Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technologietransferpreis für Abwasserrecycling in der Textilveredlungsindustrie

07.11.2002


Ein Verfahren, das mit Farbstoffen belastete Abwässer soweit aufbereitet, dass sie wieder in der Produktion eingesetzt werden können, hat das Institut für Bioverfahrenstechnik der TU Braunschweig entwickelt. Das Verfahren, das Kosten senkt und die Produktion umweltfreundlicher macht, wurde heute mit dem IHK-Technologietransferpreis ausgezeichnet.



Die deutsche Textilveredlungsindustrie produziert jährlich 80 Millionen Kubikmeter Färbereiabwässer. Als Hauptverursachr einer hohen Wasserfärbung gelten Azofarbstoffe, die bisher einen erneuten Einsatz als Prozesswasser im Betrieb verhindern. Ein Verfahren, das die mit Farbstoffen belasteten Abwässer soweit aufbereitet, dass sie wieder in der Produktion eingesetzt werden können, hat das Institut für Bioverfahrenstechnik der Technischen Universität Braunschweig entwickelt.



Das neuartige Verfahren, das gleichzeitig die Kosten eines Unternehmens senkt und die Produktion umweltfreundlicher macht, wird mit dem diesjährigen Technologietransferpreis der Industrie- und Handelskammer Braunschweig ausgezeichnet. Professor Dr.-Ing. Dietmar C. Hempel, Privatdozent Dr. Rainer Krull und Dipl.-Ing. Eckart Döpkens erhält die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für den Transfer ihres Systems zum Abwasserrecycling, dass im sächsischen Betrieb Drews Meerane GmbH bereits erfolgreich eingesetzt wird.

Bisher wurden Färbereiabwässer den Kläranlagen zugeleitet. Dort sorgen chemische Substanzen für die Ausfällung oder Ausflockung der Farben. Der dabei entstehende Schlamm muss kostenintensiv als Restmüll entsorgt werden. Statt auf Chemie setzt das Team um Professor Hempel auf die Mitarbeit von Mikroorganismen. In zwei Stufen befreien unterschiedliche Stämme der Kleinstlebewesen die Abwässer von den Farbresten. Das Abwasser durchläuft zunächst eine anaerobe Stufe, wo bestimmte Bakterienstämme unter Sauerstoffmangel die Farbstoffe aufspalten. In der sich anschließenden aeroben Phase werden die Spaltprodukte und andere organische Stoffe von Bakterien abgebaut, die eine sauerstoffreiche Umgebung bevorzugen. Das so gereinigte Wasser kann zu einem Großteil in der Produktion wieder verwendet werden. Der Rest kann ohne zusätzliche Behandlung in die Kläranlage fließen. "Wir haben errechnet, dass der Break-Even-Point für das Verfahren erreicht wird, wenn wir rund 26 Prozent des Abwassers wieder verwenden können. Wir bringen es auf 60 Prozent", erklärt Prof. Dietmar C. Hempel.

Mit der Inbetriebnahme der als Demonstrationsprojekt von der in Osnabrück ansässigen Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Anlage ist die Arbeit des TU-Teams nicht beendet. "Wir überwachen die Abläufe ständig und suchen nach Möglichkeiten zur Optimierung", beschreibt Dr. Rainer Krull den Stand der Dinge. "Es handelt sich eben um einen Prozess, den man ständig weiterentwickeln kann", meint auch Professor Hempel.

"Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr wieder ein Projekt auszeichnen können, bei dem ein beachtlicher Markterfolg zu erwarten ist, das aber darüber hinaus auch dem Umweltschutz dient", so IHK-Präsident Dr. Klaus Schuberth.

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-bs.de/institute/ibvt/index.htm
http://www.tu-braunschweig.de/presse
http://www.braunschweig.ihk.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Haensel AMS und Universität Amsterdam starten Innovationswettbewerb für Dynamic Pricing
21.03.2019 | Haensel AMS GmbH

nachricht Phoenix Contact gewinnt BME-Preis für elektronische Beschaffung
13.03.2019 | Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics