Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KLIMT: Software zur Visualisierung von Bäumen von ASA ausgezeichnet

10.06.2002


Mit Simon Urbanek ist kürzlich erneut ein Mitarbeiter des Augsburger Lehrstuhls für Rechnerorientierte Statistik und Datenanalyse (Prof. Antony Unwin, Ph. D.) von der American Statistical Association (ASA) ausgezeichnet worden. Urbanek erhält den diesjährigen Chambers Software Award für das von ihm entwickelte Programm KLIMT. Es dient der Visualisierung von Bäumen, wie sie in vielen Gebieten - etwa in der Biologie, der Botanik oder der Medizin - als Modelle verwendet werden.


KLIMT steht für "Klassification - Interactive Methods for Trees", Gustav Klimts Bäume hat Urbanek sich als Logo für seine Software gewählt.



Das Ziel solcher Baum-Modell ist es, Vorhersagen zu machen oder einen Sachverhalt zu erklären. Ein Regressions- oder Klassifikationsbaum besteht aus Knoten, die Entscheidungsregeln beinhalten, und aus Blättern, die einen Vorhersagewert tragen. So kann zum Beispiel ein Klassifikationsbaum aufgebaut werden, um aufgrund von Patientendaten zu entscheiden, ob eine Krankheit vorliegt. Dabei wird in jedem Knoten ein Merkmal betrachtet (z. B. Fieber, Blutwerte etc.) und entsprechend der Regeln in den Knoten (z. B. "ist Fieber > 40°C ?") wird der jeweilige Ast ausgewählt, bis ein Endknoten (Blatt) und somit eine Klassifizierung (z. B. "Patient ist nicht krank") erreicht ist.

... mehr zu:
»ASA »KLIMT


DURCH VISUALISIERUNG UND INTERAKTIVITÄT ZUM MODELLVERSTÄNDNIS

Das Problem bei der Erstellung von Baummodellen ist, dass es nahezu unendlich viele mögliche Bäume gibt. Um aus dieser Vielzahl ein möglichst gutes Modell herauszufinden, muss man sowohl die Daten als auch das Modell verstehen und beurteilen können. Das ermöglicht die Software KLIMT durch Visualisierung und Interaktivität. Verschiedene Visualisierungsmerkmale helfen dabei, den Baum unter verschiedenen Gesichtspunkten zu sehen - relative Proportionen von Klassen, absolute Größen, Abweichungen in den Knoten usw. Andere Diagramme für Daten - wie Streudiagramme, Histogramme, Boxplots, Balkendiagramme oder Fluktuationsdiagramme - ermöglichen auch die Analyse der Grunddaten. Zusammen mit der verknüpften Selektion, die es erlaubt, einzelne Fälle in allen Diagrammen inklusive der Bäume zu markieren, machen die genannten Merkmale KLIMT zu einem vollwertigen interaktiven Werkzeug zur Analyse von Baummodellen. Ein vergleichbares Programm dieser Art für Baumanalyse ist derzeit nicht verfügbar.

KLIMT ist flexibel, da es über eine nahtlose Schnittstelle zu zahlreichen statistischen Umgebungen verfügt, die für Analysen verwendet werden, ist das Programm KLIMT zudem sehr flexibel. Dadurch, dass es in Java geschrieben ist, ist seines Verfügbarkeit auf allen gängigen Plattformen garantiert. Ein speziell für KLIMT entwickeltes Grafiksubsystem erlaubt darüber hinaus die Verwendung aller Grafiken in hochwertiger Form für Druck und Veröffentlichungen.

DER DRITTE ASA-PREISTRÄGER AUS AUGSBURG

Nach Silvia Winkler und Heike Hofmann im Jahr 2000 ist Simon Urbanek in kurzer Folge bereits der dritte Mitarbeiter am Lehrstuhl Unwin, dessen Entwicklung von der American Statistical Association ausgezeichnet wird. Silvia Winkler zählte vor zwei Jahren mit ihrer Software CASSATT zu den ersten Gewinnerinnen des John Chambers Statistical Software Award. Im selben Jahr wurde ihre Kollegin und MANET-Entwicklerin Heike Hoffmann mit einem Preis bei der ASA Student Paper Competition ausgezeichnet (siehe UniPresseDienst 40/00).

Simon Urbanek, 1976 in Brünn (Tschechische Republik) geboren, hat 1997 am Augsburger Holbein-Gymnasium sein Abitur gemacht und vier Jahre später an der Universität Augsburg sein Studium abgeschlossen. Partiell ist KLIMT aus seiner Diplomarbeit über "Visualization and Analysis of Statistical Trees" hervorgegangen. Derzeit ist Urbanek Doktorand bei Professor Unwin und forscht über "Interaktive Modellvergleiche", wobei es im Prinzip um die Weiterentwicklung seiner Methoden für mehrere Modelle und deren Analyse geht.

Im Sommer wird Simon Urbanek jetzt allerdings erst einmal zu den "Joint Statistical Meetings" (JSM) in die USA reisen, um dort den Preis überreicht zu bekommen. Die Einladung zu der Jahrestagung aller amerikanischen Statistischen Gesellschaften (inklusive einer Übernahme der Reise- und Aufenthaltskosten) ist Bestandteil des mit 1000 Dollar dotierten Chambers Software Award.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

Simon Urbanek, c/o Lehrstuhl für Rechnerorientierte Statistik und Datenanalyse, Universität Augsburg, 86135 Augsburg, Telefon 0821/598-2236, e-mail: simon.urbanek@math.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.klimt-project.com/
http://stats.math.uni-augsburg.de/
http://www.Presse.Uni-Augsburg.DE/unipressedienst/2000/pm2000_040.html

Weitere Berichte zu: ASA KLIMT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Haensel AMS und Universität Amsterdam starten Innovationswettbewerb für Dynamic Pricing
21.03.2019 | Haensel AMS GmbH

nachricht Phoenix Contact gewinnt BME-Preis für elektronische Beschaffung
13.03.2019 | Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochdruckwasserstrahlen zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen erprobt

Beim Fräsen hochfester Werkstoffe wie Oxidkeramik oder Sondermetalle – und besonders bei der Schruppbearbeitung – verschleißen Werkzeuge schnell. Für Unternehmen ist die Bearbeitung dieser Werkstoffe deshalb mit hohen Kosten verbunden. Im Projekt »HydroMill« hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen mit seinen Projektpartnern nun gezeigt, dass sich der Hochdruckwasserstrahl zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen eignet. War der Einsatz von Wasserstrahlen bislang auf die Schneidbearbeitung beschränkt, zeigen die Projektergebnisse, wie sich hochfeste Werkstoffe kosten- und ressourcenschonender als bisher flächig abtragen lassen.

Diese neue und zur konventionellen Schruppbearbeitung alternative Anwendung der Wasserstrahlbearbeitung untersuchten die Aachener Ingenieure gemeinsam mit...

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nieten, schrauben, kleben im Flugzeugbau: Smarte Mensch-Roboter-Teams meistern agile Produktion

25.03.2019 | HANNOVER MESSE

Auf der Suche nach der verschwundenen Antimaterie: Messungen mit Belle II erfolgreich gestartet

25.03.2019 | Physik Astronomie

HEIDENHAIN auf der CONTROL 2019: Belastbare Systeme für mehr Genauigkeit und Zuverlässigkeit

25.03.2019 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics