Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lillehammer Award für umweltgerechtes Produkt-Design

11.07.2002


Die europäische Forschungsinitiative EUREKA zeichnet jedes Jahr Projekte aus, die einen wesentlichen Beitrag zu einer verbesserten Umwelt leisten. 2002 ging dieser Preis, der Lillehammer Award, an das Fraunhofer IZM für Entwicklungen im Bereich Umweltverträglichkeit von Produkten.

EUREKA ist eine europäische Forschungsinitiative für marktorientierte Forschung und Entwicklung. Sie unterstützt insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen. Hauptaufgabe ist, Kooperationsprojekte in den Mitgliedsländern zu initiieren und zu fördern. Seit 1994 verleiht EUREKA den Lillehammer-Preis.

Er wird an Projekte vergeben, die nachhaltige Lösungen liefern für die Verbesserung der Umwelt in Europa. Neben dem Preisgeld von 10 000 Euro erhalten die Preisträger ein Gemälde von Jakob Weidemann – norwegischer Künstler und Bürger der namensgebenden Stadt Lillehammer.

In diesem Jahr wurde das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM, Berlin, für seinen Beitrag zum EUREKA-Projekt CARE Materials & Ageing mit dem Lillehammer Award 2002 ausgezeichnet. Auf der EUREKA-Ministerkonferenz am 27. Juni 2002 in Thessaloniki, Griechenland, überreichte die norwegische Staatssekretärin für Handel und Industrie, Helle Hammer, den Preis (Scheck, Gemälde) an Hansjörg Griese, Leiter der Abteilung Environmental Engineering, und Dr. Urs Sennhauser von der Eidgenössischen Anstalt für Materialprüfung und Forschung EMPA, Schweiz. »Die Auszeichnung mit dem Lillehammer-Preis ist für die Mitarbeiter sowie die vielen an unseren Projekten beteiligten Firmen ein Ansporn auch in Zukunft die Kooperationen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung Europas fortzusetzen«, so Hansjörg Griese. »Umweltgerechtes Design von Produkten und Herstellungsverfahren sowie Strategien zur Wieder- und Weiterverwendung werden die Umwelt entlasten und den Unternehmen längerfristig auch Kosten sparen.«

Im Projekt, auf deutscher Seite vom Berliner Senat gefördert, wurden unterschiedliche Gebiete rund um das Thema Umweltverträglichkeit von Produkten bearbeitet. Zum einen haben die Wissenschaftler eine Grundlage geschaffen, um die Wirkungen elektronischer Produkte und Prozesse auf die Umwelt zu bewerten. Idee war, gängige CAD-Entwurfswerkzeuge um die Möglichkeit einer ökologischen Bewertung zu erweitern. Designer können schon in der Entwurfsphase auf eine erweiterte Datenbank für Bauelemente zurückgreifen. Diese enthält gegenüber üblichen Systemen zusätzlich Angaben zur Zusammensetzung und ökologischen Bewertung der Bauelemente. Der Designer kann unter funktionell und geometrisch gleichartigen Bauelementen schnell und sicher die mit dem geringsten Schadstoffpotenzial auswählen. Zudem lassen sich ökologische Schwachpunkte eines Entwurfs frühzeitig ermitteln und beheben. Toolbox und Datenbank des IZM sind in vielen Unternehmen erprobt. So konnte beispielsweise Nokia dank des umweltbezogenen Vergleichs alternativer Entwürfe seine Handys verbessern.

Ein weiterer Punkt ist die Wieder- und Weiterverwertung, kurz ReUse, von Elektronik. »Elektronikschrott ist einerseits zu giftig, andererseits zu wertvoll für die Deponie«, so Hansjörg Griese. »Da Elektronik-Re-cycling zunehmend zum Marktfaktor wird, haben wir uns eingehend mit der Restlebensdauer von Produkten und Bauteilen beschäftigt«. Um gebrauchte Bauelemente oder Platinen weiter zu vermarkten, ist es unabdingbar, gesicherte Aussagen über deren Qualität und Zuverlässigkeit abgeben zu können. Die IZM-Forscher nutzen dazu das Know-how aus der Lebensdauerforschung, um – unter Berücksichtigung der »Lebensgeschichte« – das tatsächliche technische Alter gebrauchter Produkte und Komponenten festzustellen. Zusammen mit der erwarteten zukünftigen Verwendung lässt sich dann die weitere Lebensdauer ermitteln. Damit ist die wichtigste Voraussetzung für bedarfsgerechte Wartung oder das ReUse von wertvollen Produkten gegeben.

Darüber hinaus hat das IZM viel dazu beigetragen, neue Technologien und Erkenntnisse der Umweltforschung nicht nur zu entwickeln, sondern auch publik zu machen. Beispielsweise über die Veranstaltung Electronics Goes Green 2000+, einer der weltweit erfolgreichsten Konferenzen zum Themenfeld Elektronik, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Dipl.-Ing. Hansjörg Griese | Presseinformation

Weitere Berichte zu: Bauelement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Künstliche Intelligenz erobert die Fahrzeugentwicklung
21.09.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Preis für Arbeit über autonomes Fahren
11.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein neues Mittel gegen Zöliakie

24.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Entscheidung über Attraktivität fällt in Millisekunden

24.09.2018 | Studien Analysen

Künstliche Intelligenz im Fokus – Schulungsangebot zum maschinellen Lernen für Industrie und Forschung startet

24.09.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics