem Gebiet und wird an hochverdiente Naturforscher und Gestalter der Technik verliehen. Bisherige Ringträger sind beispielsweise Carl von Linde, Oskar von Miller,
Karl Ziegler, Fritz Leonhard, Konrad Zuse, Ludwig Bölkow, Wernher von Braun.

Vergeben wird der Ring durch einen Stiftungsrat, dem neben den noch lebenden Ringträgern die Vorsitzenden oder Vertreter technisch-wissenschaftlicher Verbände sowie der Wirtschaft, die Vorsitzenden der großen Wissenschaftsorganisationen, zwei Professoren der Natur- oder Ingenieurwissenschaften und ein Mitglied der Familie von Siemens angehören. Den Vorsitz nimmt satzungsgemäß der Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wahr. Schirmherr der Stiftung ist der Bundespräsident.


Weitere Informationen:
Stiftung Werner-von-Siemens-Ring

Geschäftsführer Dr. Jörg Debelius
Graf-Recke-Str.84, D-40239 Düsseldorf
Tel.: (0211) 62 14-498 ; Fax: (0211) 62 14-172


Dr. Jens Simon | idw
Weitere Informationen:
http://www.siemens-ring.de/
http://www.ptb.de/

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