Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirkstoff aus Krabbenschalen: Chitosan - Preis für Hannoveraner Nachwuchsforscher

29.10.2002


Aus Krabbenschalen hergestellt wird Chitosan, gefragter Rohstoff für Lebensmittel, Kosmetika und Medizin - jetzt kann er reiner und schonender hergestellt werden


Preisträger Christian Schmalz bei der Verleihung des Hugo-Geiger-Preises beim Fest der Forschung am 23.10.2002 in Ludwigsburg bei Stuttgart


Einen der drei Hugo-Geiger-Preise der Fraunhofer-Gesellschaft hat dieses Jahr der Nachwuchsbiochemiker Christian Schmalz vom Fraunhofer IGB in Hannover gewonnen.

... mehr zu:
»Chitin »Chitosan »Enzym »Gen

Mit Hilfe eines gentechnisch erzeugten Enzyms hat Schmalz es geschafft, den gefragten Naturstoff Chitosan, ein Abbauprodukt aus den Chitinpanzern von Krabben, reiner und schonender herzustellen als zuvor.

Wie ein Außenskelett umhüllt und schützt der Chitinpanzer Krebstiere und Insekten. Ein Abbauprodukt des Chitin, Chitosan, ist als Stabilisator auch in Kosmetika und Nahrungsmitteln allgegenwärtig. Chitosan stärkt Haarfestiger und dickt Hautcremes und Lebensmittel ein. Da der Naturstoff auch Mikroorganismen abwehrt, wird Saatgut damit umhüllt, um es gegen Pilzbefall zu schützen.


Auch in der Medizin, zum Beispiel als Wundauflage oder als Tablettenhülle, wird Chitosan eine große Zukunft vorhergesagt. Allerdings scheiterte sie bisher an den Schwierigkeiten bei der Herstellung. Um Chitosan aus Krabbenschalen zu gewinnen, wird Natronlauge eingesetzt, die neben Chitosan eine Reihe von Nebenprodukten erzeugt. Das Verfahren belastet die Umwelt und die entstehenden Produktgemische erfüllen die Qualitätskriterien für therapeutische Anwendungen nicht.

Christian Schmalz, Nachwuchsbiochemiker bei Professor Otto in der Arbeitsgruppe Gentechnik am Fraunhofer IGB in Hannover, hat nun mit gentechnischen Methoden ein Enzym entdeckt und nutzbar gemacht, das im Meer Chitin zu Chitosan umsetzt. Hierzu hat er zunächst aus Proben vom Meeresboden die Gene von Enzymen aus Bakterien isoliert, die Chitin bekanntermaßen abbauen. Über homologe Sequenzen verschiedener bekannter Gene hat er eine neue Chitindeacetylase identifiziert und in Bakterienzellen geklont. Das neue Enzym kann ohne Umweltbe-lastung Chitosan in hochreiner Form liefern. Das Gen ist zum Patent angemeldet worden.

Herr Schmalz hat den Hugo-Geiger-Preis 2002 für Nachwuchs-forscher für seine Diplomarbeit am Fraunhofer IGB erhalten. Seine Arbeit wurde im Rahmen des Projekts "Marine Biotechnologie" vom Land Niedersachsen gefördert. Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Hans-Jörg Bullinger, hat ihm den Preis am 23. Oktober anlässlich der Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft in Ludwigsburg bei Stuttgart überreicht. Herr Schmalz promoviert inzwischen am Fraunhofer IGB über die Charakterisierung der
Chitindeacetylase.

Henrike Henschen | idw
Weitere Informationen:
http://www.igb.fhg.de/presse

Weitere Berichte zu: Chitin Chitosan Enzym Gen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Klimafreundliche Energie aus Abwärme
20.12.2019 | Technische Universität München

nachricht Der DPG-Technologietransferpreis 2020 geht an Orcan Energy für die Nutzung von Abwärme für die CO2-freie Stromerzeugung
16.12.2019 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Im Focus: Dresden researchers discover resistance mechanism in aggressive cancer

Protease blocks guardian function against uncontrolled cell division

Researchers of the Carl Gustav Carus University Hospital Dresden at the National Center for Tumor Diseases Dresden (NCT/UCC), together with an international...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Minutiöse Einblicke in das zelluläre Geschehen

24.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

24.01.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics