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Mit hoher Beschleunigung - FZR verleiht drei Preise

07.01.2002


Mit annähernd Lichtgeschwindigkeit verlassen die Elektronen den ELBE-Beschleuniger, das Herzstück von Sachsens größtem und modernsten Forschungsgerät. Jürgen Stephan vom Forschungszentrum Rossendorf (FZR) hat die Beschleuniger-Einheit entwickelt und erhält dafür den FZR-Technologiepreis 2001. Wissenschaftlern vom FZR ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, die Entstehung des Erdmagnetfeldes im Labor zu simulieren; Frank Stefani, Thomas Gundrum und Gunter Gerbeth erhalten für ihre Leistungen auf diesem Gebiet den Forschungspreis 2001. Der Doktorandenpreis 2001 geht an Antje Gupta. Sie hat eine spezielle Art von Technetium-Verbindungen untersucht und deren möglichen Einsatz als Radiopharmakon beurteilt. Damit hat sie die Entwicklung einer neuen Generation von Radiopharmaka unterstützt.



Der Elektronenbeschleuniger ELBE im FZR gehört zu einer neuen Beschleuniger-Generation. Durch seinen besonderen Bau und seine Materialeigenschaften ist es möglich, die Elektronen auf einer Strecke von nur zwei Metern auf fast Lichtgeschwindigkeit und Energien von zwanzig Mega-Elektronenvolt zu beschleunigen. Bisher war dafür eine Strecke von etwa zwanzig Metern nötig. Jürgen Stephan hat das Modul rund um die neuen Beschleuniger-Strukturen entwickelt und die Anlage genau auf die Zielstellung des ELBE-Projektes angepasst.

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Seit sich Menschen für Naturphänomene interessieren, haben sie darüber gerätselt, wie die Erde zu ihrem Magnetfeld kommt. Noch Albert Einstein hatte es als eines der großen Rätsel der Physik angesehen. Seit etwa Mitte des letzten Jahrhunderts galt schließlich die Theorie allgemein als gesichert, dass Strömungen von flüssigem Metall im Erdinneren das Feld erzeugen. Der praktische Nachweis ist in einem gemeinsamen Experiment mit Forschern aus Riga weltweit erstmalig im letzten Jahr gelungen. Das Experiment haben Frank Stefani, Thomas Gundrum und Gunter Gerbeth mit Forschern der TU-Dresden entworfen und ausgewertet.
Wuchernde Tumorgewebe oder gestörte Hirnfunktionen lassen sich in der Nuklearmedizin durch bestimmte bildgebende Verfahren erkennen. Dazu ist das Design so genannter Radiotracer notwendig, die im menschlichen Körper zum Beispiel an bestimmte Rezeptoren binden. Ein besonders kurzlebiges radioaktives Element, das in diesen Verbindungen enthalten ist, macht dann die Stoffwechselprozesse sichtbar. Die Schwierigkeit bei der Entwicklung geeigneter Tracer ist, solche zu finden, die der Körper zwar umsetzt, die aber selektiv an einen ganz bestimmten Rezeptor binden. Antje Gupta hat spezielle Metallverbindungen untersucht und deren möglichen Einsatz beurteilt.


Info:
Das Forschungszentrum Rossendorf (FZR) ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (WGL). Der WGL gehören 79 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen an, von denen neben dem FZR noch drei weitere in Dresden ansässig sind. Die Institute der Leibniz Gemeinschaft arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär; sie sind von überregionaler Bedeutung, betreiben Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert.

Dr. Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.fz-rossendorf.de/
http://www.fz-rossendorf.de/presse.

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